Kreis Steinfurt. Das Europäische Zentrum für Krankheitsverhütung und Kontrolle hat den 18. November zum Ersten Europäischen Antibiotikatag erklärt. Ziel ist es, über den oft unnötigen Antibiotika-Einsatz zu informieren und zu einem umsichtigen Gebrauch von Antibiotika aufzurufen.
Die Krankenhäuser im Kreis Steinfurt haben sich schon seit langem auf diese Problematik eingestellt. Alle Krankenhäuser haben Arzneimittelkommissionen gegründet, die die Wirksamkeit der eingesetzten Antibiotika beobachten. Stellt sich heraus, dass bestimmte Stoffe weniger wirksam werden, wird rechtzeitig auf andere Präparate umgestellt. Das Kreis-Gesundheitsamt ist gesetzlich verpflichtet, dem Problem der Antibiotikaresistenz bei seinen regelmäßigen Begehungen nachzugehen.
„Auch im ambulanten Bereich wird vor der Verordnung von Antibiotika gründlich abgewogen, ob diese Behandlung für den Patienten angemessen ist“, so Dr. Detlef Schmeer, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes. Es werde versucht, die Gabe dieser Medikamente so zu regeln, dass für den Patienten eine schnelle Heilung erzielt werde und keine Resistenzen entständen.
Dr. Schmeer rät dringend dazu, dass der Patient seinem behandelnden Arzt die Entscheidung pro oder contra Antibiotikum überlässt. „Falsch ist, den Arzt zu bedrängen, ihm unbedingt ein Antibiotikum zu verordnen.“ Der zügellose Einsatz von Antibiotika könne dazu führen, dass diese Medikamente unwirksam werden.