Denkfabrik als „Ort im Land der Ideen“ eingeweiht
Wissenschaftshafen in Magdeburg wächst weiter
Magdeburg.
Im Magdeburger Wissenschaftshafen wurde heute in Anwesenheit von Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Rainer Haseloff die Denkfabrik eingeweiht. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung wurden der Pokal und die Urkunde des Bundespräsidenten Horst Köhler zur Anerkennung der Denkfabrik als offizieller „Ort im Land der Ideen“ verliehen. Die Denkfabrik gehört damit – wie auch das VDTC des Magdeburger Fraunhofer-Instituts – zu den jährlich bundesweit 365 Orten, die für die Zukunftsfähigkeit und den Ideenreichtum in Deutschland stehen.
„Die heutige Eröffnung der Denkfabrik stellt nicht nur einen weiteren Höhepunkt im Zuge der grundlegenden Veränderung des alten Handelshafens zum Wissenschaftshafen dar, sondern ist ein herausragendes Ereignis für die gesamte Entwicklung des Standortes Magdeburg und den nachhaltigen Wandel von der ‚Stadt des Schwermaschinenbaus‘ zur ‚Stadt der Wissenschaft‘“ so Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper im Rahmen der feierlichen Eröffnung.
"In unmittelbarer Nähe zur Otto-von-Guericke-Universität und den Instituten und Einrichtungen unserer Wissenschaftsmeile ist mit der Denkfabrik ein gemeinsames Dach für innovative Unternehmen entstanden, die das vorhandene Potential und die sich aus der räumlichen Nähe der verschiedenen Einrichtungen ergebenden Synergien nutzen wollen. Dass dieses Konzept ankommt, zeigt die nahezu vollständige Vermietung der Räumlichkeiten von Beginn an.“
Die Denkfabrik entstand in der Verbindung von Tradition und Moderne unter Erhaltung der historischen Bausubstanz und Hinzufügung eines transparenten Verbindungselements und Eingangsbereichs. Die ehemaligen Speichergebäude wurden dabei komplett saniert und umgebaut, das alte Getreide-Silo fast vollständig neu errichtet. Rund 4.600 m² moderne Forschungsflächen und Räume stehen nun für innovative Unternehmen und gastronomische Nutzung zur Verfügung.
9,5 Millionen Euro wurden in die Denkfabrik investiert. Der größte Teil der Summe – rund 7,3 Millionen Euro – sind Urban-21-Fördermittel aus dem Europäischen Fonds zur Regionalen Entwicklung (EFRE) sowie aus der Städtebauförderung, die sich Bund, Land und Stadt teilen.
Im Rahmen der Eröffnungsfeier nahm Magdeburgs Oberbürgermeister den Pokal und die Urkunde des Bundespräsidenten entgegen, die die Denkfabrik als einen "Ort im Land der Ideen" ausweisen. Die KGE Kommunalgrund GmbH als städtischer Entwicklungsträger hatte sich im vergangenen Jahr mit der Denkfabrik erfolgreich an einer Standortinitiative von Bundesregierung und deutscher Wirtschaft um diesen Titel beworben. Die Auszeichnung erfolgte durch Marc Melzer, Marktgebietsleiter Firmenkunden der Deutschen Bank Sachsen-Anhalt. Das Kreditinstitut ist Sponsor der Aktion.
Hintergrundinformationen
Zahlen und Fakten zur Denkfabrik
Ende 2006: Ausführung der Abbruchmaßnahmen
Januar 2007: Baubeginn
4. Juli 2007: Richtfest
Sommer 2007: Einzug der ersten Mieter
27. Dezember 2007: Fertigstellung/ Übergabe
Ursprungsbauten: ehemaliges Speicher- sowie früheres Silogebäude
– Speichergebäude wurde saniert und komplett umgebaut
– Silogebäude wurde fast vollständig neu gebaut (Zeitersparnis)
– beide Gebäude wurden durch einen Neubau mit zentralem Eingangsbereich verbunden
Fläche: ca. 4.600 m²
Nutzung: Forschungsflächen/ Räume für innovative Unternehmen, Gastronomie
Investitionen: 9,5 Mio. Euro
– davon 7,3 Mio. Urbban-21-Fördermittel aus den Programmen Städtebauförderung (Bund/Land/Stadt) sowie EFRE (EU)
Der Wissenschaftshafen
Der frühere Magdeburger Handelshafen wird von der KGE Kommunalgrund GmbH als Entwicklungsträger der Landeshauptstadt Magdeburg zu einem Wissenschaftshafen entwickelt. In unmittelbarer Nähe zu den bereits bestehenden Wissenschaftseinrichtungen Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb- und Automatisierung (IFF), Max-Planck-Institut für die Dynamik komplexer technischer Systeme, VDTC des IFF und Experimentelle Fabrik werden Areale für innovative Unternehmen und Forschungseinrichtungen geschaffen. Ziel ist die Entwicklung eines vielfältigen, lebendigen Stadtquartiers an Elbe und Hafen als Zentrum für Innovations- und Wissenstransfer sowie mit Flächen für Wohnnutzungen, Dienstleistungen, Freizeit und Tourismus. Der Umbau des Handelshafens ist ein Symbol für den Wandel Magdeburgs von der „Stadt des Schwermaschinenbaus“ zur „Stadt der Wissenschaft“.
