24. Februar 2009.
Für die meisten Menschen sind Orang-Utans liebenswerte Regenwaldbewohner und viele wissen um ihre Bedrohung: Die immer schneller fortschreitende Zerstörung der Regenwälder. Die Sonderausstellung „Faszination Regenwald“ der Fotografin Katrin Pein im Kasseler Naturkundemuseum ist nicht „wieder so eine“ Ausstellung mit Weltuntergangsstimmung, sondern sie macht Mut und gibt Gelegenheiten, sich einzusetzen.
Seit 2004 dokumentiert Katrin Pein ihre Arbeit in Orang-Utan-Schutzstationen. Sie belegt die Zerstörung des Regenwaldes und die Vernichtung der Orang-Utan-Bestände auf Borneo. Entstanden sind ganz unglaublich beeindruckende Bilder, die es kaum einem Besucher gestatten, sich nicht berührt zu fühlen.
Die übersetzt „Waldmenschen“ genannten Tiere haben ein faszinierendes Sozialleben, das immer von inniger Zuneigung von den Müttern zu ihren Kindern geprägt ist. Nachdem das Orang-Baby zwei Jahre gestillt wurde, bleibt es noch bis zu seinem siebten Lebensjahr bei der Mutter und wird meist von ihr herum getragen und behutsam mit allem wichtigen vertraut gemacht. Jeden Abend bauen sie ein neues Nest zum Schlafen in den Wipfeln der Bäume.Da die Orang-Utan-Mütter um vieles stärker sind als Menschen, schießen Tierfänger, die es auf Orang-Utan-Babys abgesehen haben, die Mütter tot, um das hilflose Kleine mitzunehmen. In Taiwan zum Beispiel gelten sie als ideale Haustiere, mitunter werden sie auch an Bordelle verkauft. Hauptbedrohung ist aber die legale und illegale Brandrodung, die zum Teil mit staatlicher Unterstützung die Anlage von großen Palmölplantagen begünstigt. Die Ausstellung zeigt dazu teilweise schockierende Bilder und Filmbeiträge.
Dies ist eine Entwicklung, die anscheinend nicht aufzuhalten ist, doch es gibt eine ganze Reihe von hoffnungsvollen und engagierten Schutzprojekten. Zwei wichtige von ihnen werden in der Ausstellung vorgestellt. Diese sind dringender denn je auf Hilfe angewiesen. Und letzten Endes ist klar: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Bis zum 19. April 2009 ist die Ausstellung von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr und mittwochs sogar bis 20 Uhr zu sehen.
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