07. Oktober 2008. Auf Initiative von Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky sind erstmals die Stadtoberhäupter der hessischen Brüder-Grimm-Städte Kassel, Marburg, Steinau und Hanau zum offenen Gedankenaustausch zusammengetroffen. Die Oberbürgermeister von Kassel und Marburg, Bertram Hilgen und Egon Vaupel, sowie Steinaus Bürgermeister Walter Strauch kamen mit Kaminsky überein, sich künftig regelmäßig zu treffen. Beim nächsten Mal lädt OB Hilgen nach Kassel ein. „Uns eint, dass uns das Thema Brüder Grimm am Herzen liegt“, betonte Kaminsky in Übereinstimmung mit seinen Amtskollegen. Jedes Stadtoberhaupt an seiner Wirkungsstätte sei bemüht, das bedeutende Schaffen der Grimms als Märchensammler, Sprachschöpfer, Politiker, Wissenschaftler und Künstler noch mehr öffentlich herauszustellen. Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen sagte, die in den einzelnen Städten geplanten Projekte müssten so unterscheidbar sein, dass sie sich sinnvoll ergänzten. Unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte zu setzen, verbessere auch die Chance, dass Touristen wirklich alle hessischen Grimm-Städten auf einer Route interessant finden könnten.
Marburgs Oberbürgermeister Vaupel brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass auch das Land Hessen sich in seiner Tourismus-Werbung noch mehr auf die „Grimms als Aushängeschilder“ konzentriere. Erfolgver-sprechende Ansätze gebe es bereits.
Bürgermeister Walter Strauch nahm für seine Stadt in Anspruch, analog zum Lebensweg der Grimms bei den musealen Angeboten im Bergwinkel „eine Brücke zu bauen zwischen Hanau und Kassel“. Er zeigte sich beeindruckt von der Konzeption des in Hanau geplanten Brüder-Grimm-Kulturzentrums als touristischer Magnet.
Burkhard Kling, Leiter des Brüder-Grimm-Hauses und des Museums Steinau, berichtete von der konzeptionellen Weiterentwicklung der Stätten, in denen die Familie Grimm einst lebte. Dafür erhielt Steinau unlängst den Museums-Förderpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Kassels Oberbürgermeister Hilgen berichtete, dass bis zur 1100-Jahr-Feier der Stadt 2013 das Stadtmuseum grundlegend saniert und erweitert werde. Zudem sei das Land Hessen bereit, der Stadt Kassel das Torwache-Gebäude als ehemalige Wohnstätte der Familie Grimm zu überlassen. Über die Bedingungen im Einzelnen müsse noch Übereinstimmung erzielt werden. Auf dem Weinberg plane die Stadt ein neues Grimm-Museum, das gemeinsam mit dem Tapetenmuseum, das das Land dort bauen wolle, errichtet werden könne. Für den Ausbau der Museumslandschaft in Kassel stünden insgesamt 20 Millionen Euro im städtischen Haushalt zur Verfügung. Dr. Richard Laufner, Fachdienstleiter Kultur der Stadt Marburg, bescheinigte der Stadt Hanau, vom konzeptionellen Herangehen an das geplante Brüder-Grimm-Kulturzentrum (BGKUZ) lernen zu können. Das hatte Martin Hoppe, BGKUZ-Projektleiter der Hanauer Stadtver-waltung, eingangs vorgestellt. Er, wie auch Hanaus Kulturmanager Klaus-Dieter Stork betonten, die Grimm-Städte sollten sich gegenseitig befruchten, um die Menschen auf eine „interessante hessische Grimm-Reise“ schicken zu können.
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