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Pressemitteilung der Stadt Iserlohn vom 19.12.2008


Projekt “Quantensprung”: Stadt Iserlohn garantiert Ausbildungsplätze für Hauptschüler - 208 Verträge geschlossen

Iserlohn. Es scheint zu gelingen! 208 von 249 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgänge an den fünf Iserlohner Hauptschulen haben mittlerweile ganz offiziell einen Vertrag mit der Stadt geschlossen. In diesen Verträgen ist geregelt, dass den Jugendlichen alle erdenklichen Hilfen der schulischen Förderung, Hilfen zur Persönlichkeitsbildung und Hilfen bei der Berufsorientierung geboten werden. Auf der anderen Seite müssen sie sich verpflichten, diese Hilfen und Förderungen intensiv in Anspruch zu nehmen. Außerdem müssen sich die Schüler verpflichten, sich gemeinschaftskonform zu verhalten. Im Vertrag heißt es dazu unter anderem: ”Der Schüler wird sich in die schulische Gemeinschaft einfügen und keine Gewalttätigkeiten ausüben, keine Drogen konsumieren und sich nicht betrinken".

Am Ende steht die Garantie auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bzw. eine zielgerichtete Vermittlung zu einer weiterführenden Schule, die die Stadt Iserlohn den Schülern bei erfolgreicher Erfüllung des Vertrages gibt.

Gestartet hat die Stadt Iserlohn das bislang wohl einmalige und bundesweit vielbeachtete Projekt “Quantensprung” im Jahr 2007 in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und der ARGE des Märkischen Kreises. Nach monatelanger Vorbereitung haben schließlich im Rahmen einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Juni dieses Jahres die ersten 25 Vertragsunterzeichnungen stattgefunden.

Zwischen den Oster- und den Sommerferien 2008 wurden dann für alle Schüler des 8. Jahrganges der fünf Iserlohner Hauptschulen so genannte “Kompetenzchecks“ durchgeführt:
An zwei Tagen absolvierten sie in jeweils sechs Stunden verschiedene Tests zu persönlichen, sozialen und fachlichen Kompetenzen (u.a. Grundlagen der Mathematik, der deutschen Sprache, soziales Verhalten und wirtschaftliches Handeln) und erarbeiteten Lösungen zu bestimmten Aufgabenstellungen.
Die Auswertung der Tests ergaben für jeden Schüler/jede Schülerin individuelle Empfehlungen entweder für eine Förderung vorhandener Stärken oder für eine Verbesserung weniger ausgeprägter Stärken. Nach Abstimmungsgesprächen mit den jeweiligen Lehrern wurde für jeden Schüler/jede Schülerin ein individueller Förderplan entwickelt, der an einen Schülervertrag gekoppelt wurde.
Nach Beginn des neuen Schuljahres wurden den inzwischen 9.-Klässlern die Förderpläne und Schülerverträge sowie der in den Iserlohner Schulen erstmalig eingeführte “Berufswahlpass” vorgestellt und erläutert. Die Schüler konnten dabei auch eigene Zielvorstellungen in ihren Förderplan einbringen. Erst nach einer abschließenden Abstimmung mit den Eltern waren sowohl der persönliche Schülervertrag als auch der Förderplan schließlich “unterschriftsreif”.

Insgesamt haben 280 Schülerinnen und Schüler am Kompetenzcheck teilgenommen (147 männlich, 133 weiblich, darunter 127 Migranten). 249 von ihnen wurden der Förderplan und der Schülervertrag angeboten (131 männlich, 118 weiblich, darunter 112 Migranten). 208 Schülerinnen und Schüler haben gemeinsam mit ihren Eltern den Vertrag unterschrieben und nehmen damit die Förderung und Unterstützung an. 41 Schüler (24 männlich, 17 weiblich, 23 Migranten) haben nicht unterschrieben, darunter sind auch zahlreiche, die sehr gut in der Schule sind und ihren Weg allein finden wollen.

“Wir freuen uns, dass sich so viele Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Eltern für den Vertrag entschieden haben. Damit ist zunächst die Voraussetzung für die bestmögliche Förderung hin zur Ausbildungsreife und schließlich den erfolgreichen Berufseinstieg der Jugendlichen erfüllt,” so Georg Christophery, Leiter der bei der Stadt Iserlohn angesiedelten und für das Projekt Quantensprung zuständigen Kompetenzagentur.

Anfang Dezember ist mit der Förderung der fachlichen Kompetenzen und den Maßnahmen zur Persönlichkeitsentwicklung begonnen worden: Vermittelt werden unter anderem Lernstrategien, Sozialtraining, Sprachförderung, Selbstbehauptungstraining und Bewerbungsstrategien. Alle Angebote finden in der Freizeit der Schüler statt. Es folgen Angebote zur weiteren Berufsorientierung für diejenigen Schüler/ Schülerinnen, die noch nicht wissen, in welche Richtung sie sich beruflich orientieren wollen.

Etwa ab Februar 2009 stehen Berufserkundungen auf dem Programm. Dabei werden in etwa zwei- bis dreistündigen Exkursionen bestimmte Berufe “vor Ort“ vorgestellt. Die Schüler/Schülerinnen, die einen Vertrag unterschrieben haben, müssen im laufenden Schuljahr bei drei Erkundungen mitmachen und erhalten darüber eine Teilnahmebescheinigung, die sie in ihrem “Berufswahlpass” einheften sollen und somit die Teilnahme nachweisen können.

Durch zusätzliche Projektarbeit, wobei die Schüler und Schülerinnen aus zahlreichen Angeboten auswählen können, wie zum Beispiel Handwerk, Radio, Film, Eisenbahn, Musik oder Tanz, soll es Ziel sein, - außer durch Freude an dem von ihnen gewählten Thema - auch persönliche Erfahrungen zu ihren eigenen Stärken zu sammeln.

Erstmalig wird es im Sommer 2010 möglich sein, die Bemühungen aller Seiten auswerten und beurteilen zu können.

Ansprechpartner zum Projekt “Quantensprung” ist das Team der Kompetenzagentur im Iserlohner Rathaus, Schillerplatz 7, 58636 Iserlohn, Telefon 02371/217-1865 bis -1871, Fax 02371/217-2989, E-Mail: kompetenzagentur@iserlohn.de.

Die Kompetenzagentur Iserlohn wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.



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