Weihnachtsansprache 2007
23.12.2007 | Herten
Bürgermeister Dr. Uli Paetzel:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das Weihnachtsfest steht vor der Tür, in wenigen Tagen schreiben wir das Jahr 2008. Wir halten inne, blicken zurück und fragen uns: Was wird das neue Jahr bringen.
Gerade das ablaufende Jahr hat gezeigt, wie sehr wir von der Natur abhängig sind. Der Orkan Kyrill zog Anfang des Jahres mit seinem Schrecken über Europa hinweg. Es wird immer deutlicher, dass die größte Herausforderung der nächsten Jahre der Klimawandel sein wird, auch in Europa.
Erfreulich, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, war in den zurückliegenden Monaten die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land und damit einhergehend der deutliche Rückgang der Arbeitslosigkeit. Liegt Herten durch die Beendigung des Bergbaus auch heute noch über dem Bundesdurchschnitt, so sank auch bei uns diese Zahl in einem Jahr von 14,1 auf 12,1 Prozent - einer immer noch viel zu hohen Quote!
Auf der bundespolitischen Ebene ist derzeit die Forderung nach Mindestlöhnen ein überragendes Thema. Nach der Post müssen weitere Branchen folgen, denn es ist auf Dauer nicht hinzunehmen, dass jemand trotz Vollzeitbeschäftigung seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann.
Herten hat das ablaufende Jahr gut genutzt, um sich trotz schwieriger Haushaltslage zu behaupten. Es wurden wichtige Weichen gestellt.
- Das Ziel „1.000 Arbeitsplätze auf Ewald“ ist zum Greifen nahe. Die Flächen auf dem ehem. Bergwerksgelände im Hertener Süden sind weitgehend vermarktet.
- Herten wird mit dem Zuschlag für das regionale Zentrum HYCHAIN als Wasserstoff-Kompetenz-Zentrum weiter gestärkt. Mit dem Projekt HYCHAIN soll die Alltagstauglichkeit von Wasserstoff in Fahrzeugen unter Beweis gestellt werden. Eine gute Startposition mit Aussicht auf viele Arbeitsplätze in einer neuen Zukunftsbranche.
- Beim Thema „Bildung“ können wir seit Mitte des Jahres mit Stolz feststellen: Alle Hertener Grundschulen sind zu Ganztagsschulen ausgebaut – ein weiterer wichtiger Schritt in unserer Familien- und Bildungspolitik. Auch die weiterführenden Schulen gehen den Schritt in Richtung Ganztag.
- 93 % aller Erstklässler können dank unserer verstärkten Bemühungen zur Erlernung der deutschen Sprache dem Unterricht folgen – ein großer Erfolg gegenüber dem Beginn der Fördermaßnahmen vor fünf Jahren.
- Unter der Überschrift „Integriertes Handlungskonzept Herten-Süd“ erhält der Hertener Süden seit 2005 eine mehrjährige „Frischzellenkur“, die in alle Lebensbereiche dieses Stadtteils wirkt. Unter breiter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger werden städtebauliche und ökonomische Entwicklungen mit sozialen Maßnahmen vernetzt. Es geht um Maßnahmen wie Fassadengestaltung, Straßenerneuerungen, attraktive Spielplätze aber auch um soziale und kulturelle Projekte.
Gerade hat der Rat beschlossen, auch für den Paschenberg, Langenbochum und Westerholt/Bertlich ein integriertes Handlungskonzept zu entwickeln. - Die Hauptverkehrsadern werden für die Anforderungen der Zukunft fit gemacht. So wurden Teile der Kaiserstraße in Disteln erneuert. Die Feldstraße steht kurz vor der Freigabe. Die Arbeiten auf der Herner Straße haben begonnen. Die Ewaldstraße wird kurzfristig folgen.
Auch wenn die Stadt nur über wenige Stellschrauben verfügt, so haben wir auch im ablaufenden Jahr alles daran gesetzt, die finanziellen Belastungen der Bürger in Grenzen zu halten. Dies spiegelt sich wider in den Gebühren, aber auch in der Tarifgestaltung der Hertener Stadtwerke.
Manches ist allerdings unausweichlich, weil vom Land so vorgegeben. Ich erinnere an den schwierigen Entscheidungsprozess bei der Erhöhung der Kindergartenbeiträge, die wir immerhin noch sozialverträglich gestalten konnten.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, gute Rahmenbedingungen sowie die Schaffung und Erhaltung einer ordentlichen Infrastruktur sind wichtig für das Gemeinwesen Stadt. Ganz entscheidend ist aber, dass sich die Menschen darin wohlfühlen. Herten verfügt über viel bürgerschaftliches Engagement. Noch vor Monaten haben wir mit Willi Wessel durch die Verleihung der Ehrenbürgerrechte einen Mann geehrt, der ein leuchtendes Vorbild für Gemeinsinn ist. Bei den vielen Begegnungen mit den Hertenern wird mir immer wieder deutlich, es gibt ein Wir-Gefühl in unserer Stadt. Dies ist der eigentliche Schatz, der uns alle zuversichtlich machen kann, dass wir gemeinsam die Zukunft meistern.
Zum Ausklang des alten Jahres bedanke ich mich bei allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die in unterschiedlichen Rollen Verantwortung tragen und die am öffentlichen Leben dieser Stadt teilnehmen.
Sie alle leisten einen Beitrag, dass Herten lebenswert und liebenswert bleibt. Ich verspreche Ihnen, dass wir auch im kommenden Jahr nicht nachlassen werden, mit aller Kraft an Hertens Zukunft zu arbeiten.
Ich wünsche Ihnen, verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes und gesundes Neues Jahr 2008.
Glück Auf!
Die Ansprache gibt es auch Video. Klicken Sie hierzu auf den Menüpunkt "Video-Interview" links im Navigations-Menü.



