Seniorenfreundlicher Handel bleibt auf der Tagesordnung
21.09.2007 | Herten
Innenstadt-Kaufleute wollen das Themenfeld weiter beackern
Seniorenfreundlichkeit im Einzelhandel wird ein Thema der Innenstadtkaufleute bleiben. Das äußerten übereinstimmend Unternehmer, die sich auf Einladung der Stadt Herten und Gemeinschaft „Lebendiges Herten e.V.“ zum Handelsstammtisch im Hotel am Schlosspark getroffen haben. Vorstandsmitglied Adrian Gülden fasste zusammen: „Angesichts der Altersentwicklung ist eine seniorengerechte Handelslandschaft eine spannende wie lohnenswerte Aufgabe, übrigens auch für die Gastronomie.“
Herten hätte nach Worten von Doris Palicki überdies den Charme, dass „viele Facheinzelhandels-Geschäfte noch durch Inhaber geführt werden“. Das wiederum sichere, dass seniorengerechte Ansätze auch engagiert umgesetzt würden.
Zum Diskussionseinstieg hatte Michael Cirkel vom Institut für Arbeit und Technik aus Gelsenkirchen Chancen wie Voraussetzungen für einen seniorengerechten Handel skizziert. Der Wissenschaftler riet: „Freundlichkeit, Geduld und Wissen um veränderte Fähigkeiten älterer Kunden sind mindestens so wichtig wie Fachkompetenz.“ Er gab gleichzeitig anhand praktischer Beispiele sehr konkrete Tipps für die Ladengestaltung und Präsentation der Waren. Der Laden müsse barrierearm sein, Gefahrenquellen müssten ausgeschaltet sein und die Orientierung müsse erleichtert werden. Wert müsse auf Licht- und Farbgestaltung und auf Lesbarkeit gelegt werden. Insgesamt gelte: „Je selbständiger ältere Kunden den Einkauf gestalten können, desto größer ist ihre Kaufbereitschaft.“
Zur Diskussion um eine mögliche Zertifizierung und ein Gütesiegel sagte Michael Polubinski von der Wirtschaftsförderung: „Es geht nicht um den ‚x-ten’ Aufkleber an der Ladentür oder den seniorengerechten Handel als Gütezeichen. Stattdessen muss der Laden faktisch seniorenfreundlich sein. Das muss konkret für die Kunden erlebbar sein.“ Um genau das überprüfen zu können, schlug Susanne Barth vom Projekt „Herten Vital“ vor: „Wir bitten einfach mal eine Gruppe älterer Menschen durch die örtlichen Läden zu gehen und sie auf Seniorenfreundlichkeit hin abzuklopfen.“ Mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung und „Herten Vital“ wollen die Kaufleute ihre Überlegungen und Pläne zum seniorengerechten Handel in den nächsten Monaten vertiefen und weiter konkretisieren.
Pressekontakt: Pressestelle, Benedikt Hahn, Telefon: 02366/303180, eMail: ben.hahn@herten.de



