Magdeburger Stadtspitze zu Gast bei Steuben-Parade
Delegation unter Leitung von OB Dr. Lutz Trümper reist nach New York City
Die Landeshauptstadt Magdeburg wird sich mit einer politischen Delegation und dem Orchester "Sax´n Anhalt" offiziell an der 50. Steubenparade vom 13. bis 19. September 2007 in New York City beteiligen. Zu den Delegationsteilnehmern gehören Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, die Beigeordneten Dr. Klaus Puchta und Dr. Rüdiger Koch sowie die fünf Stadträte Olaf Czogalla, Thorsten Giefers, Dr. Klaus Kutschmann, Eberhard Seifert und Dr. Gerd Zimmer. Zu Ehren des Magdeburger Generals Friedrich von Steuben, der den US-Amerikanern zum Sieg im Unabhängigkeitskrieg verhalf, findet einmal jährlich in New York die Steuben-Parade statt.
"Wir haben schon im Vorfeld Kontakte gesucht und werden in New York City einen straffen Zeitplan verfolgen", macht Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper deutlich, dass es der Magdeburger Delegation nicht nur um die Teilnahme an dem traditionsreichen Umzug geht. "Wir möchten den Besuch auch nutzen, um kulturelle und wirtschaftliche Kontakte zu knüpfen."
Auf dem Programm steht zunächst ein Empfang beim New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der ein kunstvolles Foto des Magdeburger Steuben-Denkmals als Geschenk erhält. Es folgen Pressetermine mit deutschen und US-Medien. Nach der Steuben-Parade warten eine Fülle von Politik- und Kulturterminen auf die Magdeburger Delegation.
Wirtschafts- und Tourismuskontakte
So treffen sich Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und der Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit Dr. Klaus Puchta in der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer im Süden Manhattans mit erfahrenen Beratern der US-amerikanischen Energiewirtschaft. "Thema dieses Meetings sind Erneuerbare Energien", erläutert der Oberbürgermeister. "Wir wollen auf unsere wirtschaftlichen Stärken wie Biokraftstoffe und Windkraft aufmerksam machen und gleichzeitig Neugier für den Wirtschaftsstandort Magdeburg wecken."
Auch für Magdeburg als Reiseziel soll in New York geworben werden, denn für Touristen hat die ehemalige Pfalz des ersten Kaisers des Heiligen Römischen Reiches einiges zu bieten. "Gerade die Amerikaner lieben das Mittelalter und die alte europäische Geschichte, weil ihre Geschichte nicht so weit zurückreicht", so der Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit Dr. Klaus Puchta.
"Deshalb besuchen wir eine Kontaktbörse im Rahmen eines Empfangs der Deutschen Zentrale für Tourismus. Hier wollen wir bei Tourismusveranstaltern für das Reiseziel Magdeburg werben."
Goethe-Institut & Deutsche Schule NYC
Der Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport Dr. Rüdiger Koch wird in New York das Goethe-Institut besuchen und sich über die deutsche Kulturarbeit in den USA informieren. Im Deutschen Haus der New York University steht eine Diskussion mit Vertretern des "Deutschen Akademischen Austauschdienstes" (DAAD) auf dem Programm. "Das US-amerikanische Studiensystem wird oft und gern als Vorbild für die deutsche Hochschulreform zitiert. Ich werde mich an einer der renommiertesten Privatuniversitäten der USA aus erster Hand über Vorzüge und Nachteile des US-Systems informieren", erklärt Dr. Rüdiger Koch.
In der Deutschen Schule New York - im Norden der Stadt - besuchen der Oberbürgermeister und der Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport gemeinsam den Geschichtsunterricht einer 10. Klasse und diskutieren mit den Schülern über die Deutsche Wiedervereinigung. Geplant ist außerdem ein Informationsgespräch zwischen Dr. Rüdiger Koch und der Kuratorin der "New York Library for the Performing Arts", um die renommierte Magdeburger Puppentheater-Ausstellung "Zeitreise" nach New York City zu bringen. "Das wird noch ein gutes Stück Arbeit. Ausstellungsflächen in New York sind mehr als rar. Die Public Library hat zwar genügend Platz, benötigt aber eine Vorplanung von mindestens zwei Jahren. Alle wollen nach New York, da müssen wir einen langen Atem haben", erklärt der Beigeordnete zum Stand der Planung.
Magdeburger Swing in New York City
Neben dem Oberbürgermeister, den Beigeordneten und den Stadträten werden in der Magdeburger Delegation in der "5th Division" der Parade auch 20 Musiker des Orchesters "Sax´n Anhalt" mitlaufen. Unter den insgesamt 400 teilnehmenden Gruppen werden die Magdeburger mit ihrem unkonventionellen Erscheinungsbild auffallen, denn viele andere deutsche Gruppen bedienen eher das klassische Deutschland-Klischee: Lederhosen und viel Marschmusik. "Deshalb haben wir das Sax´n-Anhalt-Orchester ganz bewusst ausgesucht. Das ist keine Bayerische Blaskapelle, sondern ein modernes Saxophonorchester, das den Amerikanern beweisen wird, dass auch wir Magdeburger ordentlich swingen können", so Dr. Rüdiger Koch.
Hintergrundinformationen zur Steuben-Parade
Friedrich Wilhelm von Steuben ist in den USA weitaus bekannter als in seiner eigenen Heimatstadt. Steuben wurde 1730 in Magdeburg geboren und stieg schnell zum preußischen General auf. Mit 47 Jahren ging er nach Nordamerika und stand George Washington im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die britische Kolonialmacht bei. Er brachte Ordnung und Disziplin in die amerikanischen Truppen und schulte die Soldaten taktisch und operativ. Die Amerikaner haben bis heute die Hilfe des Magdeburger Generals nicht vergessen und feiern seit 1957 die Steuben-Parade. Allerdings ist die Parade kein militärisches Ereignis, sondern eher mit einem Trachtenumzug zu vergleichen. Dieses Jahr kommen von den 400 Gruppen 50 aus Deutschland: Musik- und Schützenvereine, Trachtengruppen und Karnevalorganisationen. Mit der Steuben-Parade feiern die Deutsch-Amerikaner weit mehr als den gern glorifizierten militärischen Erfolg eines Generals. Sie feiern ihre Kultur, ihre Traditionen und ihre Leistungen am Aufbau der USA.
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