13. August 2008
Kreis Viersen
Schulleiter Dr. Hans-Joachim Kornblum ließ den Chemieraum und die beiden angrenzenden Klassenzimmer sofort räumen. Eine Räumung der Schule war in Absprache mit dem LKA nicht erforderlich. Deshalb reichte es auch aus, die Pikrinsäure erst nach Unterrichtsschluss zu sprengen. Hierfür wurde ein 30 Zentimeter tiefes Loch gegraben und die Sprengladung elektrisch gezündet. Die Detonation war weithin hörbar. Die Polizei in Kempen hatte die Schule weiträumig abgesperrt. Auch die Feuerwehr und die Rettungswache Kempen waren bei dem Einsatz vor Ort.
Das Schulamt des Kreises Viersen hat in der Zwischenzeit alle Schulen, die sich in der Trägerschaft des Kreises Viersen befinden, auf weitere Pikrinsäure-Bestände überprüft. Bis auf das Berufskolleg Kempen wurden keine weiteren Funde gemacht.
Hintergrund:
Pikrinsäure wird aus Phenol und Salpetersäure gewonnen. Die Chemikalie wird im Chemieunterricht für eine ganze Reihe von Experimenten genutzt. So kann damit Seide oder Wolle eingefärbt werden. Zudem lässt sich mit der Säure Zucker in einer Blutprobe nachweisen.
In flüssiger Form ist Pikrinsäure ungefährlich. Trocknet sie allerdings, bilden die Kristalle der Säure einen hochexplosiven Sprengstoff. Trockene Pikrinsäure hat eine höhere Sprengkraft als TNT. Allein das Aufschrauben des Gefäßes, in dem sich die getrocknete Säure befindet, kann zur Explosion führen. Dazu kommt, dass Pikrinsäure giftig ist. Bei Kontakt führt die Chemikalie zu allergischen Reaktionen bis hin zu Verbrennungen.
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