09. Dezember 2008.
Die Stadt Kassel hat jetzt ein Zukunftsbüro, dessen Leiter Ullrich Bieker ist. Das Zukunftsbüro soll nach dem Willen von Oberbürgermeister Bertram Hilgen Projekte aus der Stadtgesellschaft, die für die demografische Entwicklung von Kassel bedeutsam sind, aufgreifen und ihre Entwicklung unterstützen. In den Arbeitsbereichen des Zukunftsbüros werden strategische Überlegungen angestellt und Pilotprojekte entwickelt. „Das Zukunftsbüro arbeitet aber nicht nur auf der strategischen Ebene, sondern will operativ die Umsetzung der gesetzten Ziele - wie Stärkung von Wirtschaft, Bildung, Stadtentwicklung und Stadtfrieden - durch bewährte Partner fördern und koordinierend tätig sein“, so Oberbürgermeister Hilgen. „Unser Ziel ist es, dass Kassel zu den Gewinnern des demografischen Wandels gehört. “ Mit dem neu eingerichteten Zukunftsbüro nehme die Stadtverwaltung Kassel beim Thema "Demografischer Wandel" eine Vorreiterrolle bei der Verknüpfung von Strategieentwicklung und zielorientierter Umsetzung an zentraler Stelle ein.
„Zuhören, zusammenführen, zupacken“, so beschreibt der Leiter des Zukunftsbüros, Ullrich Bieker, seine Aufgabe. Mit dem Zukunftsbüro sei erstmals eine Organisationseinheit an zentraler Stelle in einer kommunalen Verwaltung eingerichtet worden, um Netzwerkbildung, bürgerschaftliches Engagement, soziales Kapital und nachhaltige Entwicklung zu fördern und voranzutreiben. „Soziales Kapital entsteht durch die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, miteinander zu kooperieren. Es benötigt eine Basis des Vertrauens, auf der sich Kooperation und gegenseitige Unterstützung entwickeln können.“ Und gerade dafür bietet das neue Zukunftsbüro beste Voraussetzungen, nämlich Know-how, Kontinuität und Verbindlichkeit. Das Zukunftsbüro ist keine Verwaltungseinheit im klassischen Sinne, sondern leistet entsprechend von "Good Governance" (Gute Regierungsführung) einen Beitrag zur nachhaltigen Verwaltungsmodernisierung über Netzwerkbildung, Bürgerbeteiligung, Bewusstseinsbildung, Förderung von guten Ideen und innovativen Projekten, Ressort- und fachübergreifende Arbeitsweise, Qualitätsentwicklung und Nachhaltigkeitsförderung
Ullrich Bieker begann seine Laufbahn bei der Stadt Kassel im Jahre 1983. Von 1999 an arbeitete der gebürtige Oberhesse – der an der Universität Kassel Supervision studierte – im Bereich Personalentwicklung. Seit 2004 koordiniert er für die Stadtverwaltung den Prozess "Demografischer Wandel" und war Organisator der drei Zukunftskonferenzen. Bieker definiert sich in seiner Rolle als einer, der sich um die Zukunft Kassels und der Region kümmert und andere Kümmerer zum Mitmachen einlädt. „Wer eine Idee, einen Projektvorschlag oder ein konkretes Anliegen zu einem zukunftsrelevanten Thema hat, kann sich an das Zukunftsbüro wenden“ erklärte Bieker. Im Zentrum der Arbeit steht derzeit der Kontakt in die Stadtöffentlichkeit und deswegen ist vorgesehen, regelmäßig Veranstaltungen zu verschiedenen Zukunftsthemen durchzuführen und über die Aktivitäten des demografischen Entwicklungsprozesses und des Zukunftsbüros zu informieren.
Im Unterschied zu anderen Stadtverwaltungen, die mit der Einrichtung der Funktion eines Demografiebeauftragten primär die Demografietauglichkeit kommunaler Maßnahmen überprüfen, übernimmt das Zukunftsbüro der Stadt Kassel eine Scharnierfunktion zwischen Verwaltung und Bürgern, um gemeinsam Perspektiven zu entwickeln und Zukunft aktiv zu gestalten. Das Büro soll Anlaufstelle und Plattform sein für eine bürgerbeteiligte Zukunftsgestaltung und mit dazu beitragen, Chancen und Risiken in der Entwicklung von Stadt und Region wie eine Art Seismograph frühzeitig zu erkennen.
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