10. Oktober 2007
Kreis Viersen
Insgesamt sind 114 Schafe und 16 Rinder an den Folgen der von Mücken übertragenen Virusinfektion verendet. "Im Gegensatz zum vergangenen Jahr erkranken in Rinderbeständen größere Tierzahlen. Einzelne schwer erkrankte Rinder verenden beziehungsweise müssen eingeschläfert werden", so der Amtstierarzt. Bei den Schafen ist es anders: In einem befallenen Bestand bricht die Erkrankung sofort bei mehreren Tieren aus, oft so schlimm, dass bis zu 20 Prozent der erkrankten Schafe verenden oder notgetötet werden müssen. In den stark betroffenen Schafherden sind durch diese Seuche mittlerweile wertvolle Zuchttiere und seltene Schafrassen verloren gegangen.
Nach wie vor können die Tierhalter ihre Tiere nur mit Insekten abwehrenden Mitteln, so genannten Repellentien, behandeln und den Gesundheitszustand der Tiere genau beobachten. Schon der Verdacht auf eine Erkrankung muss dem Veterinäramt gemeldet werden. An einem Impfstoff wird weiter fieberhaft gearbeitet, doch dieser wird nach derzeitigem Stand frühestens 2008 eingesetzt werden können.
So bleibt den Tierhaltern nur die Hoffnung auf einen frühen Kälteeinbruch: "Durchschnittliche Tagestemperaturen unter zehn Grad und Nachtfrost für ein bis zwei Wochen dezimieren die übertragenden Mücken und damit das Infektionsrisiko für die Wiederkäuer", so Theißen.
Der Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes wies noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass die Erreger der Blauzungenkrankheit für Menschen ungefährlich seien. Fleisch und Milchprodukte können daher bedenkenlos konsumiert werden.
Weitere Informationen beim Veterinäramt unter der Telefonnummer 02162-391311,- 1312 oder -1314.
Blauzungenkrankheit:
Die Erkrankung kann bei den Tieren ohne erkennbare Krankheitsanzeichen verlaufen. In einigen Fällen haben die Tiere aber massive Krankheitserscheinungen. Acht bis zehn Tage nach der Infektion steigt die Körpertemperatur. Die Maulschleimhäute erscheinen gerötet und schwellen an. Die Tiere speicheln stark und haben Schaum vor dem Mund. Die Zunge schwillt an, wird blau und infolge der Schwellung kann die Zunge aus dem Maul heraushängen. Im weiteren Verlauf der Krankheit zeigen sich Erosionen (Geschwüre) am so genannten Flotzmaul zwischen Naseneingang und Oberlippe und der Nasenschleimhaut. Es kommt zu eitrigem Nasenausfluss. Infolge einer Veränderung am Kronsaum der Klauen sind vermehrt Lahmheiten festzustellen. Für die Tiere mit diesen massiven klinischen Erscheinungen kann die Infektion oft tödlich enden. In diesen Fällen sollte auch eine Einschläferung in Erwägung gezogen werden.
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