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Pressemitteilung der Stadt Iserlohn vom 01.02.2008


“Im Visier der Stasi - Überwachungsmethoden und Spionage der DDR”

Ausstellung im Stadtmuseum Iserlohn (3.2. - 30.3.2008)

Iserlohn. Wichtigste Stütze und Repressionsinstrument der SED-Herrschaft in der DDR war das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), dessen Aufbau ab 1950 unter Anleitung sowjetischer Offiziere nach dem Vorbild der sowjetischen Geheimpolizei vonstatten ging.

Nach seiner Gründung wuchs der Apparat im Laufe der Zeit zu einer Großbürokratie, die danach trachtete, die gesamte Gesellschaft unter Kontrolle zu bringen. Die Staatssicherheit (Stasi) mit ihren weitreichenden Polizeibefugnissen und eigenen Untersuchungsgefängnissen überwachte die Bürger und die Reiseströme zwischen Ost und West, stellte die Leibwächter der führenden DDR-Funktionäre, betrieb geheimen Waffen- und Technologiehandel und verfügte selbst über einen eigenen Fußballverein, den FC Dynamo Berlin. Zugleich war die Staatssicherheit einer der weltweit erfolgreichsten Nachrichtendienste für Spionage und Spionageabwehr. Allein das Hauptgebäude des MfS in Berlin, Normannenstraße, verfügte über 3.000 Räume.

Die Stasi-Unterlagen enthalten Informationen über nahezu jeden Bereich der DDR-Gesellschaft, denn das MfS hatte seine Augen und Ohren fast überall. Bürgerrechtler, kirchliche und ökologische Gruppen, kritische Künstler, Ausreisewillige ... gerieten ins Zentrum der Bespitzelung und Repressalien des MfS. Gegen Ende der DDR hatte die Stasi 91.000 hauptamtliche und 174.000 inoffizielle Mitarbeiter. Auf 1.000 DDR-Bürger kamen zirka sechs hauptamtliche und elf inoffizielle Mitarbeiter, was knapp 2 % der DDR-Bevölkerung ausmachte.

Um ihre Aufgaben zu erfüllen, musste die Stasi Geräte entwickeln, die der heimlichen Überwachung dienten. Damit befasste sich die Abteilung OTS (Operativ Technischer Sektor) mit über 1.000 Mitarbeitern. Sie war für die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie den Musterbau und die Kleinserienfertigung operativ-technischer Geräte und Anlagen zuständig. Die Ausstellung zeigt Mittel und Methoden der geheimen Beobachtung des Staatssicherheitsdienstes der DDR und mit welchem Einfallsreichtum und Erfindergeist nicht nur die eigene Bevölkerung, sondern jeder, der sich in der DDR aufhielt - also z. B. auch Touristen - observiert werden konnte, wenn er ins “Visier der Stasi” geraten war. Die gezeigten Objekte (Kameras mit Spezialobjektiven für die Raumüberwachung, Observationstaschen in verschiedenen Ausführungen mit eingebauten Kameras, Infrarotkoffer für die Fotografie bei Dunkelheit, Miniaturkameras für den Einbau in Kleidungsstücken, Dokumentationsgeräte für die Reproduktion von Schriftstücken bei der Durchsuchung von Wohnungen und Arbeitsplätzen, Wanzen zur Raumüberwachung ...) entstammen der Sammlung von Peter Baum. Er bearbeitet seit 1999 die OTS-Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (Forschungsarbeit im Rahmen der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR).

Peter Baum forscht seit 1999 an den Unterlagen über den “Operativ-Technischen Sektor” des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und baute gleichzeitig eine Sammlung von Obversations- und Spionagegeräten auf (siehe beigefügte Info). Mit der Ausstellung im Stadtmuseum Iserlohn wird diese Sammlung erstmalig in den alten Bundesländern gezeigt.

Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, 3. Februar, 11.00 Uhr, durch Bürgermeister Klaus Müller Einführung: Peter Baum
Ansprechpartner: Gerd Schäfer, Leiter des Stadtmuseums, Telefon: 02371 / 217-1960



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Plakat der Ausstellung

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