06. September 2007

Planungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss: "Eiserner Rhein" - Kreis soll kritisch und sachlich begleiten

Lärmschutzmaßnahmen oberstes Gebot

Kreis Viersen

Eine neue Schienenstrecke im Kreisgebiet entlang der A 52 - wie in der Studie zum grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr zwischen Antwerpen und Duisburg im Juni 2007 vom Landesverkehrsminister Wittke vorgestellt - könne nur dann akzeptiert werden, wenn die Bevölkerung am gesamten Streckenverlauf vor den nachteiligen Folgen, insbesondere der starken Lärmbelästigung, wirksam geschützt werde. Das war der einhellige Tenor aller Fraktionen im Planungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss. Generell anerkannt wird die Notwendigkeit einer Schienengüterverkehrsstrecke zwischen Antwerpen und dem Rhein-Ruhr-Raum. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Ausschuss nach einer regen Diskussion.

Vom Neubau entlang der A 52 wären insbesondere die Gemeinden Niederkrüchten und Schwalmtal sowie die Städte Viersen und Willich im Kreisgebiet betroffen. Wichtige Naturschutz- und Naherholungsgebiete, wie das Elmpter Schwalmbruch, der Grenzwald oder die Bockerter Heide sind vom Streckenverlauf ebenfalls betroffen. Fritz Meies (CDU) zeigte sich verärgert, dass das vorgelegte Gutachten keine Lösungsvorschläge bezüglich Lärmschutz enthält. "Man muss sich um die Menschen kümmern, die betroffen sind. Eine noch größere Lärmbelästigung kann nicht akzeptiert werden", so Meies. Diese Auffassung vertrat auch Ausschussmitglied Alfons Görgemanns (SPD): "Ein Gutachten, dass die Belange des Kreises nicht berücksichtigt, kann keine Grundlage für weitere Überlegungen sein."

Unklar ist zur Zeit auch, ob die Strecke nur dem Durchgangsverkehr dient oder ob sie auch ein Nutzen für die betroffenen Kommunen bringt. "Eine gewerbliche Nutzung des ehemaligen Flughafens Elmpt in Verbindung mit dem Eisernen Rhein würde vom Verkehrsministerium und der FDP-Fraktion nachhaltig unterstützt", sagte Ausschussmitglied und Landtagsabgeordneter Dietmar Brockes (FDP). Lediglich einer fliegerischen Nutzung habe Landesverkehrsminister Wittke eine klare Absage erteilt.

Für die nun diskutierte Neubaustrecke hat das Ministerium eine sogenannte Vertiefungsstudie in Auftrag gegeben, die Ende Oktober vorliegen soll. Darin sollen die Kosten ermittelt und geklärt werden, ob die A 52-Variante technisch machbar sei. Die Kreisverwaltung will in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Städten und Gemeinden und der Stadt Krefeld eine gemeinsame Strategie entwickeln, wie man mit dem Problem Eiserner Rhein umgeht.

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