23. Dezember 2008. „Sportstadt Kassel“ ist das Jahresmotto der Stadt Kassel für 2009. Oberbürgermeister Bertram Hilgen, der das neue Motto im städtischen Pressedienst bekannt gab, erklärte, damit solle der besondere Stellenwert des Sports für unser Gemeinwesen sichtbar werden. Denn jeder fünfte Einwohner Kassels sei Mitglied in einem der 181 Sportvereine, darunter über 13.000 Kinder und Jugendliche. Insgesamt könne man in der nordhessischen Großstadt über 80 Sportarten ausüben.
Hilgen unterstrich, die Stadt wolle weiterhin nicht nur in den Spitzen-, sondern auch in den Breitensport investieren. „Ohne die Arbeit der Sportvereine, ohne die hervorragende Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hätten wir in unserer Stadt deutlich mehr Probleme. Sport ist deshalb aus meiner Sicht ein ganz wichtiger stabilisierender gesellschaftlicher Faktor.“ Die Stadt werde deshalb weiter für gute Rahmenbedingungen sorgen, damit Schul-, Breiten- und Spitzensport auch künftig gut gedeihen könnten.
So investiere die Stadt in eine Vielzahl von Projekten, so in eine neue Kunststofflaufbahn für die Buchenaukampfbahn, in die neue Sporthalle am Wilhelmsgymnasium, in verschiedene Kunstrasenspielfelder, in die Bädersanierung und den Neubau des Auebads sowie in die weitere Sanierung des Auestadions, erläuterte der Oberbürgermeister. Darüber hinaus gebe die Stadt für die Unterhaltung der städtischen und vereinseigenen Sportstätten knapp eine Million Euro aus. Weitere 333.000 Euro flössen in die Sportförderung. Diese Ausgaben machten sich letztlich auch durch das erfolgreiche Abschneiden Kasseler Sportler und Vereine im nationalen und internationalen Vergleich bezahlt und seien genauso Investitionen in die Zukunft wie beispielsweise der von der Stadt mit großem Engagement betriebene Ausbau der Kinderbetreuung oder der Schutz der Umwelt durch den Einsatz regenerativer Energien.
Hier habe sich positiv das städtische Motto „Solarstadt Kassel“ für das zu Ende gehende Jahr ausgewirkt. So hätten viele Impulse im Bereich der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien, die im Rathaus systematisch seit Mitte 2005 bearbeitet würden, in diesem Jahr verstärkt und zu neuen Initiativen genutzt werden können. Obenan stehe, dass im Jahr 2011 der Welt-Solar-Kongress in Kassel stattfinden werde. Bei dieser „Olympiade der Sonnenwirtschaft“ habe sich Kassel gegen die Bewerbungen von Istanbul, Neu Dehli und des mexikanischen Badeorts Cancun durchsetzen können. „Dies ist ein gemeinsamer Erfolg aller, die sich an der Universität, in deren Umfeld und in der Stadtgesellschaft für erneuerbare Energien engagieren und dem attraktiven Kongressstandort Stadthalle“, meinte Hilgen.
Mit Platz 20 unter 43 Großstädten sei Kassel auch in diesem Jahr gut in die Solarbundesliga gestartet. „Für 2009 erwarten wir eine noch bessere Platzierung, wenn die seit 2005 eingeleiten Maßnahmen wirksam werden“, führte der Kasseler OB weiter aus. Dazu werde auch der Neubau der Wechselrichterfabrik von SMA in Salzmannshausen beitragen, die Anfang 2009 in Betrieb gehen wird. Auch das Programm zur Errichtung von Fotovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden mit jetzt rund 620 kWp leiste hier einen wichtigen Beitrag. Die Vielfalt der Betreiber reiche von Bürgerinitiativen, privaten Investoren über die Stadtreiniger, die Städtischen Werke, die GWG bis zur Stadt selbst mit ihrer Gebäudewirtschaft.
In 2008 sei mit der Erhebung eines Energiekatasters auch ein weiterer Schritt zur Umsetzung der Studie für die Schaffung von 20.000 Arbeitsplätzen im Bereich der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien in der Region angegangen worden. Die Stadt Kassel und die meisten nordhessischen Landkreise förderten die notwendigen Maßnahmen, um insbesondere im Bereich der Energieeffizienz die regionalen Anwendungen zu steigern. Die derzeit diskutierten Konjunkturprogramme sollten hier genutzt werden, um nicht nur Arbeitsplätze etwa im Handwerk zu erhalten, sondern auch kommunale Vorhaben zum Klimaschutz zu verwirklichen.
Die Solarstadt Kassel 2008 symbolisiere den Wechsel von den vielen kleinen Modellvorhaben hin zu einer systematischen Strategie zur Schaffung von Arbeitsplätzen durch Anwendung und Entwicklung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. 10.000 Arbeitsplätze könnten durch die am Weltmarkt agierenden Unternehmen bis 2020 in Nordhessen geschaffen werden, 10.000 müssten hinzukommen durch verstärkte Anwendung dieser neuen Technologien in der Region, so Hilgen.
Der Oberbürgermeister rief abschließend alle Kasseler Einwohnerinnen und Einwohner auf, trotz der vielen negativen Nachrichten über die Wirtschaftskrise positiv in die Zukunft zu schauen. Wenn alle an einem Strang zögen, die eigenen Erwartungshaltungen etwas reduzierten und anderen hilfreich zur Seite stünden, könne es gelingen, die sich abzeichnende Krise schnell zu überwinden. „Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein paar geruhsame Weihnachtstage und ein erfolgreiches Jahr 2009!“ erklärte Hilgen abschließend.
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