Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
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Magdeburg, 04. Juni 2008
Geldspritze für Wissenschaftshafen: Magdeburg hat bei EU-Förderprojekt die Nase vorn

Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt hat den Zuschlag für ein dreijähriges Zukunftsprojekt der EU erhalten. „Es spricht für die Qualität unserer Bewerbung, dass wir uns unter 124 Bewerbungen aus 497 Städten um die URBACT-II-Förderung durchsetzen konnten“, freut sich Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Das Geld wird bei der weiteren Entwicklung unseres Wissenschaftshafens gut angelegt werden.“

Das städtische Dezernat für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammen-arbeit hatte die Bewerbung Magdeburgs im Rahmen des EU Stadtentwick-lungsprogramms URBACT II initiiert. Insgesamt 710.000 € stehen in den kommenden drei Jahren für das URBACT-II-Projekt „Restructuring Districts into Science Quarters“ (REDIS) zur Verfügung. Im Projekt arbeiten insgesamt acht europäische Städte, wobei die EU Magdeburg die Federführung übertra-gen hat.

URBACT II zielt darauf, Erfahrungen verschiedener europäischer Städte in der Stadtentwicklung auszutauschen und diese Erfahrungen allen interessierten Partnern zur Verfügung zu stellen. Die EU sieht die Städte als Zentren der wirt-schaftlich-wissenschaftlichen Entwicklung der Union an und versucht über URBACT II solche Projekte zu fördern, die Städte darin unterstützen, ihrer Funktion als Vorreiter einer gesellschaftlich-technisch-ökonomischen Entwick-lung zu entsprechen. URBACT II steht damit in der Tradition der Göteborg-Lissabon-Strategie, mit der die EU Arbeitsplätze schaffen und die Wertschöp-fung in Europa erhöhen möchte.

 

Magdeburg hat sich erstmals als „Lead Partner“ im Rahmen eines Projektan-trages bei der Union beworben. Im Zentrum der Bewerbung steht die Umges-taltung eines alten Handelshafens in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum zu einem Wissenschaftshafen, der allen Anforderungen von wissenschaftlichen Einrichtungen und innovativen Unternehmen an einen Premiumstandort ge-nügt. Gemeinsam mit europäischen Partnern sollen Ideen entwickelt werden, wie der Wissenschaftshafen weiterentwickelt werden kann und zu einem An-ziehungspunkt für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und die Bürger der Stadt wird. Im Unterschied zu anderen URBACT-Anträgen setzt das Projekt REDIS seinen Schwerpunkt auf die wissenschaftlich–wirtschaftliche Funktion von Städten.

Andere URBACT-II-Projekte beschäftigen sich mit den Themen „urbanes Wohnen“ oder „nachhaltige Stadtentwicklung“. Magdeburg will sich mit RE-DIS auf europäischer Ebene weiter als eine Stadt der Wissenschaft etablieren, in der nicht nur akademische Forschung und Entwicklung standortprägend sind, sondern innovative Ideen auch zur Industriereife gelangen. 


Investition in Magdeburg als „Stadt der Wissenschaft“
Die Fördermittel aus dem REDIS-Programm werden in die Zukunft Magde-burgs als Wissenschaftsstadt investiert. Es ist vorgesehen, in den nächsten drei Jahren gemeinsam mit europäischen Partnern und Experten „Guidelines“ (Leit-linien) für den Umbau von brachliegenden Stadtvierteln in hochmoderne und innovative Wissenschafts-Quartiere zu schaffen.

„Magdeburg spielt mit dem Umbau eines stillgelegten Hafenareals zu einem  ‚Wissenschaftshafen’ eine Vorreiterrolle in Europa“, so OB Dr. Lutz Trümper. „Viele Städte orientieren sich an diesem Projekt, es hat Vorbildfunktion für andere Kommunen, die ebenfalls Umbauprozesse zu meistern haben.“ Die EU hat der Landeshauptstadt aufgrund dieser Vorreiterrolle und der vorhandenen Erfahrungen  die Federführung im Projekt REDIS übertragen.

