27. März 2008. „Es wäre verkehrs- und industriepolitisch von hoher Bedeutung, dass Deutschland eine eigene Transrapid-Anwendungsstrecke hat. Es ist ein schlechtes Signal, dass die geplante Referenzstrecke vom Münchener Hauptbahnhof zum 40 Kilometer entfernten Flughafen jetzt durch die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums und des Freistaats Bayern nicht gebaut wird“, erklärte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen zum heute verkündeten Aus des Projekts. „Alle Bundesregierungen der letzten 16 Jahre haben sich zu einer Anwendungsstrecke in Deutschland bekannt, doch dass es bisher nicht gelungen ist, auf diese Art für die Hochgeschwindigkeitstechnologie zu werben, ist traurig."
Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass Baukosten innerhalb eines halben Jahres um rund eine Milliarde Euro steigen und das Projekt damit zum Scheitern bringen. „Diese Explosion ist nicht auf die Transrapid-Technologie zurückzuführen, vielmehr muss gefragt werden, wie seriös die von der Bauindustrie vorgelegten Zahlen waren und sind.“
Zu begrüßen allerdings sei die Ankündigung der Bundesregierung und der Transrapid-Sytsemindustrie, die Transrapidtechnologie durch Investitionen in ihrer Weiterentwicklung zu fördern und die Versuchsanlage im Emsland zu erhalten.
Oberbürgermeister Hilgen erklärte, man müsse jetzt dafür werben, dass weitere Strecken im Ausland gebaut werden. China habe einen guten Anfang gemacht. Kurzfristig seien die Arbeitsplätze in Kassel noch nicht gefährdet, da sie durch die Münchner Strecke erst ab 2010/2011 gesichert werden sollten. Dennoch sei es jetzt von Bedeutung, dass weltweit weitere Transrapid- Strecken geplant und realisiert werden.
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