Harbin hat großes Interesse am Ausbau der Städtepartnerschaft mit Magdeburg
Magdeburger Delegation zieht positive Besuchsresonanz
Auf Einladung des Bürgermeisters unserer chinesischen Partnerstadt weilte vom 4. bis 8. Januar 2009 eine Magdeburger Delegation unter Leitung von Bürgermeister Dr. Rüdiger Koch in der Millionen-Metropole Harbin. Anlass waren die Eröffnung des weltbekannten Harbiner Eis- und Schneefestivals sowie die Einweihung des Harbiner Museums für seine 27 Städtepartnerschaften. Für Magdeburg wurde darin ein Zimmer ausgestaltet.
Dieses Kabinett stellt mit Chroniken, Fotos und Projektpräsentationen die Landeshauptstadt Magdeburg vor. Unmittelbar nach der offiziellen Einweihung des Museums wurden bereits die ersten Besuchergruppen durch das architektonisch gelungene Gebäude geführt.
"Bei der Museumseinweihung und den weiteren Begegnungen in der chinesischen Stadt haben die Vertreter Harbins großes Interesse an einem Ausbau der Partnerschaft mit Magdeburg gezeigt", zieht Bürgermeister Dr. Rüdiger Koch Bilanz. "Die Magdeburger Delegation hat dazu zahlreiche Gespräche mit herausragenden Partnern der Stadt Harbin geführt und dabei Möglichkeiten für wirtschaftliche, wissenschaftlich-kulturelle, umwelt-technologische und agrarwirtschaftliche Kooperationen ausgelotet."
Weitere Magdeburger Delegationsteilnehmer waren der Vorsitzende des Stadtrates Jens Ansorge und Stadtrat Oliver Müller. Unter den zahlreichen Delegationen der verschiedenen Harbiner Partnerstädte wurde der Magdeburger Delegation von der chinesischen Stadt eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. In mehrstündigen Gesprächen trafen sich die Magdeburger Gäste mit chinesischen Abordnungen, die unter der Leitung des Vizepräsidenten des Volkskongresses der Stadt Harbin, Wang Tieqing, sowie des ständigen stellvertretenden Bürgermeister, Mayor Li Xirong, standen. Dabei haben die chinesischen Gesprächspartner wiederholt zum Ausdruck gebracht, dass ihnen an der Partnerschaft mit der Magdeburg und einem konkreten Ausbau der partnerschaftlichen Beziehungen auf unterschiedlichen Gebieten in besonderer Weise gelegen sei.
"Die Erfahrungen aus den bisherigen persönlichen Kontakten und der den Deutschen vorauseilende Ruf von wertbeständiger Arbeit und Zuverlässigkeit haben unseren Gesprächen eine sehr konstruktive, aufgeschlossene und von gegenseitigem Respekt geprägte Atmosphäre verliehen", so der Stadtratsvorsitzende Jens Ansorge.
Stadtrat Oliver Müller war beeindruckt von der Herzlichkeit und Bescheidenheit, der Beharrlichkeit und dem Fleiß der Menschen und vor allem von dem festen Willen die Städtepartnerschaft ernsthaft zu betreiben: "Es ist an der Zeit, unsere Partnerschaft mit Harbin, dieser sich außerordentlich rasch und dynamisch entwickelnden Provinzhauptstadt mit Ausstrahlungskraft in ganz Nordostchina, auch als ausgesprochene Chance für Magdeburg zu begreifen, sie zu gestalten und zu leben. Studentenaustausch und Sommeruniversität oder die Kontaktaufnahme der 'Elbröwer' für ein gemeinsames Eisbaden könnten neben unbedingt notwendigen wirtschaftlichen Begegnungen erste konkrete Schritte sein, die Menschen einander näher zu bringen."
