Deutsch-Russische Städtekooperation zwischen Nowy Urengoi und Kassel wird verlängert

03. Juni 2008. Die erfolgreiche deutsch-russische Städtekooperation zwischen Kassel und dem sibirischen Nowy Urengoi erreicht eine neue Ebene: Neben dem regelmäßigen Austausch zwischen den Kommunalverwaltungen wird es nun auch ein Schüleraustauschprogramm sowie gemeinsame kulturelle Projekte geben. Zur feierlichen Unterzeichnung der neuen Kooperationsvereinbarung am Dienstag, 3. Juni, im Palais Bellevue, reist der Oberbürgermeister der sibirischen Stadt, Ivan I. Kostogriz, nach Kassel. Dort trifft er mit seinem Amtskollegen, dem Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Bertram Hilgen zusammen. „Aus dem Programm heraus sind mittlerweile viele freundschaftliche Kontakte zwischen Bürgern sowie Mitarbeitern beider Städte entstanden“, betont Bertram Hilgen anlässlich der Kooperationsverlängerung. Diese gelte es zu vertiefen und zu stärken. „Dass wir unsere erfolgreiche Kooperation immer weiter ausbauen, ist ein Zeichen für die Verbundenheit unserer Städte und der dort lebenden Menschen“, sagt Ivan I. Kostogriz.

Die Unterzeichnung der Kooperationsverlängerung findet im Rahmen der diesjährigen Wintershall-Summerschool statt. Vom 24. Mai bis 5. Juni 2008 sind sechs Beamte aus Nowy Urengoi zu Gast in Kassel. Der Fachbereich Öffentliches Management der Universität Kassel (UNIK) hat zusammen mit der Stadtverwaltung Kassel und der Wintershall Holding AG ein Programm für die Verwaltungsbeamten erarbeitet. Während der aktuellen Summerschool beschäftigen sich die Teilnehmer schwerpunktmäßig mit Möglichkeiten zum effizienten Einsatz von Energie, Modellen für Verwaltungsstrukturreformen und dem Aufbau des deutschen Bildungswesens. Ebenfalls geplant sind Besuche der Wintershall-Zentrale in Kassel, der Dispatching-Zentrale bei der WINGAS Transport GmbH & Co. KG sowie anderen Kasseler Unternehmen.

Die Vereinbarung wurde 2005 anlässlich des 30-jährigen Gründungsjubiläums der Industriestadt, die mit der Entwicklung der größten westsibirischen Gas-Kondensat-Lagerstätte Urengoi gewachsen ist, besiegelt. Die jetzt erneuerte Kooperation beinhaltet eine Zusammenarbeit der Kommunalverwaltungen, die Förderung und den Austausch von Schülern sowie den Ausbau der kulturellen Beziehungen. Die Initiatoren haben sich dabei zum Ziel gesetzt, das Wissen übereinander und gegenseitiges Verständnis füreinander zu fördern. Dazu wurden verschiedene Austauschprogramme gestartet. So finden jährlich die sogenannte Wintershall-Summerschool in Kassel und die Winterschool in Nowy Urengoi statt - fachbezogene Besuchsprogramme und Workshops zu vorab definierten Themenstellungen, vornehmlich aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltung und Bildung. Den Auftakt zur Intensivierung des kulturellen Austauschs macht 2009 eine Ausstellung zu Nowy Urengoi im Kasseler Architekturzentrum im Kulturbahnhof.

Unterstützt wird die Kooperation von dem Kasseler Öl- und Gasunternehmen Wintershall Holding AG und der russischen OOO Gazprom dobycha Urengoy, die ihren Firmensitz in Nowy Urengoi hat. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der OAO Gazprom. Mit dem weltgrößten Erdgasproduzenten ist die 100-prozentige BASF-Tochter Wintershall seit 17 Jahren im Erdgashandel tätig. Am 26. September 1990 unterzeichneten BASF und Gazprom den „Vertrag über die gaswirtschaftliche Zusammenarbeit“. Seitdem bauen die beiden Unternehmen ihre Partnerschaft im Erdgashandel sowie in der Exploration und Produktion von Erdgas weiter aus. Im Juli 2003 wurde das Gemeinschaftsunternehmen Achimgaz gegründet, das Erdgas und Kondensat aus der Achimov-Formation des westsibirischen Urengoi-Feldes fördern soll. „Unsere Zusammenarbeit ist ein Paradebeispiel für eine Partnerschaft zwischen einem deutschen und einem russischen Unternehmen“, so Andreas Priefler, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation der Wintershall. „Unsere Joint Ventures zeigen, was partnerschaftliches Handeln und interkulturelles Verständnis bewirken kann, nämlich eine enorme Intensität der Beziehungen auf verschiedenen Ebenen.“

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