07. Dezember 2007. In der Reihe „Mittwochs bei Grimms“ findet ein Vortrag von Sabine Köttelwesch unter dem Titel „Katharina - Königin von Westphalen“ am Mittwoch, 12. Dezember, um 18.30 Uhr, im Brüder Grimm-Museum Kassel, Palais Bellevue, Schöne Aussicht 2, statt.
Ganz im Gegensatz zu ihrem Ehemann, König Jérome von Westphalen (1784-1860), ist über Königin Katharina bisher wenig geschrieben worden. Eine umfassende Biographie fehlt: Es existieren jedoch ihre Tagebücher aus den Jahren 1811 bis 1818 und ein umfangreicher Schriftwechsel mit ihrem Vater, König Friedrich von Württemberg (1754-1860). Sabine Köttelwesch hat sich auf Spurensuche begeben und entwirft in ihrem Vortrag ein lebendiges Bild dieser ungewöhnlichen Frau.
Katharina wurde am 21. Februar 1783 als Tochter des damaligen Erbprinzen Friedrich von Württemberg in St. Petersburg geboren. Nach der Trennung der Eltern kam sie zu ihren Großeltern nach Montbéliard und erhielt dort eine ausgezeichnete Erziehung. Aus dieser für sie glücklichen Zeit stammt sicher ihre Vorliebe für die französische Sprache, für alles Französische schlechthin.
Am 23. August 1807 heiratete sie in Paris König Jérome von Westphalen. Sie hatte sich nur widerstrebend in diese aus politischem Kalkül geschlossene Ehe gefügt. „Am 10. Dezember 1807 hielt das Paar von der tiefverschneiten Wilhelmshöhe aus, die den Namen Napoleonshöhe erhielt, seinen glänzenden Einzug in die bisher so stille Residenz, die nun eine geräuschvolle Königsstadt wurde“, schreibt Paul Heidelbach.
Obwohl sich Katharina bald dem verschwenderischen Lebensstil am Hof angepasst hatte, liebte sie die Stille des Schlösschens Wilhelmsthal, nach ihr Katharinenthal benannt. Die Affären Jéromes übersah sie. Aus der Politik hielt sie sich heraus; der König besprach jedoch alle wichtigen Entscheidungen mit ihr. 1812, als König Jérome am russischen Feldzug teilnahm, führte sie die Regentschaft für ihn.
Nach Auflösung des Königreichs Westphalen im Jahr 1813 folgte sie ihm in ein wechselvolles Exil. Im Exil ging auch ihr sehnlicher Wunsch nach Kindern in Erfüllung. 1835 starb sie auf Schloss Monrepos bei Lausanne. Ihre letzten Worte galten ihrem Mann: „Ich fühle, dass sich der Tod nähert, ich fürchte ihn nicht. Das, was ich am meisten auf der Welt geliebt habe, bist du, Jérome.“
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