Roland-Poster mit Collossus Magdeburgensis
Magdeburg.
Beate Bröcker, Stellvertreterin des Oberbürgermeisters und Sozialbeigeordnete der Landeshauptstadt nahm heute von Dr. Karl Feldkirch ein Poster entgegen, das insgesamt 25 Rolande aus ganz Deutschland abbildet, davon allein 14 aus Sachsen-Anhalt. Natürlich ist auch der vor zwei Jahren vor dem alten Rathaus eingeweihte Roland dabei.
Alle auf dem Plakat gezeigten Rolande sind anerkannt echte Rolande. Dr. Karl Feldkirch ist pensionierter Jurist, lebt in Ottersberg bei Bremen und beschäftigt sich seit vielen Jahren der Geschichte des Rechts und dem Phänomen „Roland“. Er ist anerkannter „Roland-Experte“, hat ein Buch zum Thema geschrieben und bietet auch öffentliche Vorträge und Führungen zum Thema an. Dr. Ferldkirch war in dieser „Mission“ auch bereits mehrfach in Magdeburg, u.a. zur Einweihung des Rolands vor dem Rathaus.
Zur Geschichte des Magdeburger Rolands
Die erste Erwähnung einer Rolandfigur kann für Magdeburg bereits für das Jahr 1419 belegt werden, wahrscheinlich ist jedoch schon im 13. Jahrhundert ein erster Roland errichtet worden. Damit gehört Magdeburg zu den ältesten Rolandstädten überhaupt.
In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde der letzte Magdeburger Roland bei der Erstürmung der Stadt im Jahre 1631 zerstört. Glücklicherweise ist diese Figur in ihrem Aussehen überliefert. In der 1588 erschienenen Chronik der Sachsen und Niedersachsen des Johannes Pomarius ist sie in Form wohl eines Holzschnittes abgebildet und wird dort mit „Colossus Magdeburgensis“ bezeichnet.
Diese Abbildung war Grundlage für die Wiederherstellung einer Rolandfigur vor dem Rathaus. Geschaffen wurde die Plastik von der Magdeburger Bildhauerin Martina Seffers. Die Wiedererrichtung des Rolands wurde ausschließlich durch Spenden finanziert. Dafür hatte sich 2005 der „Freundeskreis historischer Roland“ gegründet. Er sammelte die insgesamt benötigten 75.000 €. Die Nachbildung des historischen „Collossus Magdeburgensis“ wurde am 23. Dez. 2005 feierlich enthüllt.
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