Gebeine werden auf Hauptfriedhof würdig beigesetzt - Bürgermeister dankt Polizei und städtischen Ämtern

28. Januar 2008. Die bei Bauarbeiten auf dem Gelände der Universität Kassel gefundenen Gebeine werden nach der Einstellung der polizeilichen Ermittlungen und gerichtsmedizinischen Tätigkeiten in dieser Woche durch die Polizei eingesammelt und von der Kasseler Berufsfeuerwehr der Friedhofsverwaltung überbracht, teilte am Montag Bürgermeister Thomas-Erik Junge im städtischen Pressedienst mit.

Mit der zuständigen Friedhofsverwaltung sei bereits abgesprochen, so Bürgermeister Junge weiter, dass die Gebeine auf dem Hauptfriedhof nach Überführung zeitnah in einem Sammelgrab beigesetzt werden. Da es sich bei Skeletten juristisch gesehen nicht mehr um Leichen handele, würden sie normalerweise auch nicht unter die Bestattungsverordnung fallen.„Für alle Beteiligten stand jedoch eine würdige Beisetzung der Gebeine nie in Zweifel“, erklärte Junge und bedankte sich für die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Universität, Ermittlungsbehörden und städtischen Ämtern.

Hintergrund:
Bei Bauarbeiten auf einem Gelände der Universität Kassel wurden 60 menschliche Skelette gefunden. Kriminalpolizeiliche und gerichtsmedizinische Untersuchungen ergaben, dass die Skelettfunde aus einer Zeit deutlich vor dem 2. Weltkrieg stammen. Auch fanden sich an keinem der Skelette konkrete Hinweise oder Spuren von zu Lebzeiten erlittenen Gewalteinwirkungen.

Historiker vermuten, dass die Skelettfunde aus den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts stammen und die Menschen, deren Gebeine geborgen wurden, Opfer einer Typhus-Epidemie waren.

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