Freiluftbibliothek entsteht bis Sommer 2009 - Grundsteinlegung für „Salbker Lesezeichen“
Am 6. Dezember legt Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper gemeinsam mit Vertretern des Bürgervereins Salbke, Fermersleben, Westerhüsen e.V., der Stadtverwaltung und der ausführenden Firmen den Grundstein für die neue Freiluftbibliothek „Salbker Lesezeichen“. Im Anschluss daran wird der 3. Salbker Adventsmarkt an der Alten Schule eröffnet.
Die Geschichte des „Salbker Lesezeichens“ begann im Oktober 2005 als städtebauliches Experiment. Auf einer verwilderten Brachfläche wurde damals für zwei Tage eine temporäre Freiluftbibliothek aus leeren Bierkästen aufgebaut. Die Leitung dieses Projektes oblag den Büros Architektur+Netzwerk aus Magdeburg und dem Büro KARO-Architekten aus Leipzig.
Im Anschluss daran war es der Landeshauptstadt Magdeburg gemeinsam mit den Planern gelungen, Fördermittel für die Planung und den Bau des „Lesezeichens“ einzuwerben. Das Projekt „Salbker Lesezeichen“ wurde ein Modellvorhaben für den Bereich „Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere“ im Forschungsprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt)“. Im Rahmen einer zweiten, umfangreichen Planungsphase wurde gemeinsam mit den Bürgern aus Salbke in mehreren Workshops und einem PlanungsCamp die endgültige Form und Funktion des Lesezeichens entwickelt. Die im Sommer dieses Jahres aufgrund der explodierenden Stahl- und Energiepreise kurzzeitig entstandenen finanziellen Probleme für den Bau konnten durch eine Anpassung der Planungen und eine Nachbeantragung von Fördermitteln behoben werden. Damit kann am Nikolaustag die Grundsteinlegung für das „Salbker Lesezeichen“ erfolgen. Im Sommer 2009 soll das fertige Lesezeichen eingeweiht werden.
Das „Salbker Lesezeichen“ ist mittlerweile mehr als eine Freiluftbibliothek. Unter dem Stichwort „Lesezeichen“ engagieren sich seit dreieinhalb Jahren Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich für den Aufbau einer kulturellen und sozialen Infrastruktur und für ein Mehr an Lebensqualität im Ortskern von Salbke. „Dieses ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine hoch motivierte Bürgerschaft aktiv an der Gestaltung ihres Stadtteilquartiers mitwirken kann“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper über das Engagement vor Ort.
Parallel zu den Planungen für den Bau des Lesezeichens wurde von den Salbker Bürgern eine Bürgerbibliothek aufgebaut. Diese ist seit ihrem Anfangsbestand von 1.000 gespendeten Büchern im Oktober 2005 mittlerweile auf über 20.000 Exemplare mit einem festen Leserstamm angewachsen.
Mit Hilfe von Mitteln aus den Programmen „Soziale Stadt“ und „Stadtumbau Ost“ realisiert die Landeshauptstadt Magdeburg derzeit verschiedene Planungs- und Baumaßnahmen in Salbke. Zu den aktuellen Projekten gehören die fast abgeschlossene Neugestaltung des Salbker Angers und die Verlegung der Straßenbahnhaltestelle in den Ortskern, die entstandenen Stellflächen auf der Brachfläche „Am Krug“, die Planungen zu den Sanierungs- und Umbaumaßnahmen der Alten Schule zu einem Mehrgenerationenhaus, die Vorplanung für eine Entlastungsstraße entlang der Bahnlinie bis zur Faulmannstraße, die im nächsten Jahr beginnende Sanierung der Grundschule Friedhofstraße, der beabsichtigte Lückenschluss des westelbischen Radweges am Nachtigallenstieg und die Suche nach Wegen, um den Erhalt und die Sanierung des Industriedenkmals Wasserturm zu ermöglichen.
Darüber hinaus gehören die im Südosten gelegenen Stadtteile Fermersleben, Salbke und Westerhüsen zu einem der drei Schwerpunkte der Magdeburger Beteiligung an der Internationalen Bauausstellung Sachsen-Anhalt 2010. In diesen Gebieten geht es darum, sich mit dem naturnahen Ansatz „Weniger Stadt, mehr Landschaft“ auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt dabei stehen der Rückbau großer, ehemaliger Industrieareale zu neuen Landschafts- und Freizeitbereichen, die Suche nach innovativen Nutzungen für Brachflächen, eine attraktive Gestaltung von Zugängen zur Elbe und Wegen entlang des Ufers sowie eine engere Verbindung von Stadt und Fluss. Dabei sollen insbesondere die Ortskerne der südlichen Stadtteile gestärkt und aufgewertet werden.
„In der Hoffnung, dass unseren städtischen Investitionen in die öffentliche Infrastruktur auch viele private Investitionen folgen, werden wir in ein paar Jahren einen deutlich veränderten Ortskern in Salbke vorfinden“ sagt der Oberbürgermeister. „Das ‚Salbker Lesezeichen’ ist ein Symbol für diesen Wandel und steht für die wachsende Lebensqualität in Salbke.“
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