30. Januar 2009. Krankenhaus bedingte Infektionen zählen zu den großen aktuellen Problemen unseres Gesundheitswesens. Experten gehen von rund einer halben Million krankenhausbedingter Infektionen pro Jahr in Deutschland aus, die schätzungsweise 12.000 Menschen mit ihrem Leben bezahlen, was immerhin etwa der doppelten Zahl der Verkehrstoten entspricht.
Auf Platz eins der Hitliste der Problemkeime steht dabei MRSA (Multi-resistenter Staphylococcus aureus), ein Keim, der seit Anfang der 90er Jahre in Deutschland bedrohlich auf dem Vormarsch ist. Betrug der Anteil der multiresistenten Keime der Spezies in Laborproben 1991 noch 1,7 Prozent, so liegt er heute bei rund 25 Prozent.
MRSA ist mittlerweile auch „ständiger Gast“ in den Krankenhäusern und in den Pflegeeinrichtungen in Stadt und Landkreis Kassel. Seine Bekämpfung ist eine große Herausforderung.
In Umsetzung einer Empfehlung der 79. Konferenz der Gesundheitsminister der Länder und Orientierung am 1. MRSA-Netzwerk in Deutschland „Euregio-Projekt-Twente/Münsterland“, soll daher am Donnerstag, 5. Februar, im Saal der Volkshochschule das MRSA-Netzwerk Region Kassel gegründet werden. Als Partner zum Beitritt werden vom Gesundheitsamt Region Kassel alle Krankenhäuser, Altenheime, Ambulanten Dienste, die Kassenärztliche Vereinigung, die Bezirksärztekammer, der Rettungsdienst und die Laboratorien eingeladen.
Ziel des Netzwerkes ist es, sich im Umgang mit MRSA-Patienten auf eine einheitliche Diagnostik, ein einheitliches Sanierungsschema für Patienten und eine einheitliche Kommunikation zu verständigen, um damit die Weiterverbreitung des gefährlichen Keimes weitest möglich zu verhindern. Bislang ist es so, dass in den verschiedenen Einrichtungen ganz unterschiedliche Maßstäbe im Umgang mit MRSA gelten, bis dahin, dass MRSA-Patienten betreuende Einrichtungen sich untereinander bei Übernahme eines Patienten nicht einmal über diesen gefährlichen Keim informieren. „Das kann und muss besser werden!“, so die für das Gesundheitsamt der Region zuständige Dezernentin der Stadt Kassel, Stadträtin Anne Janz.
Nach Begrüßung durch Gesundheitsdezernentin Anne Janz wird Privatdozent Dr. Friedrich dort den Eröffnungsvortrag „Erfahrungen, Probleme und Erfolge bei der Gründung des deutsch-niederländischen MRSA-Netzwerkes Euregio Twente/Münsterland“ halten.
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