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Pressemitteilung vom
26. Februar 2009
„Nicht nur glückliche Kühe“ – Plakat informiert über Landwirtschaft im Landkreis Kassel
Hofgeismar/Kreis Kassel.

Die Vielfalt der Landwirtschaft im Landkreis Kassel präsentiert ein neues vom Landkreis Kassel herausgegebenes Plakat, auf dem neben „glücklichen Kühen“ die gesamte Bandbreite der landwirtschaftlichen Aktivitäten im Kreis abgebildet ist. „Landwirtschaft ist eindeutig mehr als Ackerbau und Viehzucht“, stellt der Leiter des Amtes für den ländlichen Raum Hofgeismar, Christian Primus, bei der Vorstellung des Plakats auf dem Hof Grandjot in Hofgeismar-Schöneberg fest. Das neue Plakat soll beispielhaft zeigen, wie abwechslungsreich und vielgestaltig Landwirtschaft im Landkreis Kassel ist. Die einzelnen Fotos stehen dabei beispielhaft für die unterschiedlichen „Agrar-Felder“ im Kreis.

 

Primus: „Geologie und historische Entwicklung haben gerade im Landkreis Kassel eine vielfältige Agrarstruktur geprägt“. Das Spektrum reiche von Kalkmagerrasen, die besonders durch Schaf- und Ziegenhaltung entstanden sind und auch heute noch so erhalten werden bis hin zu ertragreichen Löß-Lehm-Böden. Flächen mit Grünland auf Basalt-Verwitterungsböden wechseln sich mit den Buntsandsteinstandorten an der Weser ab. Größe und Ausstattung der landwirtschaftlichen Betriebe, so Primus weiter, würden durch diese Rahmenbedingungen geprägt. Im Kreis sind noch rund 1.400 landwirtschaftliche Betriebe gemeldet, ein Viertel davon arbeiten im Vollerwerb.

 

Im Südteil des Landkreises seien eher kleinere Betriebe zu finden, die heute überwiegend im Nebenerwerb geführt werden, während im Nordkreis unter anderem durch die landgräfliche Ansiedlungspolitik im 18. Jahrhundert bedingt größere Betriebe ansässig sind, die häufig hugenottische Wurzeln haben. Einer dieser Betriebe ist der Hof von Helmut Grandjot in Hofgeismar-Schöneberg, der auf 105 Hektar Ackerland unter anderem Silomais als Energiepflanze anbaut. Weitere Schwerpunkte des Betriebs liegen in der Schweinehaltung und im Betrieb einer Biogasanlage, die als Foto jetzt auch auf das „Agrar-Plakat“ gefunden hat. „Biogasanlagen sind Lieferanten von Strom und Wärme, deren Energiegewinnung im Gegensatz zu Sonne und Wind, planbar ist“, erläutert Primus. Die Ausgangsstoffe wie Mais, Zuckerrüben, Getreide, Grünschnitte, Gülle, Mist oder Bioabfälle hätten den großen Vorteil, dass sie vor der Vergärung gelagert werden können. Biogas wird in Blockheizkraftwerken zu elektrischer Energie oder Wärme umgewandelt. Der Hauptanteil des erzeugten Stroms wird ins öffentliche Netz eingespeist und nach den Fördergesichtspunkten des Energieeinspeisegesetzes vergütet. Auch der vergorene Gärrest kann noch verwendet werden. „Das ist ein hochwertiger Dünger“, weiß der Chef der Landwirtschaftsbehörde des Kreises. Die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe sei für die Landwirte im Kreis eine gute zusätzliche Einkommensquelle. Zurzeit sind im Landkreis bereits 18 Biogasanlagen im Betrieb. Primus: „Damit sind wir Spitzenreiter in Hessen“.

 

Insgesamt gibt es im Landkreis Kassel rund 46.700 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Davon entfallen 12.000 Hektar auf reines Grünland. Die wichtigste Anbauart ist mit 28.000 Hektar Getreide. Auch der Rapsanbau mit 6.300 Hektar und der Maisanbau mit 2.300 Hektar haben als nachwachender Rohstoff zur Energienutzung in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Aktuell werden in 472 Betrieben noch 19.300 Rinder (davon 6.600 Milchkühe) gehalten, 134 Betriebe halten Schafe und sorgen für die Pflege der landschaftsprägenden Magerrasengebiete. Vor allem in den Ackerbauregionen befinden sich größere Schweinhaltungsbetriebe. „Wir haben rund 900 Betriebe mit circa 50.000 Schweinen“, informiert Primus. Im Ostteil des Landkreises spielt die Pferdehaltung eine größere Rolle – insgesamt werden im Kreis Kassel 2.500 Pferde in landwirtschaftlichen Betrieben gehalten.

 

Ein lohnenswertes Standbein für viele Landwirte stellt die Direktvermarktung dar, ergänzt Heike Dammer, die dieses Themenbereich im Amt für den ländlichen Raum betreut. „Bewusste Verbraucher haben so die Möglichkeit sich mit frischen regionalen Produkten sowohl auf Wochenmärkten oder direkt ab Hof zu versorgen“, so Dammer weiter. Das Produktangebot im Kreis sei breit gefächert und reiche von A wie Apfel bis Z wie Ziegenkäse. Zum Angebot gehöre auch der frisch gestochene Spargel oder die selbstgepflückten Erdbeeren. Zu den Direktvermarktern gehört die Streuobstinitiative im Landkreis Kassel (SILKA), die auf eine bereits mehr als 12-jährige Geschichte zurückblicken kann. Das von SILKA vermarktete Obst darf nicht mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt sein und die Bäume dürfen nicht gedüngt werden. Regelmäßige Blatt- und Saftproben bestätigen die Reinheit des erzeugten Apfelsaftes. 1996 im Gründungsjahr von SILKA betrug die Anliefermenge nur 50 Tonnen – jetzt liegt die Menge bei mehr als 600 Tonnen Äpfel im Jahr.

 

Das Plakat „Landwirtschaft im Landkreis Kassel“ ist zusammen mit dem vom Kreis herausgegebenen Einkaufsführer für Lebensmittel aus der Region am Stand des Amtes für den ländlichen Raum auf der Frühjahrsausstellung in den Kasseler Messenhallen erhältlich – beides kann man jedoch auch beim Amt für den ländlichen Raum in der Manteuffel-Anlage 5 in Hofgeismar abholen.

 



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:


Plakat Landwirtschaft
Auf dem Foto sieht man von links nach rechts Helmut Grandjot (Landwirt in Hofgeismar-Schöneberg), Heike Dammer (Amt für den ländlichen Raum) und Christian Primus (Amt für den ländlichen Raum)


Plakat Landwirtschaft 1



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LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
Handy: 0173/4663794
E-Mail: pressestelle@landkreiskassel.de
http://www.landkreiskassel.de

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