Kassel will mit fünf Leuchtturmprojekten demografischen Wandel bestehen

10. September 2007. Die Stadt Kassel wird mit fünf Leuchtturmprojekten in den Bereichen Bildung und Infrastruktur zentrale Probleme des demografischen Wandels angehen. Die Projekte sollen bereits in den Haushalt 2008 eingebracht werden. Das erklärte Oberbürgermeister Bertram Hilgen auf der „2. Zukunftskonferenz Demografischer Wandel“ am Freitag und Samstag vor rund 140 Teilnehmern aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft.

Im ersten Leuchtturmprojekt werden Kinder ab drei Jahren Deutsch lernen. „Kein Kind soll ohne ausreichende Deutsch-Kenntnisse eingeschult werden und deshalb beginnen wir damit im ersten Kindergartenjahr, also im dritten und vierten Lebensjahr“, erklärte Hilgen. Das Programm gilt ausdrücklich nicht nur für Kinder aus Zuwanderer-Familien, etwa aus der Türkei oder der ehemaligen Sowjetunion, sondern auch für diejenigen deutschen Familien, die es nicht schaffen, ihrem Nachwuchs ausreichende Sprechkenntnisse zu vermitteln. Das Leuchtturmprojekt „Bildungsregion Waldau“ soll die Bildung von Kindern und Jugendlichen verbessern und dazu ein Modell entwickeln, das auf die anderen Stadtteile übertragen werden kann. In einem dritten Vorhaben will die Stadt für Kinder und Jugendliche einen leichteren Zugang zu Museen schaffen. „Es muss so viel Spaß machen, in ein Museum zu gehen wie ins Kino oder auf den Spielplatz“, sagte Bürgermeister Thomas-Erik Junge.

In einem neuen Gewerbepark, dem so genannten SciencePark soll das Wissen der Universität Kassel in Arbeitsplätze umgewandelt werden. Das fünfte Leuchtturmprojekt will mehr Vielfalt in die Kasseler Innenstadt bringen. Dort sollen attraktive Angebote für verschiedene Gruppen wie Singles oder Wohngemeinschaften, junge Familien oder die Generation 50 Plus entstehen, Pferdemarkt und Entenanger sollen für Jung-Akademiker und Rückkehrer aus dem Umland attraktiv gemacht werden.

Die fünf Leuchtturmprojekte wurden von der Zukunftskonferenz ebenso einmütig gebilligt wie das „Zukunftsprogramm der Stadt Kassel“, in dem die Grundsätze der Stadt bei der Bewältigung des demografischen Wandels festgehalten werden. Darüber hinaus unterzeichneten die Vertreter der Stadtgesellschaft die „1. Kasseler Zukunftsvereinbarung“, in der sie der Stadt Kassel ihre Unterstützung durch eigene Initiativen und Projekte zusagten. Die Stadtverwaltung strebt eine stärkere regionale Zusammenarbeit an. Entscheidend sei, ein regionales Bewusstsein unter dem Motto „Stadt und Land Hand in Hand“ zu entwickeln, erklärte Bertram Hilgen.

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