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Museumsbesuch in Rheine

Borken - 09. Februar 2009. Rund 30 Kulturinteressierte besuchten am Samstag das Museum „Falkenhof“ in Rheine. Bürgermeister Rolf Lührmann, Mitglieder des Kulturausschusses, Vorstandsmitglieder des Kunstvereins Borken und des Heimatvereins und Vertreter der Initiative Kleinkunst waren nach Rheine gefahren, um sich von Vertretern der Stadt und des Museums Einzelheiten zum dortigen Museumsumbau erläutern zu lassen. Der Umbau ist aus Mitteln der Regionale finanziert worden. Ähnliche Überlegungen gibt es für die Neugestaltung des Museums in Borken.

Vermutlich unter den Karolingern entstand die „Villa Reni“, die später als Falkenhof bezeichnet wurde und als Keimzelle der Stadt Rheine gilt.1939 hatte die Stadt Rheine das Anwesen gekauft, ab 1959 fanden hier die ersten Ausstellungen statt. Im Rahmen der „Regionale 2004 links und rechts der Ems“ wurde der Falkenhof zum heutigen Stadtmuseum grundlegend umgestaltet, erfuhren die Borkener Teilnehmer von Ute Ehrenberg, Kulturdezernentin der Stadt Rheine. Der „Umbau im Bestand“ habe Kosten in Höhe von circa 2,7 Millionen Euro verursacht und sei mit 70 Prozent aus den Mitteln der Regionale bezuschusst worden, so Günter Strauch, der seinerzeitige Leiter der städtischen Regionale Steuerungsgruppe. Dr. Helmut Knirim, Leiter des LWL-Museumsamtes für Westfalen machte deutlich, dass aus seiner Sicht die Regionale, damals für Rheine, heute für Borken, eine einmalige Chance darstelle, die es zu nutzen gelte.

Die Leiterin der Städtischen Museen in Rheine Dr. Mechthild Beilmann-Schöner und Claudia Kurzinsky, Leiterin der Hochbauabteilung informierten über die eigentlichen Umbauarbeiten. So sei bei den Arbeiten der Bagger in vier Metern Tiefe auf ein völlig unbekanntes begehbares Kanalsystem gestoßen. Auf etwa 60 Metern Länge wurden die unterirdischen Gänge und ihre Verzweigungen untersucht. Die ursprüngliche Funktion sei noch nicht bekannt, jedoch habe das System spätestens im 18. Jahrhundert einen neuen Zweck erhalten: Die Falkenhofbewohner durchschlugen die gemauerten Gewölbe und entsorgten hier ihren Abfall. „Ein großer Glücksfall!“, so Beilmann-Schöner, denn auf diese Weise konnte eine sensationelle Fülle von Gebrauchs- und Luxusgütern vom 17. bis 19. Jahrhundert geborgen werden. In der jetzigen Ausstellung seien die Objekte im Falkenhof zu sehen – dort, wo sie einst von seinen Bewohnern benutzt wurden. Besucher können durch Glasplatten hindurch auch in die Tiefe der unterirdischen Gänge blicken.

Am 3. März befasst sich der Kulturausschuss mit dem Themenkomplex „Stadtmuseum Borken“. Das im Entwurf inzwischen fertiggestellte Feinkonzept der Dauerausstellung soll den Mitgliedern vorgestellt werden. Ein weiterer Punkt werden die Vorüberlegungen zu einer möglichen Beteiligung an der Regionale 2016 sein.

Pressekontakt: Stadt Borken, Pressesprecher Bernd Kemper, Tel. 02861 / 939 - 303, bernd.kemper@borken.de

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