19. Dezember 2008. Im geplanten Science Park als Ort für systematischen Wissenstransfer zwischen Universität Kassel und regionalen Unternehmen sieht Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen einen wichtigen Standortvorteil Nordhessens im Wettbewerb der Regionen in Deutschland und Europa. Es sei integraler Bestandteil des von der Stadt Kassel angestoßenen Demografie-Prozesses, sagte Hilgen am Mittwoch in der Kasseler Orangerie bei der Vorstellung und Übergabe der Machbarkeitsstudie zum Science Park.
Der Aufbau des Science Park Kassel sei ein Leuchtturmprojekt, das gemeinsam von der Stadt Kassel, der Universität Kassel und der Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH entwickelt worden sei, erklärte Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel. Ziel des Science Park sei die Nutzung regionaler Wissens- und Wachstumspotentiale und damit die Schaffung und Sicherung wettbewerbsfähiger und einkommensstarker Arbeitsplätze in der Gesamtregion. Die von der Stadt Kassel in Auftrag gegebene und jetzt vorgestellte Machbarkeitsstudie eines renommierten Beratungsunternehmens belege diese herausragende Bedeutung der wissensbasierten Unternehmensgründungen für die Stadt- und Regionalentwicklung, ergänzte der Präsident der Kasseler Universität, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep. “Hier sollen Räume und Infrastruktur, die für Unternehmensgründungen aus der Uni -- von der Idee bis zum Aufbau des Geschäftsbetriebs - sowie für industriebezogene Forschungs- und Entwicklungsprojekte und die wissenschaftliche Weiterbildung benötigt werden, bereit gestellt werden.“
Geplant ist ein modern ausgestattetes Gebäude mit Büro-, Labor- und Werkstattflächen, das bis zum Jahr 2010 auf dem Campus der Universität Kassel und unter Beteiligung der Universität Kassel als Gründungs-, Anwendungs- und Weiterbildungszentrum entstehen soll. Das dann verfügbare Infrastruktur- und Serviceangebot wird ideale Rahmenbedingungen für dauerhafte oder befristete Kooperations- und Transferprojekte zwischen Universität und regionalen Unternehmen schaffen. Darüber hinaus steht die Unterstützung von innovativen, insbesondere technologieorientierten Unternehmensgründungen im Fokus der geplanten Aktivitäten. Damit komplettiert der Science Park vorhandene Dienstleistungsangebote in der Region Kassel und stellt einen zentralen Erfolgsfaktor für die Nutzung regionaler Entwicklungs- und Transferpotentiale in ausgewählten Kompetenzfeldern dar.
Die jetzt vorgestellte Machbarkeitsstudie ist in drei Kapitel unterteilt, deren Ergebnisse in mehreren Experten-Workshops vorgestellt und diskutiert wurden: • Phase I – Bestimmung der Technologie- und Wissenstransferpotentiale der Universität Kassel und der Unternehmen der Wirtschaftsregion Kassel • Phase II – Bewertung des Marktpotentials • Phase III – Entwicklung eines Realisierungs- und Betriebskonzeptes für die geplante Infrastrukturmaßnahme Science Park
Mit der Studie wurde ein überzeugendes Konzept für den Science Park Kassel erarbeitet, welches auf einen erfolgreichen Betrieb schließen lässt; das Projekt kann in nächster Zukunft verwirklicht werden. Der zeitlich parallel laufende städtebauliche Wettbewerb zur Gesamtstandortentwicklung der Hochschule wurde am 12. Dezember 2008 entschieden, so dass der endgültige Standort des Science Park auf dem vorgesehenen Gelände zeitnah festgelegt werden kann. Der Betreiber des Science Park wird im Rahmen eines europäischen Ausschreibungswettbewerbs ermittelt, an dem sich die Universität Kassel aufgrund ihrer wissenschaftlichen Kompetenzen und besonderen Kenntnisse der regionalen Strukturen/Akteure beteiligen wird.
Bereits mit Beschluss vom 25. Februar 2008 hat die Stadtverordnetenversammlung den Programmrahmen der Stadt Kassel zum EFRE-Strukturfonds 2007 – 2013, in welchem auch der Science Park enthalten ist, beschlossen. Im städtischen Haushalt sind für den Science Park Kassel Investitionsmittel in Höhe von insgesamt 6,5 Mio. Euro veranschlagt (0,5 Mio. Euro in 2008, jeweils 3,0 Mio. Euro in den Jahren 2009 und 2010), wovon für das Gebäude rd. 6,4 Mio. Euro zur Verfügung stehen.
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