„Kopflos“ – Multimediale Lesung über ein gewagtes Experiment
12.11.2008 | Herten
Bestsellerautorin Charlotte Kerner im Glashaus
Ihr erster Erfolgsroman „Blueprint“ wurde mit Weltstar Franka Potente verfilmt. Nun stellt die Autorin Charlotte Kerner am Dienstag, 18. November, um 19.30 Uhr ihren neuen Roman „Kopflos“ vor. Bei der multimedialen Lesung im Glashaus Herten tauchen die Gäste in die Tiefen ihres neuen Romans ein. Ein äußerst kontroverses Experiment gelingt: Der Kopf eines Schwerstverletzten wird auf den Körper eines anderen, hirntoten Unfallopfers transplantiert.
Künstler Gero von Hutten wird bei einem Unfall so schwer verletzt, dass er seinen Körper nicht mehr bewegen kann. Seine Hände, die unerlässlich sind für seine Arbeit, wird er nie mehr benutzen können. Die einzige Hoffnung für ihn und seine Frau Yvonne ist eine riskante, noch nie gewagte Operation: Geros Körper soll durch den eines anderen Unfallopfers, des hirntoten Studenten Josef Merzig, ersetzt werden.
Doch nachdem die spektakuläre Operation erfolgreich verlaufen ist, werden alle Beteiligten vor neue Fragen und Herausforderungen gestellt. Ist dieser Mensch, mit dem Yvonne nach der Operation zusammenlebt, noch Gero – oder liebt sie nun Josef, den Körper? Wo befindet sich der Sitz unseres Wesens, was macht uns aus, und sind wir mehr als unser Gehirn? – Charlotte Kerner erzählt von einem Experiment, das die Frage nach der menschlichen Identität ganz neu stellt.
Der Eintritt für die Lesung „Kopflos“ mit Charlotte Kerner kostet 8 Euro im Vorverkauf und 10 Euro an der Abendkasse. Für Schüler, Studenten und Hertenpass-Inhaber sind die Karten ermäßigt und kosten 5 Euro. Die Veranstaltung findet statt im Glashaus Herten, Hermannstraße 16. Karten gibt es direkt im Glashaus: 02366 / 303 651, bei der Buchhandlung Droste in Herten und der Buchhandlung Attatroll in Recklinghausen. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer: 02366 / 303 543.
Hintergrund:
Schon in anderen Arbeiten hat sich Charlotte Kerner mit wissenschaftlichen Themen befasst. Anlass zu ihrem aktuellen Roman „Kopflos“ war nicht nur das generelle Interesse, sondern die jüngsten Transplantations-Experimente des Amerikaners Robert White. Dieser hatte zu Beginn des Jahrtausends Köpfe von lebenden Affen auf andere Affenkörper verpflanzt. Die zahlreichen Publikationen und Debatten - Kerners Mann ist Neurologe - verfolgte sie mit großem Interesse, und so reifte die Idee für das Buch.
Obwohl sie Mary Shelleys berühmten Roman als Folie benutzte, schrieb sie eher eine „Anti-Frankenstein-Geschichte“. „Da gibt es keinen verrückten Wissenschaftler, der im Geheimen experimentiert. Die Ärztin wird von den Angehörigen gedrängt, den Schritt zu wagen. Es sind also ganz andere Motive. Der Druck kommt heute eher von außen“, erklärt Charlotte Kerner.
„Die Experimente sind tatsächlich durchgeführt worden, wenn auch mit Tieren. Derzeit forscht man intensiv daran, ob das Rückenmark wieder zusammenwachsen kann. Und die Wissenschaftler halten dafür einen Zeitraum von 60 bis 70 Jahren durchaus für realistisch. Ich habe eine Zukunft gewählt, die nicht so weit von uns entfernt ist. Denn wir treffen ja jetzt Entscheidungen, die später Wirklichkeit werden“, so die Autorin.
Pressekontakt: Pressestelle, Anne Schwierz, Telefon: 02366/303180, E-Mail: a.schwierz@herten.de