Auf einem international besetzten Tourismusforum stellte Bürgermeister Dr. Rüdiger Koch die Landeshauptstadt Magdeburg mit ihrer Geschichte sowie ihren touristischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Potenzialen vor. Unmittelbar nach der Rückkehr informierte der Bürgermeister in Gesprächen bereits die Rektoren der Otto-von-Guericke-Universität und der Hochschule Magdeburg – Stendal sowie den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer über die außerordentlich positiven Eindrücke, die die Magdeburger Delegation in Harbin gewonnen hatte.
"Jetzt geht es darum, das gezeigte Interesse der Stadt Harbin aufzugreifen und durch erste konkrete Kooperationsprojekte möglichst zeitnah mit Leben zu erfüllen", so der Bürgermeister. "Die Wege dahin sind vorgezeichnet."
Hintergrundinformationen zur Städtepartnerschaft mit Harbin
Am 2. Juli 2008 haben Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und der Bürgermeister von Harbin, Zhang Xiaolian, im Alten Rathaus zu Magdeburg die Partnerschaft beider Städte vertraglich besiegelt. Die chinesische Stadt ist – nach Sarajevo, Braunschweig, Nashville, Saporoshje und Radom – die sechste Stadt, mit der Magdeburg eine offizielle Städtepartnerschaft pflegt.
Bereits seit 2001 gibt es Kontakte zwischen Magdeburg und Harbin, wechselseitig haben Delegationen aus Harbin Deutschland und Magdeburg besucht bzw. Delegationen aus Sachsen-Anhalt und der Landeshauptstadt die Region Harbin in China. Ziel war und ist dabei vor allem der Aufbau wirtschaftlicher und kultureller Kontakte zwischen beiden Regionen.
In der von OB Dr. Lutz Trümper und Zhang Xiaolian unterzeichneten Partnerschaftsurkunde heißt es unter anderem: "Unser gemeinsamer Wille ist es, gemäß den Prinzipien der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Vorteils zusammenzuarbeiten. Dabei soll die Achtung für einander vermehrt und die Respektierung der unterschiedlichen Traditionen gefestigt werden. Gemäß dieser Prinzipien setzen wir den Austausch und die Zusammenarbeit in verschiedenen Formen in den Bereichen Kultur, Tourismus, Bildung, Handel usw. fort mit dem Ziel, einen Beitrag zur gemeinsamen Entwicklung und zum Wohlstand zu leisten."
Im Sinne des gegenseitigen Verstehens sollen außerdem Begegnungen und Projekte zwischen den Bürgern beider Städte gefördert werden, um ihnen eine aktive Mitgestaltung der Partnerschaft zu ermöglichen. Zum Austausch und zur Zusammenarbeit sowie zur Erörterung von Fragen gemeinsamen Interesses wollen sich die Repräsentanten beider Städte regelmäßig treffen.
Hintergrundinformationen zur Stadt Harbin
Harbin ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Heilongjiang. Durch die ganzjährig kalten Temperaturen wird die Stadt auch "Stadt des Eises" genannt. Heilongjiang liegt direkt an der Grenze zu Russland. Diese Nähe zu Russland macht sich in Harbin bemerkbar, die Stadt hat ein bezauberndes russisches Flair. Zudem profitieren die Einwohner vom russisch-chinesischen Grenzhandel, der Stadt geht es dadurch wirtschaftlich sehr gut.
Die Region verfügt über reiche Kohle- und Erdölvorkommen, die der Stadt deutlich zu Ruhm verholfen haben. Geht man durch die Stadt, so wird man an St. Petersburg erinnert. Neben der russischen Architektur finden sich interessante Tempelanlagen. Sehr schön und empfehlenswert ist das berühmte Eislaternenfest.
Die Stadt entwickelte sich erst zum Ende des 19. Jahrhunderts. Vor dieser Zeit war Harbin lediglich ein kleiner unbedeutender Fischerort. Durch die bessere Anbindung mit der Bahn und durch den Bau von Brücken im Land kamen immer mehr Menschen nach Harbin. 1918 gab es bereits 200.000 Einwohner. Viele jüdische Familien flohen im Laufe der Zeit vor dem russischen Zaren und den Pogromen in diese Stadt und fanden dort eine neue Heimat.
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