Fraktionsübergreifende Erklärung des Stadtrates und Schweigeminute für getöteten Studenten Rick L.
Der Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg hat heute mit einer Schweigeminute und einer gemeinsamen, fraktionsübergreifenden Erklärung an den getöteten Studenten Rick L. erinnert. Er war in der Nacht zum 16. August 2008 in Magdeburg so schwer durch Schläge und Tritte verletzt worden, dass er an seinem eigenen Blut erstickte.
Der Vorsitzende des Stadtrates, Jens Ansorge, verlas zu Beginn der Sitzung die von allen Fraktionen getragene Erklärung, die auf Initiative der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen entstand. Im Anschluss gedachten die Stadträte mit einer Schweigeminute Rick L. Der Stadtrat setzte damit ein deutliches Zeichen gegen rechtsextreme Gewalt in Magdeburg und rief die Magdeburgerinnen und Magdeburger auf, sich am kommenden Samstag, den 6. September 2008, an der Kundgebung "Augen auf gegen rechte Gewalt", zu beteiligen. Die Veranstaltung, die das Magdeburger Bündnis gegen Rechts organisiert, beginnt um 11.00 Uhr an der Kreuzung Breiter Weg/Ernst-Reuter-Allee.
Folgende Erklärung haben die Fraktionen des Stadtrates verabschiedet:
In der Nacht zum 16. August 2008 wurde der 20-jährige Student Rick L. in der Nähe der Diskothek „Funpark“ in Magdeburg-Reform so schwer durch Schläge und Tritte verletzt, dass er an seinem eigenen Blut erstickte.
Zwei Tage nach der Tat nahm die Polizei den wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und räuberischer Erpressung zu einer Haftstrafe verurteilten Rechtsextremisten Bastian O. fest. Die Staatsanwaltschaft beschreibt den dringend tatverdächtigen Mann als eindeutig der rechtsextremen Szene zugehörig.
Der Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg verurteilt die schreckliche Gewalttat auf das Schärfste und spricht der Familie des Opfers sein tiefes Mitgefühl aus.
Der Stadtrat bringt sein tiefstes Bedauern darüber zum Ausdruck, dass nach den tödlichen Überfällen auf Thorsten Lamprecht 1992 und Frank Böttcher 1997 mit Rick L. das nunmehr vermutlich dritte Todesopfer rechtsextremer Gewalt seit der Wiedervereinigung in der Landeshauptstadt Magdeburg zu beklagen ist.
Die sinnlose und brutale Tötung des jungen Mannes zeigt uns auf tragische Weise eine der Folgen der menschenverachtenden Ideologie der Rechtsextremen. Die Tat erinnert uns auch daran, wie wichtig es ist, jeglichen Aktivitäten rechtsextremer Gruppierungen entschieden und mit allen Mitteln des demokratischen Rechtsstaates entgegenzutreten.
Es ist unser Auftrag, als gewählte Vertreterinnen und Vertreter im Magdeburger Stadtrat, rechtsextremem Gedankengut und einem Weltbild, das sich auf den Hass gegen alles Anderssein oder Andersleben stützt, ständig entgegenzuwirken. Dieser Auftrag muss in Zukunft noch stärker ein Teil unserer politischen Arbeit werden.
Wir rufen daher alle Magdeburgerinnen und Magdeburger auf, sich am Samstag, den 6. September 2008 an der Kundgebung „Augen auf gegen rechte Gewalt“, die das Magdeburger Bündnis gegen Rechts in der Magdeburger Innenstadt veranstaltet, zu beteiligen. Die Veranstaltung beginnt um 11.00 Uhr an der Kreuzung Breiter Weg / Ernst-Reuter-Allee.
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