Neben Magdeburg nehmen weitere sieben Partnerstädte am Projekt teil. Festgelegt sind aktuell Bialystok (Polen), Arhus (Dänemark), Wien (Österreich), Halle/Saale (Deutschland), Newcastle (Großbritannien). Für die noch zu vergebenden zwei Teilnahmeplätze im REDIS-Projekt gibt es mehr als 40 Bewerbungen von Städten aus ganz Europa. Alle diese Städte wollen ein Stadtviertel in ein Wissenschaftsareal umwandeln. Als weitere Partner werden voraussichtlich Manresa (Spanien) und Piräus in Griechenland mitwirken.

Das Gesamtprojekt wird mit 70 bzw. 80 Prozent der Kosten in Abhängigkeit vom Förderstatus der jeweiligen Region durch die Union gefördert. Insgesamt stehen 710.000  € zur Verfügung, für Magdeburg allein etwa 100.000 €.

Magdeburg hatte sich in den letzten Jahren bereits darum bemüht, sich als Wis-senschaftsstadt auch auf EU-Ebene zu etablieren. Dazu gehört z.B. die Mitar-beit im Projekt ESCity, in dem sich Städte, die Wissenschaft als Motor ihrer Entwicklung nutzen wollen, zusammenfanden. Die Erfahrungen im Umgang mit europäischen Partnern hat die Stadt nunmehr dazu bewogen, sich auch erstmals als Leadpartner für ein solches EU Projekt zu bewerben.
Zukunftsvision „Wissenschaftshafen 2015“
„Als Lead Partner des REDIS-Projekts wollen wird aber nicht nur die Magde-burger Erfahrungen für andere Städte nutzbar machen“, so der Wirtschaftsbei-geordnete Dr. Klaus Puchta. „In Magdeburg selbst werden wir mit REDIS den Wissenschaftshafen bis ins Jahr 2015 weiterentwickeln.“

Zu diesem Zweck wird in den kommenden Monaten eine Zukunftsvision 2015 für den Magdeburger Wissenschaftshafen entwickelt. Dafür wird eine so ge-nannte „Local Support Group“ gebildet. Hier sollen alle wesentlichen Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und städtischem Leben einbezogen werden.

In Strategieworkshops soll diese „Local Support Group“ mit Hilfe von europäi-schen Experten und Zukunftsforschern das Szenario der modernen Wissen-schaftsstadt des Jahres 2015 entwickeln und sich auf einen konkreten Strate-gieplan verständigen, mit dem die gemeinsame Zukunftsvision in Magdeburg Schritt für Schritt umgesetzt wird.

Bereits in der Vorwoche gab es dazu erste Gespräche mit Akteuren, die die Entwicklung des Wissenschaftshafens entscheidend steuern. Prof. Willem van Winden von der Amsterdam University of Applied Science, Amsterdam School of Business and Economics, Lehrstuhl Knowledge Economy, der als Lead Experte des REDIS-Projektes fungiert, traf sich mit Prof. Klaus Erich Pollmann, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität, Dr. Gerhard Müller vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und –automatisierung (IFF), Dr. Eckhart Peters, Leiter des Stadtplanungsamtes, Dr. Dieter Scheidemann, Leiter des Fachbereiches Geodienste  und Baukoordinierung, Dr. Klaus Puchta,  Beige-ordneter für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, Prof. Ul-rich Jumar, Leiter des Institutes für Automation und Kommunikation sowie Hans-Joachim Bartsch vom städtischen Entwicklungsträger KGE Kommunal-grund. Der Besuch diente zunächst dem Informationsaustausch zwischen den Beteiligten, insbesondere zu folgenden Fragen:
- welche Ideen zur Weiterentwicklung des Wissenschaftshafens existie-ren bereits
- welche Voraussetzungen zur Umsetzung liegen vor
- welche  Bedingungen müssen noch geschaffen werden.

Im Ergebnis des Auftakttreffens wird eine Baseline-Study erarbeitet, die in etwa vier Monaten vorliegen wird. An dieser Baseline study wird sich dann ein Local Action Plan ausrichten, der weitere Maßnahmen für die Entwicklung des künftigen Wissenschaftshafens enthält.

„Es ist für Magdeburg eine große Ehre und einmalige Chance, in einem so be-deutenden EU-Projekt zur Stadtentwicklung als Leit-Kommune mitwirken zu dürfen“, so OB Dr. Trümper. „Wir werden vom Erfahrungsaustausch mit ande-ren Städten profitieren und die von der EU bereit gestellten Mittel werden der weiteren Entwicklungen unseres Wissenschaftshafens einen kräftigen Schub verleihen.“



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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
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