BIB-Programm ist großer Erfolg und soll fortgesetzt werden
Magdeburg.
Mit dem 2006 beschlossenen jugendpolitischen Programm zur beruflichen und sozialen Integration benachteiligter junger Menschen wurde ein Bündel präventiver Maßnahmen entwickelt, die alle dem Ziel der Verhinderung von Arbeitslosigkeit und lebenslanger Alimentierung junger Menschen dienen. In Ergänzung zu den Aufgaben der Schulen, der Agentur für Arbeit und der ARGE zielt das Programm auf eine effektivere Unterstützung einer an den individuellen Problemlagen ausgerichteten Betreuung und Förderung benachteiligter junger Menschen.
Die jahrelangen Erfahrungen mit Schulsozialarbeit haben zudem gezeigt, dass sich Schulsozialarbeit als eine besonders intensive und wirksame Form der Kooperation von Jugendhilfe und Schule bewährt hat, wenn sie kontinuierlich und eigenständig im Schulalltag verankert ist. Sie ist von zentraler Bedeutung bei der Weiterentwicklung des Bildungswesens zu einem Gesamtsystem von Bildung, Erziehung und Betreuung.
So konnten im Rahmen von Hilfen im Einzelfall 2007 insgesamt 1.092 Schüler (davon 562 Mädchen) unterstützt werden. Gut 6.800 Schülerinnen und Schüler haben von Gruppenangeboten wie zum Beispiel zur beruflichen Orientierung und zu Konfliktlösungsstrategien profitieren können. Über 300 Eltern wurden (außerhalb von konkreten Einzelfällen) beraten und unterstützt, z. B. in Elterncafés, thematischen Elternabenden oder bei Elternbildungswochenenden.
Die Intensivierung der Schulsozialarbeit im Rahmen des BIB trug dazu bei, dass die Zahl der Schulabgänger/-innen ohne Hauptschulabschluss gesenkt werden konnte. Sie lag zum Ende des Schuljahres 2006/07 bei 7,6 % und damit unter dem Landesdurchschnitt von 8 %. Zwei Jahre zuvor lag sie noch deutlich über dem Landesdurchschnitt. Gleichzeitig ist auch die Zahl der Schulabgänger mit einem Abschluss der Schule für Lernbehinderte gesunken, was darauf schließen lässt, dass die Bemühungen der Förderzentren in Verbindung mit der sozialpädagogischen Unterstützung durch Schulsozialarbeit dazu beigetragen haben, dass Schüler/-innen der Förderschulen zum Hauptschulabschluss geführt werden. Dies wird u. a. durch Kooperationsklassen an Sekundarschulen erreicht.
Unter den derzeitigen Bedingungen der Arbeits- und Lebenswelt sind viele junge Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf auf professionelle Unterstützung angewiesen. Dem werden die Angebote der Jugendsozialarbeit, wie z. B. die fünf Jugendwerkstätten, die Jugendkompetenzagentur „JuKoMa“ und zwei Jugendmigrationsdienste gerecht. Die Jugendwerkstätten förderten mit intensiven sozialpädagogischen und berufsbildenden Angeboten in den vergangenen zwei Jahren ca. 300 junge Menschen. Bei der Vermittlung der Teilnehmer/-innen in geeignete andere Maßnahmen, Ausbildung und Arbeit erreichten sie Integrationsquoten zwischen 11 und 50 %.
Die Jugendmigrationsdienste (JMD) der AWO und des Internationalen Bundes für Sozialarbeit (IB) haben sich als Einrichtungen zur Beratung, Begleitung und Bildung von jugendlichen Migranten/-innen (nicht mehr nur Aussiedler/-innen) sowie zur Koordinierung und Vernetzung gezielter Hilfen für die berufliche und soziale Integration profiliert. Allein durch den JMD des IB wurden 2006/07 insgesamt ca. 400 jugendliche Migranten/-innen und Aussiedler/-innen beraten und betreut. Besondere Maßnahmen sind dabei für Migrantinnen, Migranten notwendig, die von Zwangsverheiratung/ Ehrenmorden bedroht sind, da diese Situationen sich besonders auf die berufliche Entwicklung auswirken.
„Nach zwei Jahren Laufzeit des BIB-Programms kann eingeschätzt werden, dass die Kombination von sozialpädagogischer Begleitung und beruflicher Orientierung geeignet und notwendig ist, um eine nachhaltige soziale und berufliche Integration für benachteiligte Jugendliche zu sichern“, zieht Magdeburgs Sozialbeigeordnete ein erstes Resümee. „Das in den zurückliegenden Jahren entstandene Netzwerk aus Jugendhilfe, Schulsozialarbeit und Arbeitsförderung muss dauerhaft etabliert und ergänzt werden. Die Fortsetzung des BIB-Programmes bietet dafür eine solide Basis und gibt uns die Möglichkeit, die Priorität stärker auf Schulverweigerung und Schulversagen zu setzen.“
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