06. September 2007

Kreis Viersen: Blauzungenkrankheit breitet sich weiter aus

Schon 28 Betriebe betroffen

Kreis Viersen

Die Blauzungenkrankheit breitet sich im Kreis Viersen weiter aus. Zwei Wochen nach den ersten Meldungen über die Tierseuche sind mittlerweile 28 Betriebe betroffen. Bei 20 Betrieben haben Untersuchungen bereits einen positiven Befund ergeben, acht weitere Analysen stehen noch aus. "Darunter fallen 19 Schaf- und neun Rinderhaltungen," sagte Dr. Helmut Theißen, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Kreises Viersen. Insgesamt sind schon 60 Tiere an den Folgen der von Mücken übertragenen Virusinfektion verendet.

Im Vergleich zum Vorjahr, als die Blauzungenkrankheit das erste Mal in diesen Breitengraden festgestellt wurde, sei die Krankheitsrate in diesem Jahr deutlich höher. "Damals trat die Tierseuche in 13 Beständen im Kreis Viersen auf", so Theißen. In Nordrhein-Westfalen verläuft die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Krankheit geradezu dramatisch und führt auch zu deutlich höheren Tierverlusten. Mittlerweile wurden über 1.500 Fälle verzeichnet, 2006 waren es genau 807.

Einen möglichen Grund für die steigenden Zahlen hat der Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Kreises Viersen am Mittwoch auf einer Informationsveranstaltung der Landwirtschaftskammer NRW und des Schafzuchtverbandes in Bad Sassendorf erfahren. "Dort wurde bekannt gegeben, dass das Virus mittlerweile auch von heimischen Mückenarten übertragen wird", so Theißen. Normalerweise wird der Erreger der Blauzungenkrankheit nur durch eine spezielle Mückenart, die so genannten Gnitzen, weitergegeben.

Mit Hochdruck werde derzeit an einem neuen Impfstoff gearbeitet, wurde außerdem auf der Informationsveranstaltung bekannt gegeben. Sollte dieser schon 2008 eingesetzt werden können, bestehe Hoffnung, dass sich eine derartige Epidemie im kommenden Jahr nicht wiederhole.

Theißen rät allen Tierhaltern, ihre Tiere vorbeugend mit Insekten abwehrenden Mitteln, so genannten Repellentien, behandeln zu lassen. Denn ein Ende der Epidemie sei vorerst nicht abzusehen. Er erinnert aber daran, dass die Blauzungenkrankheit anzeigenpflichtig ist. Schon den Verdacht einer Erkrankung muss der Tierhalter oder Tierarzt dem Veterinäramt sofort melden.

Ausdrücklich wies Theißen darauf hin, dass die Erreger der Blauzungenkrankheit für Menschen ungefährlich seien. Daher können auch Fleisch und Milchprodukte ohne Bedenken konsumiert werden.

Weitere Informationen beim Veterinäramt unter der Telefonnummer 02162-391311, -1312 oder -1314 sowie über die Internetseite www.kreis-viersen.de.

Blauzungenkrankheit:

Die Erkrankung kann bei den Tieren ohne erkennbare Krankheitsanzeichen verlaufen. In einigen Fällen haben die Tiere aber massive Krankheitserscheinungen. Acht bis zehn Tage nach der Infektion steigt die Körpertemperatur. Die Maulschleimhäute erscheinen gerötet und schwellen an. Die Tiere speicheln stark und haben Schaum vor dem Mund. Die Zunge schwillt an, wird blau und infolge der Schwellung kann die Zunge aus dem Maul heraushängen. Im weiteren Verlauf der Krankheit zeigen sich Erosionen (Geschwüre) am so genannten Flotzmaul zwischen Naseneingang und Oberlippe und der Nasenschleimhaut. Es kommt zu eitrigem Nasenausfluss. Infolge einer Veränderung am Kronsaum der Klauen sind vermehrt Lahmheiten festzustellen. Für die Tiere mit diesen massiven klinischen Erscheinungen kann die Infektion oft tödlich enden. In diesen Fällen sollte auch eine Einschläferung in Erwägung gezogen werden.

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Herausgeber:

Kreis Viersen - Der Landrat
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