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Pressemitteilung vom
23. Dezember 2008
Eco Pfad Sieburg eröffnet - zweiter beschilderter Wanderweg zur Archäologie in Bad Karlshafen

Bad Karlshafen. Zu Fuß Heimat- und Landesgeschichte zu entdecken, ist in Bad Karlshafen jetzt mehrfach möglich. „Nach dem Eco Pfad Diemel, sozusagen der Mutter aller Eco Pfade im Landkreis Kassel, und dem Eco Pfad rund um die Krukenburg in Helmarshausen, lässt sich jetzt auch eine Wanderung auf der Sieburg mit einer Zeitreise verbinden“, weist Landrat Dr. Udo Schlitzberger auf die hohe Dichte der archäologisch und kulturhistorisch interessanten Ereignisse zwischen Diemel und Weser in der Nordspitze Hessens hin.

 

Der neue Eco Pfad Sieburg umfasst vier Stationen. Dr. Schlitzberger: „Das hört sich für die größte Befestigungsanlage Hessens wenig an – hängt aber mit dem größtenteils unwegsamen und nicht erschlossenen Gelände wie auch mit der noch nicht abschließend erforschten Geschichte der Sieburg zusammen“. Die Sieburg halte sicherlich noch manches Geheimnis zur Entdeckung bereit – den Eco Pfad im Bedarfsfall an neue archäologische Erkenntnisse anzupassen, sei dann sicherlich kein Problem. „Eine zurzeit laufende Kulturlandschaftsgenese am Dörnberg wird nach den ersten Ergebnissen auch dazu führen, dass die Inhalte des Eco Pfades aktualisiert werden müssen“, verweist der Landrat auf neue archäologische Forschungsergebnisse. Da die Sieburg im Vergleich zum Dörnberg noch kaum erforscht sei, erwartet Dr. Schlitzberger von zukünftigen wissenschaftlichen Untersuchungen neue Erkenntnisse, die bisherige Einschätzungen der Experten ins Wanken bringen können.

 

Dr. Schlitzberger: „An Werra und Weser sowie im Südharz sind in der letzten Zeit und ganz aktuell erstaunliche neue Fundstellen aufgetaucht, die zumindest dazu führen müssten, bisherige vermeintlich sichere Datierungen und Auslegungen neu zu bewerten“.

 

Die spannende Entdeckungsreise über die Sieburg kann an drei Stellen beginnen. „Der Eco Pfad erschließt von Parkplätzen in Bad Karlshafen, Helmarshausen und vom Parkplatz Wechselberg den über der Diemel liegenden Westhang der Sieburg“. erläutert Dr. Schlitzberger. Die einzelnen Informationstafeln beschäftigen sich mit einer ehemaligen Marienkappelle am Wechselberg, bronzezeitlichen Grabhügeln und den Wallanlagen der Sieburg. „Zur Datierung dieser Wälle gibt es unterschiedliche Ansichten – wir haben uns fürs erste für die Einschätzung des Landesamtes für Denkmalpflege entschieden“, informiert der Landrat. Dass die Wälle auf der Sieburg allerdings allein eine frühmittelalterliche Befestigung  „und nichts sonst“ gewesen sind, bedarf, so Dr. Schlitzberger, einer wissenschaftlichen Überprüfung. Im Standardwerk „Die Vorgeschichte Hessens“ werde zur Sieburg unter anderem ausgeführt, dass datierende Funde zur Wallanlage nicht vorliegen, so dass in der Literatur die Zeitstellung der Befestigung oder einzelner Teile zwischen vorgeschichtlich und Mittelalter schwankt. Angesichts der immensen Größe der Innenfläche von über 100 Hektar gehen die Autoren jedoch davon aus, dass am ehesten der vorgeschichtliche Zeitansatz in Frage kommt, ohne dass dies bislang präzisiert werden könnte. Dass die Anlage unfertig geblieben sei, wie oft geäußert, wird aufgrund des Geländebefundes keineswegs angenommen. Dr. Schlitzberger: „Ich habe meine eigene Theorie zur Sieburg und ich bin bereit, diese auf den Prüfstand zu stellen – eine Haltung, der sich an sich auch die hessische Landesarchäologie nicht verschließen sollte“.

 

Der neue Eco Pfad Sieburg ist bereits der achte regionalgeschichtliche Wanderweg im Landkreis Kassel. Die Erfahrungen mit den Eco Pfaden rund um Bad Karlshafen, in Trendelburg-Gottsbüren, Immenhausen-Mariendorf, am Dörnberg bei Zierenberg und am Erdwerk bei Calden zeigten, dass gut aufbereitete Informationen über die Heimatgeschichte verbunden mit einem auch für nichtgeübte Spaziergänger zu bewältigenden Wanderweg auf großes Interesse stoßen, berichtet Dr. Schlitzberger.

 

„Wir haben bei allen Eco Pfaden und besonders dort, wo spezielle Führungen angeboten werden, einen spürbaren Zulauf von Geschichtsinteressierten“, so der Landrat weiter.

 

Die Finanzierung der Informationstafeln und Wegweiser für den Eco Pfad Sieburg teilen sich der Landkreis Kassel und das Land Hessen, das den Eco Pfad mit 7.166 Euro fördert. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 13.400 Euro.

 

Die nächsten archäologischen beziehungsweise kulturhistorischen Informationstafeln im Landkreis Kassel werden nach Auskunft von Dr. Schlitzberger rund um den Sensenstein bei Nieste aufgestellt – für das nächste Jahr sind weitere Eco Pfade in Zierenberg-Burghasungen, Wolfhagen, Naumburg, Lohfelden, Simmershausen und Grebenstein geplant. Dr. Schlitzberger: „Die bisherigen Eco Pfade werden gut angenommen und das große Interesse an weiteren Rundwegen zeigt, dass sich diese Initiative zum Erfolgsmodell entwickelt“, so der Landrat weiter. Nach Fertigstellung der Eco Pfade sei geplant, diese gemeinsam zu vermarkten, um so den Kulturtourismus im Landkreis Kassel zu fördern.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:


Eco Pfad Sieburg
Dr. Thilo Warneke erläutert Landrat Dr. Udo Schlitzberger und Archäologiebegeisterten aus Bad Karlshafen und Umgebung die Inhalte des Eco Pfades.


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LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
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