13. Mai 2008. Jugendlichen, die durch riskanten Alkoholkonsum auffallen, muss schnellere und wirkungsvollere Hilfe zuteil werden, erklärte am Dienstag Stadträtin Anne Janz im städtischen Pressedienst. Zu warten, bis das Problembewusstsein groß genug sei, dass Jugendliche von sich aus eine Suchtberatungsstelle aufsuchen, bedeute, wichtige Zeit bei der Verhinderung einer drohenden Suchtgefährdung und gesundheitlichen Beeinträchtigung zu verlieren. Deshalb hätten jetzt auf ihre Veranlassung hin der städtische Drogenbeauftragte Michael Bub und die Drogenhilfe Nordhessen e.V. das lokale Frühhilfe-Angebot FRESH entwickelt. FRESH steht für Frühintervention bei riskant und erstauffällig Suchtmittel konsumierenden Heranwachsenden.
Mit FRESH wird es künftig möglich sein, konkreten Hinweisen aus der Bevölkerung, den Kliniken oder den Ordnungsbehörden nachzugehen, um Jugendliche, die altersmäßig viel zu früh oder durch einen bedenklichen Alkoholkonsum auffallen, unmittelbarer und schneller als bisher anzusprechen. Auch die Kontaktaufnahme an Jugendtreffpunkten oder in der Gastronomie wird dadurch möglich. Neben der kritischen Reflektion des eigenen Trinkverhaltens soll im Rahmen der Beratung zeitnah festgestellt werden, ob eine Suchtgefährdung vorliegt, weitere Hilfemaßnahmen erforderlich sind und eingeleitet werden müssen.
Auch das suchtpräventive Angebot sei erweitert worden, so Stadträtin Janz. So seien im vergangenen halben Jahr von der Fachstelle für Suchtprävention 47 Workshops für Schüler veranstaltet worden, die auf einen kritischen und reflektierten Umgang mit Alkohol hinwirken sollen, und Elternabende zum Thema „Schwips und Koma-Saufen“ durchgeführt worden.
Darüber hinaus wurden zwischen dem Drogenbeauftragten, der Polizei und dem Ordnungsamt konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Informationstransfers bei alkoholisierten Jugendlichen und zur Einhaltung des Jugendschutzes in der Gastronomie vereinbart. Hierzu gehört auch ein sogenannter Elternbrief. Er wird Eltern informieren, wenn ihr Kind alkoholisiert in der Öffentlichkeit angetroffen wurde und ein Überdenken des Konsumverhaltens notwendig ist.
Unterstützung und Hilfe gewährt FRESH, Drogenhilfe Nordhessen e.V., Schillerstraße 2, Kassel, Tel: 0561-103641.
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