Vorbereitungen für Ausstellung "Kulturlandschaft Elbe" laufen auf Hochtouren
IBA 2010: Offene Werkstatt lädt zum Zuschauen ein
Die Vorbereitungen der für das IBA-Jahr 2010 geplanten Ausstellung "Kulturlandschaft Elbe – Von der Quelle bis zur Mündung" laufen auf Hochtouren. In den nächsten zwei Jahren entsteht im neuen Magdeburger IBA-Shop in der Regierungsstraße 37 eine opulente Ausstellung über die Elbe und ihre angrenzenden Städte. Interessierte Besucher können sich ab Montag von den Fortschritten der Ausstellungsgestaltung überzeugen.
"Mit der geplanten Ausstellung wollen wir insgesamt 50 Städte entlang der Elbe aus 19 Regionen vorstellen", so der Leiter des Stadtplanungsamtes Dr. Eckhart Peters. "Derzeit suchen wir in den Kommunen nach Partnern, die unser Vorhaben unterstützen, um die mehr als 60 Vitrinen mit Ausstellungsstücken und Dokumenten zu füllen."
Bei der Gestaltung der Exposition sollen möglichst viele Aspekte der Städte am Fluss berücksichtigt werden. Natur und Kultur, Tradition und Innovation sowie Städtebau und Architektur gehören genauso dazu wie Handel und Verkehr, Geologie und Klima, Ökonomie und Ökologie sowie Sport und Freizeit.
Damit die Türen für Neugierige nicht verschlossen bleiben, ist das Projekt im einstigen Intershop als offene Werkstatt angelegt. Interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger können hier ab 5. Mai 2008, montags bis freitags von 9.00 bis 15.00 Uhr, die Fortschritte der Ausstellungsgestaltung verfolgen und den Mitarbeitern über die Schulter schauen.
Mit den Vorbereitungen für die Ausstellung in der offenen Werkstatt haben gleichzeitig 16 Langzeitarbeitslose mit Förderung des Jobcenters eine interessante Beschäftigung gefunden. Sie recherchieren Informationen, bauen die Präsentationsstände mit verschließbaren Glasvitrinen auf, fertigen Fotos von Gebäuden und Anlagen an, installieren Beleuchtung und Kommunikationstechnik und gestalten Flyer, Plakate und Prospekte. Getragen wird diese Maßnahme von der Gemeinnützigen Gesellschaft für Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung mbH (AQB).
Die offene Werkstatt gehört zum neuen Magdeburger IBA-Shop, den Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper am 16. April dieses Jahres offiziell eröffnet hat. Die Ladenflächen des Shops hat die IBA-Stabsstelle von der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau) angemietet. Der Ort wurde bewusst gewählt, weil er direkt am Hochufer der Elbe liegt – unweit der Sehenswürdigkeiten Dom und Kloster Unser Lieben Frauen und nur wenige Schritte vom Fluss entfernt. Mit dem neuen IBA-Shop werden die städtischen Vorhaben zur Internationalen Bauausstellung Sachsen-Anhalt 2010 (IBA) stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt. So ist seit dem Eröffnungstag die Fotoausstellung "Magdeburg im Dialog" zu sehen. Die Bilder des Fotografen Matthias Koch dokumentieren den Wandel der Stadt in den vergangenen Jahren. Er hat die Fotografien von der 28 Meter hohen Leiter seines Feuerwehrwagens aufgenommen. Aus dieser Vogelperspektive entstanden extrem scharfe Stadtansichten, die besonders den Wandel des südlichen Stadtzentrums im Blick haben.
Gedacht waren die Aufnahmen ursprünglich als Beitrag für eine Serie von Fotografieausstellungen im Rahmen des Stadtjubiläums "Magdeburg 12hundert". Als jedoch das gesamte Material vorlag, entstand die Idee für ein völlig anderes Konzept. Aus einer reinen Fotoausstellung wurde eine Präsentation, zu der auch Unternehmer, Vereine, Museen, Historiker, Stadtplaner und Politiker beigetragen haben. Diese wurden zu den einzelnen Bildern befragt. Ihre – teilweise spontanen – Assoziationen wurden in Texten festgehalten und den jeweiligen Fotografien gegenübergestellt.
