Kreis Steinfurt. Der Kreis Steinfurt hat sich mit seinem Sonderprogramm zur Förderung von Bürgerradwegen um den Deutschen Fahrradpreis 2009 beworben. Gesucht wird die „fahrradfreundlichste Entscheidung 2009“ von „best for bike“, einer Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, der Arbeitsgemeinschaft „fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V.“ (AGFS) und des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV). Das Fahrrad soll als wichtiges Verkehrsmittel ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Der Kreis Steinfurt hofft auf die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung, die am 8. Mai auf dem Nationalen Radverkehrskongress in Berlin überreicht wird.
Private und öffentliche Projektträger können sich mit innovativen und kreativen Projekten, Maßnahmen und Entscheidungen, die das Fahrradfahren noch attraktiver machen, bewerben. Das sind zum Beispiel bauliche Maßnahmen, aber auch Engagement, „Promotionaktionen“, Veranstaltungen, fahrradspezifische Vergünstigungen und Kommunikationsmaßnahmen.
Im Kreis Steinfurt engagieren sich angesichts knapper öffentlicher Finanzmittel zunehmend bürgerschaftliche Initiativen für den Bau von Radwegen. Zur Unterstützung dieser Initiativen hat der Kreistag im März 2008 beschlossen, ein Sonderprogramm zur Förderung von „Bürgerradwegen“ aufzustellen: Der Bau von Radwegen wird mit 15.000 Euro pro Kilometer Radweg unterstützt. 38 Projekte für insgesamt 60,12 Kilometer Radwege wurden bislang für eine Förderung angemeldet. In den Jahren 2008 bis 2010 stellte der Kreis Steinfurt jeweils 300.000 Euro als Investitionskostenzuschuss für die Bürgerradwege bereit, unabhängig davon, ob diese Radwege an Kreisstraßen oder sonstigen Straßen angelegt werden.
Im Jahr 2008 wurden bereits 17 Einzelmaßnahmen umgesetzt und 22 Kilometer Radwege gebaut. Die Förderungssumme liegt bis 2010 bei 900.000 Euro. Es werden rund 60 Kilometer Radwegebau gefördert, was einem geschätzten Brutto-Bauvolumen von etwa 7,5 bis 8,5 Millionen Euro entspricht.
Diese Maßnahmen, die aus öffentlichen Haushalten nicht finanzierbar wären, dienen insbesondere der Förderung des Alltagsradverkehrs und stellen einen unmittelbaren Beitrag zur Verkehrssicherheit und darüber hinaus auch zum Klimaschutz dar.