Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 17. März 2008

Historische Berichte und gekonnte Tanzeinlagen zur Abschlussveranstaltung des Bocholter Frauentages 2008

Historikerin Bettina Bab hielt Vortrag zum „Frauenwahlrecht in Europa“

Bocholt (pd).

Am Freitag, 14. März 2008 versammelten sich zahlreiche Besucherinnen im Bürgerzentrum Biemenhorst, um der Historikerin Bettina Bab bei ihrem Vortrag über das Frauenwahlrecht in Europa zuzuhören. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Bocholter Frauentages 2008 war das 90-jährige Bestehen des Frauenwahlrechts in Deutschland hierfür der Anlass.

Im Bürgenzentrum Biemenhorst erwartete die Gäste am Freitagnachmittag nicht nur ein besonderes Programm, sondern auch ein besonderes Ambiente. So  konnten die Besucherinnen dem fesselnden Beitrag von Bettina Bab lauschen und anschließend eine dynamische „Linedance“-Gruppe erleben. Die Veranstaltung eröffnete die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bocholt,  Annette Hünting, die sich bei allen Mitwirkenden herzlich bedankte. In einer heiteren und entspannten Atmosphäre begannen bereits die ersten Diskussionen bei Kaffee und Kuchen.

 

Anschließend erhielt Bettina Bab das Wort. Die Historikerin mit dem Schwerpunkt Frauengeschichte aus Köln, fesselte die Zuhörerinnen, als sie die Entwicklung des Frauenwahlrechts in Europa beschrieb. So sprach sie beispielsweise von Olympe de Gouges, die im Zuge der Französischen Revolution die erste Frau war, die sich für das Wahlrecht der Frauen engagierte.

Oder auch von der deutschen Schriftstellerin Hedwig Dohm, die eine wichtige Rolle für die deutschen Frauen einnahm.

 

Von Finnland, dem ersten europäischen Staat, wo Frauen seit dem 01.06.1906 zur Wahl schreiten durften, über Deutschland erst 12 Jahre später am 12.11.1918 bis hin zu den Liechtensteinerinnen, die ihr Wahlrecht erst im Jahre 1984 erhielten. „Liechtenstein hat die Entwicklung hinter den Bergen wohl verschlafen“, scherzte Bettina Bab über das späte Wahlrecht der Südeuropäerinnen. Überhaupt sei ein „Nord-Süd-Gefälle“ bei der Erringung des Frauenwahlrechts festzustellen. Von den skandinavischen Vorreiterinnen,  die es gewohnt waren, selbständiger zu sein, bis hin zu den südeuropäischen Ländern, die lange dem „Code Civil“ unterstanden, der die Frau als Teil des Mannes sah. Eine große Rolle spielten hier auch die zwei Weltkriege. Während nach dem ersten Weltkrieg viele Frauen in Mitteleuropa das Wahrecht erhielten, wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg zu großen Teilen auch in südlicheren Staaten eingeführt. „Interessant“, so die Historikerin, „ist vor allem, dass die Landsfrauen, die früh für ihr Recht kämpften, es oft sehr spät bekamen.“ Sie verwies dabei auf Frankreich und Großbritannien, die als erste Staaten eine Frauenbewegung verzeichneten.

 

Mit zahlreichen Bildern von Wahlplakaten, Demonstrationen und Erfolgen untermalte Bettina Bab ihre Erzählungen. So berichtete sie auch von unterschiedlichen Methoden, mit denen Frauen versuchten, das Wahlrecht zu erlangen, wie der Unterschriftenaktion in Island, bei der 11.000 Unterschriften gesammelt wurden, was bei der spärlichen Besiedlung mit großen Mühen verbunden war. Oder von Hindernissen, die männliche Politiker „erfanden“, um den Frauen das Wahlrecht nur eingeschränkt möglich zu machen (z. B. nur für Mütter, nur für über 30-jährige, nur für gebildete Frauen). Mit viel Wissen und großem Engagement hielt Bettina Bab ihren Vortrag, der alle Anwesenden begeisterte und fesselte und diskutierte anschließend noch angeregt mit ihren Zuhörerinnen.

 

Den Ausklang des späten Nachmittags gestaltete die einzige Bocholter „Linedance“-Gruppe „Hot Boots“,  die im „Western-Style“ und mit gekonnten Tanzkombinationen für ausgelassene Stimmung sorgte. Spätestens, als die 11 tanzenden Damen die anwesenden Zuschauerinnen in einige Tanzschritte einweihten, hatte der Bocholter Frauentag 2008 einen würdigen und stimmungsvollen Abschluss erhalten.


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Hot Boots Linedance
Hot Boots Linedance

Bettina Bab hält einen Vortrag über Frauenwahlrecht.