24. Oktober 2007

Weiterbildungskolleg des Kreises Viersen: Abitur via Internet - Büffeln nach Feierabend

Kreis Viersen

Anna M. ist 31 Jahre alt, sie hat zwei Kinder im Alter von acht und zehn Jahren und arbeitet in Teilzeit als Bürokauffrau. Dieser Job aber reicht ihr auf Dauer nicht, sie möchte ihren Traum verwirklichen und Sozialpädagogik studieren. Doch mit ihrem Realschulabschluss kann sie das nicht. Deshalb lernt die 31-Jährige im dritten Semester am Weiterbildungskolleg des Kreises Viersen. Vor Ort aber ist sie nur montags und freitags. Dann muss sie die Hälfte der vorgeschriebenen Wochenstunden in der Schule absolvieren. Sonst lernt Anna M. im heimischen Wohnzimmer am Computer. Anna M. gehört zu den Schülern, die den Abitur-online-Lehrgang absolvieren. "Seit 2002 gibt es die Möglichkeit, das Abitur oder die Fachhochschulreife weitgehend von zu Hause aus zu erarbeiten", berichtet Gisela Delfs-Swora, Leiterin der Abi-online-Kurse. Insgesamt wird diese Möglichkeit an neun Weiterbildungskollegs in Nordrhein-Westfalen angeboten.

Für die Schüler beginnt mit dem Studium am Weiterbildungskolleg oft ein Spagat zwischen Beruf, Familie und Schule. Der Wunsch auf Weiterbildung scheiterte in der Vergangenheit bei vielen am Zeitaufwand: 20 Wochenstunden in die Schule zu gehen, war für viele auch am Abend nicht möglich. "Abi-online bietet da neue Perspektiven", weiß Gisela Delfs-Swora. Zweimal in der Woche ist Präsenzunterricht mit Anwesenheitspflicht, an den anderen Tagen müssen die Schülerinnen und Schüler den Stoff selbstständig erarbeiten. "Der Zeitaufwand verringert sich nicht, doch die Studierenden können ihre Zeit flexibel einteilen", nennt Delfs-Swora die Vorteile. Das System ist jedoch nicht ohne Tücken: Es setzt Disziplin, Eigenverantwortung und eine gute Zeitplanung voraus. "Man muss gut alleine arbeiten können. Die Hälfte der Themen wird in der Schule vermittelt, die andere muss sich jeder im Selbststudium aneignen", so die Lehrerin für Mathematik und Pädagogik. Dazu kommen noch Hausaufgaben und die Vorbereitung auf Klausuren. Wann und wie viel die Online-Gymnasiasten lernen, bestimmen sie selber. In der Regel wird abends gelernt, denn tagsüber fordern Job, Haushalt und Familie die Schüler "Ganz wichtig ist der Austausch unter den Schülern. Wer Probleme hat, sollte rechtzeitig andere um Hilfe bitten, sonst verliert er schnell den Anschluss", rät die Leiterin. Gerade im ersten Semester würden viele Schüler aufgeben, weil sie den Aufwand einfach unterschätzt hätten. "Ohne Unterstützung in Familie und im Beruf verabschieden sich viele schnell wieder von ihrem Traum, das Abitur zu machen. Wer es bis zum Ende schafft, fängt dann oft neben dem Beruf noch ein Studium an oder kann sich beruflich weiter qualifizieren. Für sie hat sich der Aufwand dann gelohnt." Auch Anna M. möchte nach dem vierten Semester mit ihrer Fachhochschulreife das Abendgymnasium verlassen und mit dem Studium beginnen.

Weitere Informationen zum Weiterbildungskolleg Abendgymnasium Viersen:

Zur Zeit bereiten sich rund 500 Studierende auf das Abitur vor. Das Abendgymnasium ist eine öffentliche Schule, der Unterricht ist kostenlos. Ein Semester am Abendgymnasium entspricht einem Schulhalbjahr. Neue Semester beginnen jeweils in der ersten Februarwoche und nach den Sommerferien. Der Einstieg in den "Abi-online-Kursus" ist nur nach den Sommerferien möglich. Präsenzunterricht ist montags und freitags von 16.30 Uhr bis 22.10 Uhr im Berufskolleg in Viersen-Dülken. Für alle andern Kurse findet der Unterricht montags bis donnerstags statt: In Mönchengladbach und in Viersen-Dülken am Vormittag, an den Schulorten in Kempen, Krefeld und Viersen am Abend. Wer am Abendgymnasium lernen möchte, muss eine abgeschlossene Berufsausbildung und/oder eine dreijährige Berufstätigkeit (dazu zählt auch das Führen eines Familienhaushaltes) nachweisen. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 02162- 51951 oder im Internet unter www.wbk-ag.viersen.de.vu.

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Herausgeber:

Kreis Viersen - Der Landrat
Kaspar Müller-Bringmann
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