Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 31. Januar 2008

Internationaler Tag gegen Mädchenbeschneidung

Film "Moolaade´" am 6. Februar um 20 Uhr im Rathaus am Berliner Platz

Bocholt (pd).

Um auf die Problematik der Mädchenbeschneidung aufmerksam zu machen, zeigt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bocholt, Annette Hünting, am Mittwoch, 6. Februar, ab 20 Uhr im Rathaus, Berliner Platz 1, Raum "Aurillac", den Film "Moolaade´ - Bann der Hoffnung".

Jeden Tag werden 6.000 Mädchen beschnitten, die meisten in Afrika. Sie sind oft noch sehr jung: zwischen vier und acht Jahre alt. Bei dieser Praktik werden die äußeren Geschlechtsorgane ganz oder teilweise entfernt. Um auf die schwer wiegenden Folgen aufmerksam zu machen, werden deshalb oft auch die Begriffe "weibliche Genitalverstümmelung" oder der entsprechende englische Begriff "Female Genital Mutilation" (FGM) verwendet.

 

Auch in Deutschland ist Zwangsbeschneidung ein Thema: Hier leben etwa 59.000 Frauen aus Ländern, in denen die weibliche Genitalbeschneidung praktiziert wird. Schätzungsweise jede zweite von ihnen ist von der Zwangsbeschneidung betroffen oder bedroht. Die Mädchen werden heimlich in Deutschland beschnitten oder dazu in den Ferien in ihre Heimatländer gebracht.

 

"Moladee´ - Bann der Hoffnung" zeigt ein bewegendes Drama um Mädchen in Afrika, denen die Beschneidung droht sowie der Situation in ihrem Dorf zwischen Tradition und Moderne. Der Film ist eine großartig in Szene gesetzte Parabel über die Tradition der Beschneidung junger Mädchen in Afrika sowie den mutigen Kampf einer jungen Frau gegen die aktuelle Praxis dieses Rituals.

 

Vier Mädchen, die sich weigern sich beschneiden zu lassen, suchen Schutz bei einer Frau mit einem starken Willen, die ihre eigene Tochter vor der Beschneidung bewahrt hat. Als die anderen Bewohner des Dorfes und ihre Verwandten versuchen sie zu zwingen, sich von den Mädchen zu trennen, beruft sie sich auf den altehrwürdigen Brauch des "Mooladé", das einen unantastbaren Schutzraum, Zufluchtsstätte bietet.

 

Selbst als die Heirat ihrer Tochter durch ihre mutige Haltung gefährdet wird, behauptet sie ihre Stellung. Ein afrikanisches Drama, mit einer ergreifenden, berührenden Geschichte, vom Altmeister des afrikanischen Kinos Ousmane Sembene in großartigen Bildern erzählt.

 

Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Nähere Informationen sind bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bocholt, Annette Hünting, Tel. 953-151, erhältlich.