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Kontemplative Klänge
Kunstverein präsentiert „Commentari“ zur Hl. Ursula
Borken - 06. Juni 2008. „Commentari“ lautet der Titel eines spannenden und erfolgreichen Konzertprojekts, das die Komponistin, Jazz-Trompeterin und Performance-Künstlerin Dorothee Hahne 1999 für den Romanischen Sommer in Köln geschrieben hat, um die besondere Akustik eines Kirchenraumes zur Wirkung zu bringen. Zusammen mit der international renommierten Flötenvirtuosin und Hochschulprofessorin Dorothee Oberlinger ließ sie in der St. Ursula-Kirche zu Köln unterschiedliche Musiktraditionen des 12. und 13. Jahrhunderts in Dialog treten. Mit mittelalterlichen und modernen Blockflöten, Didgeridooklängen und einer computergestützten Live-Elektronik verarbeiteten die beiden Musikerinnen Grundformen des Gregorianischen Gesangs und erzeugten kreisende Raumklänge. Im Rahmen der MAF-Räderscheidt-Ausstellung des Kunstvereins Borken wird das Werk am Sonntag, den 15. Juni auch im Großen Saal des Borkener Stadtmuseums, der 625 Jahre alten Heilig-Geist-Kirche, aufgeführt.
Der Ausgangspunkt der Komposition, die Märtyrerlegende der Hl. Ursula in der Vertonung der Hildegard von Bingen, wird schrittweise musikalisch „kommentiert“ durch mittelalterliche Lieder der jüdisch-spanischen Kultur, wie sie im Codex Levi gesammelt sind, und durch liturgische Gesänge des 13. Jahrhunderts aus dem spanischen Zisterzienserkloster Las Huelgas. In der bedeutenden Liedersammlung dieses Klosters flossen arabische, jüdische und christliche Elemente zusammen und führten im Spätmittelalter zu ganz neuen musikalisch-poetischen Formen. Dorothee Hahnes „Commentari“ gleichen Reflexionen, die sich verselbständigen. Kontemplation und Mystik, wie sie Hildegard von Bingen zu eigen war, werden in ganz neue, zeitgenössische Formen überführt.
Dorothee Hahne begann bereits 1987, neben ihrem Trompetenstudium zu komponieren. Ausgezeichnet mit zahlreichen Stipendien und Preisen, enstanden Konzertprojekte, Hörspiele, Filmmusik, Performances, Auftragskompositionen und Klanginstallationen. 2002 gründete sie in Schöppingen unter dem Namen „newsic“ ein Studio samt Verlag für Neue Musik und Hörbuch-Produktionen. Die in Köln lebende Dorothee Oberlinger studierte Blockflöte in Köln, Amsterdam und Mailand. Mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, gastiert sie als Solistin und mit verschiedenen Ensembles in Europa, USA und Japan. Als Professorin unterrichtet sie an den Musikhochschulen in Köln und Salzburg. > Beginn: Sonntag, 15. Juni, 17:00 Uhr im Stadtmuseum Borken > Eintritt: 8,00 €, ermäßigt 6,00 €, Kinder und Jugendliche frei > Vorverkauf: Reisebüro Menchen, BZ-Ticketcenter am Markt, Info-Zentrale im Rathaus > Vorbestellungen telefonisch unter 02861 / 939-0, per E-Mail an stadtmuseum@borken.de
Pressekontakt: Stadt Borken, Pressesprecher Bernd Kemper, Tel. 02861 / 939 - 303, bernd.kemper@borken.de
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Die Flötenvirtuosin Dorothee Oberlinger im Konzert mit Dorothee Hahne (im Hintergrund links).
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