Der Wissenschaftshafen und die IBA
Der alte Handelshafen, der zu einem Wissenschaftshafen umgestaltet wird, ist einer von drei Schauplätzen, mit denen Magdeburg an der Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 teilnimmt. 2001 und 2005 hatte sich Magdeburg in zwei Workshops mit möglichen Perspektiven für diese Flächen auseinandergesetzt und eine Entwicklungskonzeption erstellen lassen. Schnell war klar, dass hier in unmittelbarer Nähe zu Universität und Forschungseinrichtungen Potenzial für weitere Wissenschaftsinstitutionen ist. Ein Grund: Die Flächen und alten Speichergebäude des früheren Handelshafens bieten gute Voraussetzungen für Sanierung und Neubebauung und befinden sich in attraktiver Lage direkt an der Elbe. Fluss und Hafenlandschaft bilden einen wichtigen "weichen" Standortfaktor zum Forschen und Arbeiten.
"Deutschland – Land der Ideen"
"Deutschland – Land der Ideen" ist eine gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Ziel der vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ins Leben gerufenen Initiative ist es, im In- und Ausland Deutschland als innovatives, weltoffenes und begeisterungsfähiges Land zu präsentieren sowie die Stärken Deutschlands als Wirtschaftsstandort zu betonen. Schirmherr der Initiative ist Bundespräsident Horst Köhler. Koordiniert wird die Initiative "Land der Ideen" von der FC Deutschland GmbH.
"365 Orte im Land der Ideen"
"365 Orte im Land der Ideen" ist eine von der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe, die die Zukunftsfähigkeit und den Ideenreichtum Deutschlands widerspiegelt. Die Orte im Land der Ideen sind keine Städte und Gemeinden. Sie finden sich überall dort, wo Ideen entstehen, entwickelt und gefördert werden oder wo die Erinnerung an große Erfindungen und Ideen bewahrt wird. Die ausgewählten 365 Orte präsentieren sich an je einem Tag des Jahres und machen ihre Idee mit einer besonderen Veranstaltung für eine breite Öffentlichkeit erlebbar. Im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs wurden insgesamt "365 Orte im Land der Ideen" gekürt. Bis zum 15. November 2006 konnten sich kommunale Einrichtungen, Vereine, Verbände oder Initiativen aus den Bereichen Gesellschaft, Kunst, Kultur, Soziales, Bildung, Musik, Sport, Technik, Wissenschaft und Wirtschaft für den Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" 2007 bewerben (Zahl der Bewerbungen: über 1.500). Die Auswahl der 365 Orte erfolgte durch eine hochkarätige Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Martin Roth, Generaldirektor Staatliche Kunstsammlungen Dresden, und Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Die getroffene Auswahl soll den Ideenreichtum Deutschlands in all seinen Facetten und in allen Regionen widerspiegeln. Auswahlkriterien waren unter anderem die Zukunftsorientierung, die Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl, die Einzigartigkeit und die Vermittlung neuer, unerwarteter Aspekte.
Die Denkfabrik als "Ort im Land der Ideen"
Die Denkfabrik ist der 361. „Ort im Land der Ideen“ 2007. Sie gehört damit, wie auch das VDTC des Magdeburger Fraunhofer-Instituts, zu den auserwählten Orten, die für die Zukunftsfähigkeit und den Ideenreichtum in Deutschland stehen. Im Rahmen der Veranstaltung zur Eröffnung der Denkfabrik am 27. Dezember 2007 erfolgt die Übergabe des Pokals und der Urkunde des Bundespräsidenten zur Anerkennung als offizieller „Ort im Land der Ideen“.
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