Eine Stadt feiert ihren Komponisten - Mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm würdigt Kassel Louis Spohr

03. Februar 2009. „In Kassel, da lebt Louis Spohr“: Für die Musikfreunde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Stadt an der Fulda eine der allerersten Adressen in Deutschland und dies hatte sie maßgeblich „ihrem“ Komponisten zu verdanken, der von 1822 bis 1857 hier als Kapellmeister in Diensten der Kurfürsten arbeitete. Weit über die Stadt hinaus erstrahlte der Ruhm des 1784 in Braunschweig geborenen Komponisten, Dirigenten, Geigers und Pädagogen. Nach seinem Tod allerdings verblasste Spohrs Bekanntheit mehr und mehr. Seine Opern, die zu seinen Lebzeiten an zahlreichen Häusern aufgeführt wurden, werden kaum noch gespielt und aus seinem reichen Œuvre, das sinfonische Musik ebenso wie Kammermusik, Lieder und oratorische Werke umfasst, erscheinen nur wenige regelmäßig auf Konzertprogrammen wie das Oktett E-Dur oder das Violinkonzert „in Form einer Gesangsszene“.

Für Kassel, so Bürgermeister und Kulturdezernent Thomas-Erik Junge, hat Spohr unschätzbar viel getan. Der exzellente Ruf des Hoftheaters sei ihm ebenso zu verdanken wie das reiche bürgerliche Musikleben zu seiner Zeit. Zwei Gedenktage bieten 2009 einen idealen Anlass, sich des Mannes zu erinnern, dessen Standbild noch immer auf dem Opernplatz steht, an dem kein Opernhaus mehr liegt. Am 5. April vor 225 Jahren wurde er in Braunschweig geboren, am 22. Oktober vor 150 Jahren starb er in Kassel.

Spohr ist der „Mann des Jahres“ im Kasseler Musikleben. Viele örtliche Ensembles, Vereine und natürlich auch das Staatstheater haben sich auf Spohr besonnen und werden ihm ein würdiges Gedenkjahr ausrichten. Das Kulturdezernat der Stadt Kassel hat dazu ein Jahresprogramm herausgegeben. Mehr als 40 Konzerte mit Werken Louis Spohrs und andere Veranstaltungen sind darin versammelt. Reich vertreten ist die Kammermusik, aber auch drei der geistlichen Oratorien und drei konzertante Aufführungen der Oper „Jessonda“ im Staatstheater sind geplant. Nach der Premiere am 25. Oktober wird die Stadt ihren Ehrenbürger mit einem Festakt würdigen.

Für die noch im Palais Bellevue angesiedelte Internationale Louis-Spohr-Gesellschaft mit ihrem Museum bedeutet das Jahr 2009 einen Neuanfang. Am 29. August wird sie ihre neuen Räumlichkeiten im Südflügel des KulturBahnhofs beziehen.

Beteiligte Veranstalter sind das Brüder Grimm-Museum Kassel, die Evangelische Philippus-Kirchengemeinde Rothenditmold, der Förderverein Louis-Spohr-Stiftung, das Harleshäuser Kammerorchester/Evangelische Kirchengemeinde Harleshausen, der Hessischer Rundfunk, die Internationale Louis-Spohr-Gesellschaft/Louis-Spohr-Akademie, die Kantorei Kirchditmold/Evangelische Kirchengemeinde Kirchditmold, der Kasseler Bachchor, der Kasseler Konzertchor, die Kasseler Musiktage, die Komponistinnen und ihr Werk, der Konzertverein Kassel, der Kultursommer Nordhessen, die Literaturspaziergänge Kassel, der Mitteldeutsche Sängerbund, die Nordhessischen Kindermusiktage, das Orchester der Universität Kassel, das Spohr Kammerorchester Kassel, das Staatstheater Kassel, die Thalia-Buchhandlung sowie der Verlag Merseburger.

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