03. Juli 2008. „Dass die Qualität der Kinderbetreuung weiter verbessert werden muss, da sind wir mit Sozialministerin Lautenschläger einig“, erklärten am Donnerstag in einer gemeinsamen Stellungnahme Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Jugenddezernentin Anne Janz im städtischen Pressedienst. Lautenschläger hatte in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur eine Debatte über die Qualität der Kinderbetreuung gefordert und die Anhebung des Betreuungsschlüssels von derzeit 1,5 Erzieherstellen pro Kindergruppe auf zwei Stellen angeregt.
„Diesem Vorschlag stehen wir grundsätzlich positiv gegenüber! Die Anhebung des Betreuungsschlüssels ist ein längst notwendiger Schritt in die richtige Richtung“, meinten Hilgen und Janz. Deshalb habe die Stadt bereits in der Vergangenheit in einzelnen Bereichen Qualitätsverbesserungen in Kitas durch personelle Zuschläge in Höhe einer viertel Stelle pro Gruppe realisiert. Ebenfalls für die Gruppen, in denen unter dreijährige Kinder betreut werden, finanziere die Stadt den Trägern schon jetzt einen erhöhten Personalschlüssel zwischen 1,75 und zwei Erzieherstellen, erläuterte Stadträtin Janz weiter.
Es könne aber nicht sein, dass die ohnehin schon an der Grenze ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit angekommenen Kommunen für die zusätzlichen Mehrkosten aufkommen müssten, die bei einer Umsetzung der Lautenschläger-Vorschläge anfielen, machte der Kasseler Oberbürgermeister deutlich. Bei der Stadt Kassel seien dies immerhin fast 5,2 Millionen Euro pro Jahr. Hier sei eindeutig das Land gefordert.
Nach den Erfahrungen in der Vergangenheit sei aber zu befürchten, dass das Land erneut Wohltaten verteile, für die dann Städte und Gemeinden die Zeche zu zahlen hätten. Im Übrigen setze sich die Ministerin in Widerspruch zu den Haushaltsauflagen, die das Regierungspräsidium festgelegt habe. Während die Aufsichtsbehörde zum Abbau der Schulden fordere, dass keine zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt würden, führe die Forderung der Sozialministerin zu einer beträchtlichen Erhöhung von Personalstellen bei der Stadt. Auch bei dem Kinderbetreuungsthema gelte der Grundsatz „Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch!“, so OB Hilgen und Stadträtin Janz abschließend.
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