Ecke Bonk Kunstwerk kommt nach Kassel

05. November 2007.

Viele Gespräche hat Oberbürgermeister Bertram Hilgen mit dem Künstler Ecke Bonk und dessen Vertretern geführt, um die Rauminstallation „buch der wörter. book of words. random Reading“ doch noch für Kassel zu sichern. Für den Ankauf gab jetzt der Magistrat der Stadt Kassel grünes Licht. „Ich bin sehr glücklich, dass dieses Projekt nach vielen Jahren zu einem erfolgreichen Ende gekommen ist. Das ist auch den Sponsoren und der Hessischen Kulturstiftung zu verdanken, die einen Teil der Mitteln für den Ankauf und den Aufbau bereitstellen“, sagte OB Hilgen. Zukünftiger Standort solle die Neue Galerie werden, die zur Museumslandschaft Hessen Kassel gehört. Hilgen bedankte sich ausdrücklich bei dem Stadtverordneten Dr. Klaus Ostermann, dessen Einsatz ganz maßgeblich zum Abschluss des Vertrages mit dem Künstler beigetragen habe.

 

Kulturdezernent Thomas-Erik Junge erläuterte jetzt zum Abschluss des Vertrags, dass sich die Ankaufkosten des Kunstwerks auf 140.000 Euro beliefen. Der Erwerb werde anteilig finanziert aus Mitteln des Ankaufetats für die städtischen Kunstsammlungen (90 000 Euro) sowie aus Dritt- und Sponsorenmitteln. Die Aufbaukosten werden ebenfalls durch Sponsorenmittel bereitgestellt. „Durch den Erwerb der Arbeit von Ecke Bonk eröffnet sich für den Betrachter am Wirkungsort der Brüder Grimm ein neuartiger, ´“zufälliger“ Zugang ins traditionsreichste Deutsche Wörterbuch“, sagte er.

 

Das Kunstwerk „buch der Wörter“ war 2002 auf der Documenta11 gezeigt worden. Bereits 2003 hatte es Bestrebungen gegeben, das Kunstwerk von Ecke Bonk für Kassel zu erwerben, da es künstlerische, stadtgestalterische und sprachwissenschaftliche Aspekte mit direktem Bezug zur Stadt Kassel vereint.

 

Das Kunstwerk thematisiert das traditionsreiche, von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm in Kassel begonnene Deutsche Wörterbuch. Das 1838 von den beiden Gelehrten begonnene umfangreiche Vorhaben, das Herkunft und Gebrauch des deutschen Wortes umfassend erläutern sollte, konnte erst weit über hundert Jahre später, 1961, durch nachfolgende Sprachwissenschaftler beendet werden.

 

Die Arbeit, die auf Grundlage des Deutschen Wörterbuchs der Grimms entstanden ist, besteht zum einen aus 428 gerahmten Titelblättern von Lieferungen an die beiden Brüder, zum anderen aus einer Abfolge von Wandprojektionen, die über ein Zufallsprogramm die weit über 350.000 Eintragungen des Standartwerks zur Deutschen Sprache vorstellen.

 

Ecke Bonk, der sich seit Jahren mit Zeichensystemen als interdisziplinären Ausdruck von Kunst, Naturwissenschaft, Philosophie und Typographie beschäftigt, hatte auch das Logo der d11 geprägt.

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