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Pressemitteilung vom
26. November 2008
Nächster Schritt für neues Klostermuseum

Zierenberg. Nachdem die Machbarkeitsstudie für ein neues Klostermuseum im Zierenberger Stadtteil Burghasungen positiv ausgefallen ist und mit dem Verein Klostermuseum auch ein Träger der neuen überregional ausstrahlenden Einrichtung feststeht, kann jetzt der nächste Schritt zur Realisierung erfolgen. „Die Stadt Zierenberg wird in Kooperation mit dem Trägerverein, dem Hessischen Museumsverband und dem Regionalmuseum Wolfhager Land die Erstellung eines Ausstellungskonzepts beauftragen“, kündigte Landrat Dr. Udo Schlitzberger bei einem Besuch in Burghasungen an. Dieses Konzept solle die in der Ausstellung zu behandelnden Themen strukturieren und Möglichkeiten einer publikumswirksamen Präsentation aufzeigen. Dr. Schlitzberger: „Im Gegensatz zu vielen anderen Museen an Orten mit großer geschichtlicher Bedeutung kann man in Burghasungen leider nur noch in sehr geringem Umfang direkt auf die Zeugnisse der Vergangenheit zurückgreifen“. Das Kloster steht nicht mehr und die Versuche, die noch zu sehenden Reste für den Besucher nachvollziehbarer aufzubereiten, gestalteten sich schwierig. „Mit dem Eco Pfad Burghasungen, der am Museum beginnt und endet, wird es sicher viel einfacher sein, auf dem Burghasunger Berg zu erklären, wie es hier vor 900 Jahren ausgesehen hat“, erläuterte der Landrat. Zu wünschen wären allerdings auch noch weitere sichtbare Zeichen „im Gelände“, wie zum Beispiel die Darstellung der Umrisse des Klosters auf der Fläche. Dr. Schlitzberger: „Mit einer solchen Herangehensweise haben wir beim ebenfalls nicht mehr erhaltenden Kloster in Helmarshausen sehr gute Erfahrungen gemacht“.

 

 

 

Im Mittelpunkt der konzeptionellen Planung müsse daher die Entwicklung eines „roten Faden“ seins, mit dem die Besucher die Entstehung und die Bedeutung des Klosters Burghasungen nachvollziehen können. „Moderne Museen arbeiten stark mit der Einbindung von virtuellen Ausstellungsbestandteilen, die es dem Besucher ermöglichen sich auch ohne wissenschaftliche Vorkenntnisse in die Zeit des Hochmittelalters zu versetzen“, ist sich Dr. Schlitzberger sicher.

 

 „Das Klostermuseum ist der zentrale Baustein der Dorferneuerung“, so der Landrat weiter. Auch aus Sicht des Landkreises besteht ein großes Interesse an einem funktionierenden Museum, da dieses für die touristische Vermarktung des Wolfhager Landes ein zentraler Mosaikstein werden kann. Zusammen mit den Eco Pfaden kann nach Ansicht von Dr. Schlitzberger ein bundesweit einmaliges Modell der archäologischen Aufarbeitung der Geschichte einer Region entstehen.

 

Die Kosten für das Ausstellungskonzept belaufen sich auf rund 15.000 Euro, die zu 75 Prozent aus Fördermitteln des kommunalen Finanzausgleichs bezuschusst werden können. Erste Ergebnisse des Konzeptes sollen im nächsten Jahr vorgestellt werden – das Feinkonzept für die Ausstellung wird im Zusammenhang mit dem Bau des Museums erarbeitet, der im Frühjahr 2009 begonnen werden soll.

 

 

Hintergrund:

Das Kloster Hasungen gehört zu den wichtigen nationalen Erinnerungsorten zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Auf dem Burghasunger Berg ließ der Mainzer Erzbischof Aribo im Jahr 1021 über dem Grab des Heiligen Heimerad ein Kloster errichten, 1074 wurde durch Erzbischof Siegfried von Mainz dort eine Stiftskirche geweiht. Der Mönch Heimerad pilgerte durch Deutschland und Italien bis nach Jerusalem. Beim ersten Anblick des Burghasunger Bergs hatte er eine Vision. Hier konnte der in das Innere des Himmels blicken. Er ließ sich dort als Einsiedler nieder und half Armen und Kranken. Die Wallfahrten zu seinem Grab erlebten in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts ihren Höhepunkt, als Burghasungen neben dem Sebaldusgrab in Nürnberg zu den meistbesuchten deutschen Wallfahrtsorten gehörte.

Kaiser Heinrich IV. belagerte den auf dem Hasunger Berg verschanzten Graf von Northeim und durch Lampert von Hersfeld, einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber des Mittelalters, der 1076 Abt in Burghasungen wurde, nahm das Kloster als Eigenkloster der Erzbischöfe von Mainz eine wichtige Rolle im Investiturstreit ein. Nach Lamperts Tod 1085 verlor das Kloster seinen Einfluss – aufgehoben wurde es allerdings erst 1526 mit Einführung der Reformation in Hessen. Im 30-jährigen Krieg wurde die Anlage teilweise zerstört – in der Folge verfiel das Kloster immer weiter. Der letzte Turm fiel 1896 einem Blitzschlag zum Opfer. Die Klosterreste wurden über die Jahrhunderte als „Steinbruch“ genutzt (u.a. für den Bau von Schloss Wilhelmsthal bei Calden und die Burghasunger Kirche). 



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn

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LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
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