Neben Ausstellungen sind im neuen IBA-Shop auch Vorträge und weitere Veranstaltungen geplant. Der Shop mit der Ausstellung und der offenen Werkstatt ist ab 5. Mai 2008 montags bis freitags von 9.00 bis 15.00 Uhr geöffnet.
Hintergrundinformationen Die Landeshauptstadt orientiert ihren Beitrag zur IBA 2010 am Leitbild "Leben an und mit der Elbe", denn der Fluss prägt maßgeblich die Identität des Stadtbildes. Aber Stadt- und Flusslandschaft waren im Prozess des stetigen gesellschaftlichen Wandels nachhaltigen Veränderungen unterworfen. Deshalb sollen die Elbe und ihre naturnahen Auen noch stärker als bislang in die Stadtlandschaft einbezogen werden.
Ziele der Magdeburger IBA-Beteiligung sind unter anderem die attraktive Gestaltung von Zugängen zur Elbe und Wegen entlang des Ufers, die Aufwertung der an die Elbe grenzenden Stadtgebiete, die Suche nach Nutzungen für Brachflächen, die Stärkung der städtischen Identität und die Schärfung des Profils als innovative Wissenschaftsstadt.
An drei IBA-Schauplätzen entlang der Elbe werden exemplarisch neue Wege der Stadtentwicklung aufgezeigt:
1. "Mehr Stadt – weniger Landschaft": Der ehemalige Handelshafen wird unter diesem Thema zu einem "Wissenschaftshafen" umgebaut. Er ist bereits heute ein schönes Beispiel für die erfolgreiche Entwicklung am Fluss. Die Landeshauptstadt entwickelt hier ein lebendiges Stadtquartier mit Flächen für Dienstleistungen, Freizeit und Tourismus. Die "Denkfabrik" und weitere wissenschaftliche Einrichtungen qualifizieren den Wissenschaftshafen zu einem Zentrum für Innovation und Wissenstransfer.
2. "Historisches Erbe am Fluss": Zweiter IBA-Schauplatz ist die Altstadt bis hin zum Elbbahnhof. Hier wird zum Beispiel mit der baulichen Entwicklung bisheriger Bahngrundstücke in unmittelbarer Nähe zum Fluss und zum südlichen Stadtzentrum eine neue Phase der Stadtentwicklung entlang der Elbe angestoßen. Ein Teil des Bereiches rund um die Elbe hat bereits wesentlich an Attraktivität gewonnen: die Elbuferpromenade wurde in vielen Bereichen verschönert, der Petriförder mit seinen Schiffsanlegestellen sowie die Lukasklause erstrahlen in neuem Glanz und die neue Brücke über das Schleinufer verbindet die touristisch attraktiven Bereiche des Domplatzes und des Fürstenwalls direkt mit einer begehbaren Ufermauer am Fluss.
3. "Weniger Stadt, mehr Landschaft": Unter diesem Thema sollen die im Südosten gelegenen Stadtteile aufgewertet werden. Hier geht es um die zukünftige Gestaltung großer ehemaliger Industrieareale. Ziel ist die Verlagerung von Gewerbestandorten – weg von der Elbe, hinein in den Bereich zwischen Hauptstraße und Trassen der Deutschen Bahn. Durch diese Verlagerung könnten neu gewonnene Landschafts-, Freizeit- und Wohnbereiche an der Elbe entstehen. Die Siedlungsstrukturen zwischen der Elbe und der Bahnlinie sollen entflochten, die Ortskerne gestärkt und ihr Bezug zur Elbe in den Mittelpunkt dieses IBA-Schauplatzes gerückt werden. Um diesen Prozess erfolgreich zu führen, hat die Stadtverwaltung Strategien für ein Flächenmanagement entwickelt.
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