16. Mai 2008. Am 10. Mai 1933 gab es in zahlreichen deutschen Städten – so auch auf dem Kasseler Friedrichsplatz - groß inszenierte öffentliche Bücherverbrennungen, bei denen zehntausende Werke verfemter Autoren ins Feuer geworfen wurden. Diese Bücherverbrennungen zeigten den Hass des NS-Regimes auf das geistige und kulturelle Leben in Deutschland und waren zugleich ein Fanal für die Verfolgung Andersdenkender. Aus Anlass des 75. Jahrestages der Bücherverbrennung laden Stadtmuseum und Stadtbibliothek Kassel gemeinsam zu zwei Veranstaltungen am Mittwoch, 21. Mai, ein.
„Von der ,Eisernen Front´ zum Hakenkreuz - Kassels Weg in den Nationalsozialismus“ lautet die Überschrift für die Führung in der Dauerausstellung. Dr. Alexander Link wird die Besucher in das Thema einführen und damit auch für die folgende Lesung einstimmen. Die Führung beginnt um 18 Uhr im Eingangsbereich Stadtmuseum.
Anschließend findet am Mittwoch, 21. Mai, um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek im Rathaus eine Veranstaltung unter dem Titel „Literatur auf dem Scheiterhaufen“ statt. Sabine Wackernagel liest zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennung aus Texten von Erich Kästner, Else Lasker-Schüler, Heinrich Mann, Thomas Mann, Klaus Mann, Joseph Roth, Kurt Tucholsky und vielen anderen. Der Eintritt beträgt 3,- Euro.
„Verbrennt mich!“ schrieb Oskar Maria Graf anlässlich der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 in einem offenen Brief an die Presse in aller Welt. „Verbrennt die Werke des deutschen Geistes, - er selber wird unauslöschlich sein wie Eure Schmach.“ Und Bert Brecht dichtete: „Als das Regime befahl, Bücher mit schädlichem Wissen öffentlich zu verbrennen.... ...entdeckte ein verjagter Dichter, einer der besten, die Liste der Verbrannten studierend entsetzt, dass seine Bücher vergessen waren. Er eilte zum Schreibtisch, zornbeflügelt, und schrieb einen Brief an die Machthaber.“
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