OB Dr. Trümper ruft auf zum Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs 1945
Magdeburg.
Am kommenden Freitag jährt sich zum 64. Mal der Tag, an dem Magdeburg 1945 – wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges – in Schutt und Asche fiel. Der 16. Januar ist deshalb bis heute für die Magdeburgerinnen und Magdeburger ein Tag der Trauer und des Andenkens an die Opfer von Krieg und Gewalt. Alljährlich erinnern wir uns an den Gräbern der Männer, Frauen und Kinder auf dem Magdeburger Westfriedhof an die Zerstörung unserer Stadt und an das Leid, das den Überlebenden zugefügt wurde.
Nie werden wir vergessen, was Krieg und Gewalt den Menschen zufügen können. Der 16. Januar ist uns deshalb auch in diesem Jahr Anlass, für ein Miteinander aller Menschen in Frieden und gegenseitiger Achtung zu werben. Im Gedenken an die Toten dürfen wir nicht vergessen, dass der Zweite Weltkrieg von deutschem Boden ausging. Der Krieg kam nach Deutschland zurück, Magdeburg teilt das Schicksal vieler Städte, die schwer zerstört wurden, in denen Tausende Menschen ihr Leben verloren.
Daran wollen wir uns gemeinsam bei der zentralen Gedenkfeier für die Opfer der Zerstörung unserer Stadt am 16. Januar 1945 erinnern. Ich lade alle Magdeburgerinnen und Magdeburger ein, mit ihrer Teilnahme an dieser Gedenkfeier am kommenden Freitag um 15.00 Uhr auf dem Westfriedhof die Erinnerung an das unermessliche Leid und die schweren Verluste, die unsere Stadt vor 64 Jahren hinnehmen musste, wach zu halten.
Unser Erinnern soll zugleich getragen sein von dem Willen, die Erhaltung des Friedens überall auf der Welt zu unterstützen sowie Demokratie und Menschenrechte zu stärken, damit Hass und Gewalt keine Chance haben. Ich bitte Sie, dieses Anliegen zu unterstützen und Gesicht zu zeigen – mit Ihrer Teilnahme an der Gedenkveranstaltung auf dem Westfriedhof am kommenden Freitag und mit Ihrem Besuch der „Meile der Demokratie“ am kommenden Samstag von 12.00 bis 18.00 Uhr auf dem Breiten Weg im Herzen unserer Stadt. Dort erwartet Sie ein buntes Programm mit Musik, Theater, Sport und Spiel für die ganze Familie sowie Diskussionen und Talks auf vier Bühnen und an zahlreichen Aktionsständen.
Dr. Lutz Trümper
Oberbürgermeister
Gedenkveranstaltung zum 64. Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs
16. Januar 2009, 15:00 Uhr, Gedenkstätte Westfriedhof
Ablauf:
15:00 Uhr Schweigemarsch zur Gedenkstätte für die Opfer des Luftangriffes vom 16.Januar 1945
Versammlung an der Glocke
ca. 15:10 Uhr Ablegen der Kränze
danach Bläserruf
Ansprache
Dr. Lutz Trümper
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg
Bläserruf
Totengedenken Landtagspräsident Dieter Steinecke MdL
Vorsitzender des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. Landesverband Sachsen Anhalt
Schweigeminute -
Gebet
Michael Seils, Superintendent des Kirchenkreises Magdeburg der evangelischen Kirche
Bläserstück
Gedenkveranstaltungen am Abend
Am Abend des 16. Januar finden zahlreiche Veranstaltungen zum Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs am Ende des Zweiten Weltkrieges statt.
Opernhaus
»Verehrt, Verfolgt, Vergessen« heißt eine Ausstellung der Herbert-Ihering- Gesellschaft, die um 19.00 Uhr, vor Beginn des Gedenkkonzertes »Für eine friedliche Welt« durch den Schirmherrn OB Dr. Lutz Trümper im Opernhausfoyer eröffnet wird. Viele Jahre lang forschte der Kulturhistoriker Ulrich Liebe im In- und Ausland und ging den Spuren von beinahe vergessenen Menschen nach, die einst gefeierte Stars waren und dem Terror der NS-Zeit zum Opfer fielen.
Auf zwölf großen Schautafeln wird das Schicksal von Schauspielern dokumentiert, die in der Zeit der Weimarer Republik und zu Beginn des Dritten Reiches erfolgreich und berühmt waren und dann auf Grund ihrer Herkunft zu Verfolgten des Nationalsozialismus wurden, auswandern mussten oder im Konzentrationslager ermordet wurden. Die Wander-Ausstellung wurde bereits in mehr als 80 Städten, überwiegend in Theatern gezeigt.
Um 20.00 Uhr erklingt im traditionellen Gedenkkonzert anlässlich der Zerstörung Magdeburgs Beethovens 9. Sinfonie. (Das Konzert ist ausverkauft.)
Kloster Unser Lieben Frauen
Das traditionelle Gedenkkonzert anlässlich des Jahrestages der Zerstörung der Stadt Magdeburg in der Konzerthalle des Klosters Unser Lieben Frauen gestaltet am Freitag, dem 16. Januar 2009, um 20:15 Uhr der angesehene Pädagoge und Organist Arvid Gast, der als Professor für Orgel und Leiter des Instituts für Kirchenmusik an der Musikhochschule Lübeck wirkt.
Auf dem Programm des Gedenkkonzertes, bei dem aus gegebenem Anlass stets auf jeglichen Applaus verzichtet wird, stehen eindrucksvolle Werke berühmter Komponisten aus drei Jahrhunderten. So erklingen neben Johann Sebastian Bachs Praeludium und Fuge e-moll BWV 548 und der Fantaisie A-Dur FWV 35 von Cesar Franck drei Sätze aus Robert Schumanns Studien für den Pedalflügel op. 56 und die Suite op. 5 von Maurice Duruflé.
Wie in jedem Jahr klingt das Konzert um 21.28 Uhr aus, wenn in ganz Magdeburg die Glocken zum Gedenken an den fürchterlichen Bombenangriff vor nunmehr 64 Jahren erinnern. Damals wurde die Altstadt mit ihren 15 Kirchen durch einen Luftangriff zerstört, und auch die Marienkirche des Klosters Unser Lieben Frauen, die heutige Konzerthalle „Georg Philipp Telemann, fiel den Bomben zum Opfer.
Die Abendkasse im Kloster ist ab 19.00 Uhr besetzt.
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