05. März 2008. Die Stadt Kassel wird ab Mai 2008 die Entgeltbefreiung für den Halbtagsplatz in den Kasseler Kindergärten um drei Monate erweitern. Davon profitieren alle Kinder, die im vorletzten Jahr vor der Einschulung einen Kindergarten besuchen. Die Stadt geht von zirka 850 Kindern aus. Die dazu erforderliche Änderung der Betreuungs- und Tarifordnung hat der Magistrat jetzt beschlossen. Der Beschluss soll noch vor Ostern der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.
Die Entgeltfreistellungen werden sowohl für die städtischen als auch für Kindergärten der freien Träger gelten. Für Eltern ist es nicht erforderlich, Anträge zu stellen; sie werden rechtzeitig von den Leitungen der Kindertagesstätten über die Änderung informiert.
Oberbürgermeister Hilgen zeigte sich erfreut darüber, dass seinem Vorschlag zur Erweiterung der Entgeltbefreiung im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Jahr 2008 gefolgt wird. Mit dem Magistratsbeschluss ist das förmliche Verfahren zu erweiterten Entgeltfreistellung auf den Weg gebracht worden. „Damit wird“, so Hilgen, „ein weiterer notwendiger Schritt eingeleitet, den Besuch von Kindertagesstätten als Einrichtungen der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern gänzlich von den Entgeltzahlungen zu befreien. Das dient nicht nur der Förderung von Familien mit Kindern in Kassel, sondern unterstreiche auch die Notwendigkeit, dass Kindergärten als Orte früher Bildung enorm an Bedeutung gewonnen hätten.“ Er könne jetzt an seine bereits für den Haushalt 2006 eingebrachte Initiative anknüpfen, das letzte Kindergartenbesuchsjahr von der Entgeltzahlung für einen Halbtagsplatz freizustellen. Inzwischen sei dies in Hessen ab 2007 flächendeckend eingeführt worden.
Oberbürgermeister Hilgen und Jugenddezernentin Anne Janz verwiesen darauf, dass sie in den nächsten Wochen im Rahmen des Zukunftsprogramms für die Stadt Kassel weitere Initiativen vorstellen werden, die besonders darauf gerichtet sind, die Sprachförderung im Rahmen der frühen Bildung in Kindergärten auszubauen und zu intensivieren. „Dies ist nicht nur eine bildungspolitische Notwendigkeit, sondern stellt für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund einen wichtigen Beitrag zur Integration dar. Letztendlich ist dies auch ein Beitrag zur Gestaltung des Stadtfriedens.“
OB Hilgen und Stadträtin Janz betonten weiter, dass sie nicht nachlassen wollen in ihren Bemühungen, die Kindertagesstätten insgesamt als Bildungseinrichtungen anzuerkennen und weiter dafür eintreten, die Beiträge für die Tagesbetreuung gänzlich entfallen zu lassen.
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