11. August 2008. An insgesamt acht Kasseler Schulen startet zum diesjährigen Schuljahresbeginn das Übergangsmanagement Schule - Beruf für Hauptschülerinnen und Hauptschüler. Wie Stadträtin Anne Janz dazu erläuterte, werde das Übergangsmanagement dazu beitragen, Hauptschülerinnen und Hauptschüler besser auf den Einstieg in das Berufsleben vorzubereiten, um mehr Jugendlichen nach dem Hauptschulabschluss direkt in eine betriebliche Berufsausbildung zu vermitteln. Jugendliche landeten zu oft in Warteschleifen ohne wirkliche Anschlussperspektive.
Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel wies darauf hin, auch wenn sich die Lage auf dem Kasseler Ausbildungsstellenmarkt gegenüber dem Vorjahr verbessert habe, klaffe dennoch eine deutliche, insbesondere qualitative Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Besonders Jugendliche mit Hauptschulabschlüssen oder ohne Schulabschluss erfüllten nicht immer die Erwartungen der Ausbildungsbetriebe bzw. schätzten ihre Kompetenzen falsch ein und hätten deshalb deutlich schlechtere Startchancen.
Um dieser Problematik entgegenzuwirken, hat die Kasseler Stadtverordnetenversammlung im Februar 2007 den Magistrat aufgefordert, ein Konzept zu entwickeln, wie der Übergang von der Schule in den Beruf für Hauptschülerinnen und Hauptschüler verbessert werden kann. Unter Beteiligung des Staatlichen Schulamtes, der Agentur für Arbeit, der Arbeitsförderung der Stadt Kassel, der Schulen, Betriebe und der Jugendberufshilfe entwickelten städtische Fachleute des Kasseler Übergangsmanagements Schule - Beruf ein Konzept, das von der Stadtverordnetenversammlung im Mai beschlossen wurde. Umgesetzt wird das Projekt von der Stadt Kassel in enger Kooperation mit der JAFKA gGmbH für Aus- und Fortbildung. Die Gesamtkoordination übernimmt die Fachstelle Jugendberufshilfe des Jugendamtes der Stadt Kassel.
Im Rahmen des Kasseler Übergangsmanagement Schule - Beruf werden an der Schule Hegelsberg, der Offenen Schule Waldau, der Fasanenhofschule, der Josef-von-Eichendorff-Schule, der Carl-Schomburg-Schule, der Valentin-Traudt-Schule, der Johann-Amos-Comenius-Schule und der Georg-August-Zinn-Schule Übergangsmanagerinnen und -manager eingesetzt.
Ziel dabei ist es, die Schulen bei ihrer Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler auf ihre Berufswahl und ihren Beruf vorzubereiten, zu unterstützen. Die Berufsorientierungsaktivitäten im Rahmen des Schulprogramms sollen koordiniert und ausgebaut werden.
Hierfür bietet das Übergangsmanagement verschiedene Möglichkeiten wie Probierwerkstätten, Kompetenzfeststellungsverfahren, Elterncoaching, Betriebskontakte und den Einsatz von ehrenamtlichen Mentoren an. Die von den Schulen bereits praktizierten Berufsorientierungskonzepte und die verschiedenen Angebote unterschiedlicher Träger werden Bestandteile des Übergangsmanagements.
Neu ist die koordinierte Zusammenarbeit aller am Übergang Schule – Beruf beteiligten Institutionen. Jugend- und Schuldezernentin Anne Janz dazu: „Bisher haben wir ein Nebeneinander von Zuständigkeiten. Das soll sich durch das Übergangsmanagement ändern. Wir bündeln unsere Ressourcen und können die Schülerinnen und Schüler so besser auf Ausbildung und Beruf vorbereiten.“
Das Projekt ist zunächst auf vier Jahre angelegt, soll aber bei erfolgreichem Verlauf dauerhaft an den Schulen etabliert werden.
Der Stadtkämmerer wies darauf hin, das Kasseler Übergangsmanagement werde von der Stadt Kassel und der Agentur für Arbeit Kassel finanziert. Mittel aus verschiedenen Förderprogrammen flößen ebenfalls ein.
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