Magdeburg unterstützt Hilfsorganisation WEISSER RING
Mitgliedsunterlagen an Beigeordneten Platz übergeben
Magdeburg.
Seit dem 1. April ist die Landeshauptstadt Mitglied im WEISSEN RING e.V. Heute übergab der Wolfgang Kummerländer, Landesbeauftragter für Sachsen-Anhalt des WEISSEN RINGES die Mitgliedsunterlagen an den Beigeordneten für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung, Holger Platz.
„Die Gewaltprävention gehört seit vielen Jahren zu den Schwerpunkten kommunaler Daseinsvorsorge und die Stadt unternimmt gemeinsam mit Polizei und Justiz erhebliche Anstrengungen, um Ordnung und Sicherheit für die Bürger zu gewährleisten“, erklärt Magdeburgs Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung Holger Platz. „Da wir jedoch Gewalt und Kriminalität nicht verhindern können, wollen wir künftig auch die Opfer stärker unterstützen. Mit der Mitgliedschaft im WEISSEN RING dehnt die Landeshauptstadt ihr Angebot für Opfer von Gewalt aus.“
Der WEISSE RING wird ab Juni an jedem 2. und 4. Dienstag im Monat von 16.00 bis 18.00 Uhr Sprechstunden im BürgerBüro West in Olvenstedt anbieten. Die Landeshauptstadt stellt dafür Beratungsräume im Rahmen ihrer Mitgliedschaft kostenlos zur Verfügung.
Die Landeshauptstadt hält für Opfer von häuslicher Gewalt mit dem Frauenhaus, der Frauenberatungsstelle, dem Notruf für Mädchen und Frauen und der Interventionsstelle umfangreiche Angebote vor, welche ohne Vertrauens- und Informationsverlust ineinander greifen. „Unsere eigenen Strukturen sind inzwischen gut vernetzt mit anderen Angeboten, z.B. den Angeboten von Wildwasser e.V., der Opferberatung der Justiz oder dem Zeugenschutz am Gericht. Mit den regelmäßigen Sprechstunden des WEISSEN RINGes wird dieses Angebot ergänzt und Betroffene haben eine weitere Anlaufstelle, wo sie Rat und Hilfe erhalten.“
Mit dem WEISSEN RING praktiziert die Landeshauptstadt seit vielen Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit. So nimmt die Organisation jedes Jahr an den Informationsveranstaltungen zum Rathausfest am 3. Oktober im Rathaus und in der Johanniskirche teil.
Im vergangenen Jahr wurde vom 13. April bis 6. Mai vom WEISSEN RING in der Festung Mark in Kooperation mit Studentinnen und Studenten der Hochschule Magdeburg/Stendal unter Leitung von Frau Prof. Pallmert die Ausstellung "Opfer - Mut zum Hinsehen" organisiert.
Insgesamt sahen sich 1.493 Besucher die sehr beeindruckende und realistische Foto- und Collagen-Ausstellung an. Zusätzlich wurden 18 Fachvorträge angeboten. Höhepunkte der Ausstellung waren die feierliche Eröffnung und die Podiumsdiskussion zum Thema: "Das Gewaltopfer in den Medien", an der auch viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Vertreter des Stadtrates teilnahmen.
Beim Politischen Runden Tisch der Frauen der Landeshauptstadt Magdeburg und im Frauen Netzwerk des Amtes für Gleichstellungsfragen sowie in der Städtischen Volkshochschule stellte der WEISSE RING in den vergangenen Jahren seine Hilfsmöglichkeiten und Angebote für Opfer von Gewaltstraftaten vor.
Hintergrund
Der WEISSE RING
... ist die einzige bundesweite Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien. Der gemeinnützige Verein tritt auch öffentlich für die Interessen der Betroffenen ein und unterstützt den Vorbeugungsgedanken. ... wurde im September 1976 in Mainz ins Leben gerufen und konnte bisher vielen hunderttausend Opfern von Kriminalität und Gewalt mit Rat und Tat zur Seite stehen.
... ist eine überparteiliche und unabhängige private Bürgerinitiative, die ihre Arbeit ausschließlich aus den Beiträgen ihrer rund 60.000 Mitglieder, aus Spenden, Stiftungen, Nachlässen sowie Zuweisungen von Geldbußen finanziert.
... kann Opfern auf vielfältige Weise helfen: von der persönlichen Betreuung nach der Straftat über Hilfestellungen im Umgang mit den Behörden, Erholungsprogramme, einem Beratungsscheck für die kostenlose Erstberatung bei einem frei gewählten Anwalt, Rechtsschutz, einem Beratungsscheck für eine kostenlose medizinisch-psychologische Erstberatung bei seelischen Belastungen infolge einer Straftat, Begleitung zu Gerichtsterminen sowie der Vermittlung von Hilfen anderer Organisationen.
... kann zusätzlich zum menschlichen Beistand bedürftigen Opfern und ihren Familien auch durch finanzielle Unterstützungen dabei helfen, tatbedingte Notlagen zu überbrücken.
... hat inzwischen vielen hunderttausend Kriminalitätsopfern und ihren Angehörigen menschlichen Beistand und immaterielle Hilfe geben können.
... konnte mit bisher mehr als 223.000 Opferhilfen auch finanzielle Unterstützung leisten. Dafür wurden seit Bestehen der Organisation bundesweit mehr als 96 Mio. € eingesetzt.
... erhält die Mittel für seine Arbeit aus Mitgliedsbeiträgen (Mindestbeitrag 2,50 € im Monat), Spenden, Nachlässen und Vermächtnissen sowie durch Zuweisungen von Geldbußen.
... fordert von Politik, Justiz und Verwaltung die Verbesserung der rechtlichen und sozialen Situation von Kriminalitätsopfern und ihren Angehörigen.
... stellte für Opferbetreuungsmaßnahmen einschließlich direkter materieller Hilfen bisher mehr als 141 Mio. Euro bereit.
... begleitet Projekte der Schadenswiedergutmachung und des Täter-Opfer- Ausgleichs.
… hat inzwischen rd. 450 Außenstellen in ganz Deutschland und ca. 2400 ehrenamtliche Mitarbeiter.
… hat in Sachsen-Anhalt 14 Außenstellen, knapp 650 Mitglieder und 134 ehrenamtliche Mitarbeiter.
… hat in Magdeburg seit 1991 rd. 295.000 € in 663 Fällen für direkte finanzielle Opferhilfen eingesetzt – u. a. für Rechtshilfen, Beratungsschecks, Ferienhilfen und Soforthilfen.
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