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Jüdische Bildung als Widerstand

Vortrag über Martin Buber im Stadtmuseum

Borken - 14. April 2008. Auch das Handeln großer Gestalten manifestiert sich häufig am lokalen Beispiel. Auf Martin Buber (1878-1965), konfessionsübergreifender jüdischer Philosoph, Bibelübersetzer, wegweisender Erwachsenenbildner und damit eine der großen geistigen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, trifft dies ebenfalls zu. Zwar blieb er in seinem philosophischen und pädagogischen Wirken dem jüdischen Kulturkreis eng verbunden und sympathisierte in seiner ersten Lebenshälfte immer wieder mit dem Zionismus, mit seinem Grundgedanken des Dialogs als Seinsprinzip des Menschen wirkte er jedoch weit in die christliche Mehrheitsgesellschaft hinein.

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht gekommen waren, legte Buber seine Honorarprofessur für Jüdische Religionslehre und Ethik an der Universität Frankfurt nieder und wirkte führend am Aufbau einer „Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung“ mit, die der Reichsvertretung der Deutschen Juden zugeordnet war und eine Form des geistigen Widerstands gegen die zunehmende Diskriminierung der Bürger jüdischen Glaubens zu organisieren suchte.

Walter Schiffer (Borken), Pädagoge, Theologe und logotherapeutischer Berater, skizziert im Stadtmuseum Borken am Mittwoch, den 16. April in der Vortragsreihe „Geschichte ist mehr“ Leben und Werk Martin Bubers und geht vor allem auf seine Tätigkeit innerhalb der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung ein. Unter dem Titel „Aufbau im Untergang“ stellt Schiffer beispielhaft zwei Tagungen im „Bröltalhaus“ zu Schönenberg am Rande des Bergischen Landes vor, an denen Buber 1934 und 1936 teilnahm. Im Mittelpunkt standen Bibelarbeiten, mit denen Buber die Seminarteilnehmer zu den Wurzeln des hebräischen Humanismus zurückführen wollte. Wie seine gesamte Tätigkeit in der Erwachsenenbildung stehen sie für das Bemühen, das geistige Selbstgewusstsein der bedrängten jüdischen Minderheit auf Basis ihrer eigenen kulturellen Traditionen zu stärken. Zu diesem Vortrag laden Volkshochschule, Heimatverein und Stadtmuseum Borken herzlich ein. Beginn: 19:30 Uhr, Eintritt: 4,00 Euro.

Pressekontakt: Stadt Borken, Pressesprecher Bernd Kemper, Tel. 02861 / 939 - 303, bernd.kemper@borken.de


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