In Kassel entsteht das Modellprojekt „Denkmal & Energie“

03. Februar 2009. Innovativ, praxisnah und am Puls der Zeit ist die Initiative der Stadt Kassel, das Modellprojekt „Denkmal & Energie“ ins Leben zu rufen. Das bestätigte jetzt der Präsident des Hessischen Landesamt für Denkmalpflege, Professor Dr. Gerd Weiß, im Rahmen der Präsentation des Projekts im Bürgersaal des Kasseler Rathauses.

Das Projekt entsteht im Rahmen des Konzeptes der präventiven Denkmalpflege, das von Bürgermeister Thomas-Erik Junge ins Leben gerufen wurde. Die Untere Denkmalschutzbehörde erarbeitete gemeinsam mit dem Unternehmens- und Forschungsnetzwerk deENet in den vergangenen Monaten die Grundlagen dafür.

Ziel ist es, den Eigentümern von Denkmälern künftig eine kompetente und lösungsorientierte Beratung für die energetische Sanierung ihrer Häuser anbieten zu können. Zu diesem Zweck wird eine bislang fehlende Kooperation zwischen Denkmalpflegern und Fachleuten aus dem Bereich erneuerbare und dezentrale Energieversorgung aufgebaut. Geplant ist die Verknüpfung von Forschungsinstitutionen, Energieberatern, Technologiespezialisten, aber auch Finanzinstituten und Handwerksbetrieben. Denn die Beratung wird auch Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten aufzeigen und fachlich geeignete Handwerksbetriebe vermitteln.

In drei Vorträgen wurde deutlich, dass die Frage nach effizienten Energiekonzepten für denkmalgeschützte Gebäude derzeit zu den aktuellsten und dringlichen Themen innerhalb des Denkmalschutzes gehört. Professor Dr. Weiß machte deutlich, dass die in Kassel angestrebte Kooperation zwischen Denkmalpflegern und Energiespezialisten den einzig richtigen Weg innerhalb dieser Diskussion darstelle. Er wünschte daher dem Projekt großen Erfolg und malte sich aus, wie er künftig im Zusammenhang mit diesem Thema auf das Kasseler Modell verweisen könne.

Dietmar Taubert, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Kassel, berichtete in seinem Vortrag von zahlreichen Denkmaleigentümern, die aufgrund der steigenden Energiepreise dringend nach Möglichkeiten der Energieeinsparung suchten. Denn im Vergleich zu modernen energieeffizienten Häusern wiesen Denkmäler oft den mehrfachen Energiebedarf auf. Hinzu komme, dass bei der energetischen Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden selten auf standardisierte Lösungsansätze, wie etwa die Dämmung der Fassade, zurückgegriffen werden kann. Umso wichtiger sei die Zusammenarbeit von Fachleuten der Denkmalpflege und Experten auf dem Gebiet der Energieversorgung.

Dr. Clemens Mostert von deENet betonte in seinen Ausführungen, dass in Nordhessen die Kompetenzen im Bereich der Energietechnologie wie in kaum einer anderen Region gebündelt und die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Projekt damit vielversprechend seien. Die Etablierung der Kooperation „Denkmal & Energie“ stärke auch die Position Nordhessens als Modellregion für Energietechnologie und Energieeffizienz.

Im Anschluss an die Vorträge diskutierten Mitglieder des Denkmalbeirates, Vertreter der politischen Fraktionen, der Kasseler Wohnungsbaugesellschaften, der Universität Kassel, Architekten und Energieberater über das Projekt. Das Vorhaben wurde einhellig begrüßt.

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